• Paris Saint-Germain gab am 3. August offiziell die Verpflichtung von Neymar bekannt
  • PSG verfügt nun über fünf brasilianische Nationalspieler 
  • Schon in der Vergangenheit lockte Paris die großen Namen der Seleçao an

Lucas, Marquinhos, Thiago Silva, Daniel Alves und jetzt Neymar - die brasilianische Kultur bei Paris Saint-Germain stößt in dieser Saison in neue Dimensionen vor. Unai Emery stehen nunmehr fünf Nationalspieler der Seleçao zur Verfügung. 

Die Liebesgeschichte zwischen Brasilien und dem französischen Hauptstadtklub dauert indes schon länger an. Zahlreiche Leistungsträger der Nationalelf trugen in der Vergangenheit das Trikot von PSG. 

Joel Camargo: Der Wegbereiter 
Zeit bei PSG: 1971/72 
27 Länderspiele
Camargo, eine Legende von Santos und Weltmeister von 1970, war der erste renommierte Nationalspieler, der bei Paris Saint-Germain seine Unterschrift leistete. Doch der wenige Monate nach dem Titelgewinn Brasiliens nach einem schweren Autounfall traumatisierte Akteur fand nie zu alter Stärke zurück und bestritt nur zwei Saisonspiele. Er kehrte daraufhin nach Brasilien zurück und verschwand nach und nach in der Versenkung. Santos erwies ihm am 11. November 2006 dennoch eine ergreifende Huldigung. Camargo verstarb im Mai 2014, wenige Monate vor der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014. 

Valdo: Der Spielmacher
Zeit bei PSG: 1991 - 1995 
45 Länderspiele, 4 Tore
Anfang der 1990er Jahre startete PSG in eine neue Ära und unterstrich seine Ambitionen durch die Verpflichtung von Valdo, der sich nach drei Spielzeiten bei Benfica bereits in Europa eingelebt hatte. Der technisch begabte Spielmacher, der zwei WM-Endrunden bestritt (1986 und 1990), verlieh dem Pariser Spiel vier Jahre lang Glanz, bevor er nach Portugal zurückkehrte. 

Ricardo: Der Fels
Zeit bei PSG: 1991 - 1995 
48 Länderspiele, 4 Tore
Der gleichzeitig mit Valdo verpflichtete Ricardo folgte seinem Landsmann nach vier erfolgreichen Jahren beim Hauptstadtklub auch wieder zurück nach Portugal. Wenige Jahre später kehrte der Verteidiger, der Brasilien bei der WM 1990 als Kapitän angeführt hatte, wieder nach Paris zurück. In der französischen Hauptstadt begann er seine Trainerlaufbahn, nachdem er aufgrund von Verletzungen seine aktive Karriere beendet hatte. 

Raï: Der Kapitän
Zeit bei PSG: 1993 - 1998 
97 Länderspiele, 37 Tore
Als Raï 1993 nach Paris wechselte, war er bereits ein Star. Der Kapitän der Seleção und Spielmacher des großen Teams von Sao Paulo unter Telê Santana erlebte dennoch eine schwere erste Saison. Bei der folgenden FIFA WM 1994 verlor er auf dem Weg zum Titelgewinn zudem seinen Status als Spielführer und seinen Stammplatz. Aber in der nächsten Spielzeit hatte er seinen Frust überwunden und beglückte die Pariser Anhänger von da an mit seiner ganzen Klasse und Spielintelligenz.

Leonardo: Der Architekt
Zeit bei PSG: 1996 - 19987 
55 Länderspiele, 7 Tore
Leonardo kam nach dem Titelgewinn beim Europapokal der Pokalsieger nach Paris, um Youri Djorkaeff zu ersetzen, der zu Inter Mailand gewechselt war. Abgesehen von dem Wunsch, wieder mit seinem Freund Raï zusammenzuspielen, wollte der Weltmeister von 1994 zudem im Vorfeld der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Frankreich kennenlernen. Der Linksfuß lebte sich sofort ein und das Zusammenspiel mit seinem Landsmann sorgte für Furore. Aber es sollte ein kurzes Gastspiel bleiben, schon in der folgenden Saison wechselte er zum AC Mailand. 2011 kehrte er nach Paris zurück, dieses Mal in der Rolle des Sportdirektors. Er führte den Klub in eine neue Dimension und verpflichtete Weltstars wie Thiago Silva, Zlatan Ibrahimović oder David Beckham.

Ronaldinho: Die Sternschnuppe
Zeit bei PSG: 2001 - 2003
97 Länderspiele, 33 Tore
Mit der Verpflichtung der Zukunftshoffnung von Grêmio 2001, als dieser bereits in der Nationalmannschaft brillierte und von allen großen europäischen Klubs umworben wurde, gelang Paris ein großer Coup. Obwohl es Ronaldinho gelegentlich an der Konstanz fehlen ließ, hinterließ er mit seinen legendären Sturmläufen, seinem Einfallsreichtum und Geniestreichen - insbesondere gegen den Erzrivalen aus Marseille - eine unauslöschliche Spur in der Geschichte des Vereins. Ein Jahr nach dem Titelgewinn bei der WM 2002 unterschrieb er bei Barcelona und entfaltete dort sein ganzes Talent. Damit ging er den umgekehrten Weg als den, den 14 Jahre später Neymar antreten sollte...