• Belgien hat sich als erste europäische Mannschaft auf sportlichem Wege für Russland 2018 qualifiziert
  • Die Bilanz der Roten Teufel ist überaus beeindruckend
  • Einige Rekorde sind schon gefallen, weitere könnten bald folgen

Eine Betonabwehr, ein brandgefährlicher Sturm und ein mehr denn je zusammengewachsener Kader: Belgien scheint eine in allen Belangen brillante Mannschaft beisammen zu haben. Die Roten Teufel konnten in Gruppe H der Europaqualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™ frühzeitig alles klar machen. Und sie taten es mit einer schon historischen Bilanz. Dank des 2:1-Erfolgs in Griechenland am Sonntag, 3. September, ist Belgien als erste europäische Mannschaft (nach dem Gastgeber) fest für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™ qualifiziert.

Früher musste Belgien mit unschöner Regelmäßigkeit bis zum Schluss um seine Teilnahmen an der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft zittern – zuletzt nicht mehr. Schon das Ticket nach Brasilien 2014 wurde überaus souverän gelöst. Bei ihrer 13. erfolgreichen WM-Qualifikation legten die Belgier die Messlatte nun noch einmal ein gutes Stück höher. Und das muss noch lange nicht alles gewesen sein.

Betonabwehr
Die Abwehr beispielsweise ist beinahe unüberwindlich. Nur drei Gegentore kassierten die Roten Teufel in den bisherigen acht Begegnungen. Damit rangiert Belgien in der europäischen Spitzenklasse. Schlussmann Thibaut Courtois musste allein gegen Estland (8:1) und in den beiden Spielen gegen Griechenland (1:1 und 2:1) hinter sich greifen. Verloren hat er keine der Partien.

Brandgefährlicher Sturm
Mehr Tore als die Spieler von Roberto Martinez hat nach acht Spieltagen keine Mannschaft in der Europa-Zone geschossen. 35 sind es an der Zahl. Bei einer Tordifferenz von +32 und noch zwei ausstehenden Spielen könnte Belgien sogar den Rekord von Rumänien (+33) aus der Qualifikation für Frankreich 1998 brechen.

Lukaku überragt
Paul Van Himst gilt vielen immer noch als bester belgischer Fussballer aller Zeiten. Epochen sind dabei immer schwierig zu vergleichen, Zahlen aber sind unbestechlich. Seinen Status als erfolgreichster Torschütze der Nationalmannschaft, den er sich mit Bernard Voorhoof teilt, könnte der ehemalige belgische Nationaltrainer jedenfalls bald los sein. Romelu Lukaku hat jetzt 27 Länderspieltore und nähert sich passend zu seiner Statur mit Riesenschritten den 30 Treffern von Vam Himst und Voorhoof. Dabei ist Lukaku erst 24 Jahre alt. Allein zehn Tore hat er in den acht Qualifikationsspielen für Russland 2018 geschossen, darunter das zweite für Belgien am gestrigen 3. September – jenes Tor also, das seine Roten Teufel geradewegs in den Himmel beförderte.

Unbesiegbar
In WM-Qualifikationsspielen ist Belgien seit Oktober 2009 ungeschlagen. Damals gab es ein 0:2 gegen Estland. Die Belgier basteln an einer Rekordserie von 18 ungeschlagenen Spielen, die sie bis Russland und natürlich auch in Russland ausbauen wollen.

Junge Routiniers
Talent kennt kein Alter und im Falle von Lukaku, Eden Hazard und Vincent Kompany noch nicht einmal die Volljährigkeit. Der Abwehrchef und heutige Kapitän etwa gibt seit 2004 den Weg bei den Roten Teufeln vor. Sein Länderspieldebüt (0:2 gegen Frankreich) feierte er kurz vor seinem 18. Geburtstag. Hazard, Mittelfeldspieler des FC Chelsea, machte es Kompany vier Jahre später gegen Luxemburg (1:1) nach. Lukaku, inzwischen bei Manchester United unter Vertrag, war gar erst 16 Jahre und 294 Tage alt, als er 2010 gegen Kroatien (0:1) debütierte. Das so erfahrene Jung-Trio bildete schon in Brasilien 2014 eine eingespielte Achse.

Länderspielrekord in Gefahr
Jan Ceulemans weiß es: Sein Länderspielrekord von 96 Einsätzen wird nicht mehr lange Bestand haben. Gleich zehn aktuelle belgische Nationalspieler haben schon jetzt über 60 Länderspiele auf dem Konto. Jan Vertonghen ist nicht der jüngste von ihnen, wird aber der erste sein, der Ceulemans‘ Rekord bricht. Zahlreiche seiner Mannschaftskameraden dürften ihm folgen. Vertonghen feierte gegen Griechenland gerade sein 95. Länderspiel, mit einem Tor als Zugabe. Damit hat er nun ein Länderspiel mehr bestritten, als der legendäre Timmy Simons.