• Spanien trifft in einem Schlüsselduell der WM-Quali auf Italien
  • Beide Teams punktgleich an der Tabellenspitze der Gruppe G
  • Nacho analysiert die Samstagspartie im Bernabéu-Stadion

Fast jeder Fussballer träumt als Kind davon, eines Tages bester Torjäger seines Teams zu werden. Allerdings gibt es auch Ausnahmen, und Nacho Fernández ist eine davon. "Mir hat von Anfang an die Abwehr gefallen", meint er lachend im Gespräch mit FIFA.com. Daher dauerte es auch nicht lange, bis der spanische Nationalspieler, der auf Vereinsebene für Real Madrid aktiv ist, von seiner ursprünglichen Position im defensiven Mittelfeld in die Hintermannschaft wechselte.

"Verteidigen macht mir einfach Spaß. Mir gefallen vor allem die Aktionen, bei denen ich an meine Grenzen gehen muss. Situationen, in denen der Gegner sich sicher wähnt und die man dann gerade noch klären kann. Wenn du deine Sache in diesen Situationen gut machst, bist du zufrieden mit der eigenen Leistung."

Hätten Sie's gewusst?

  • Seit er im Alter von elf Jahren in die Talentschmiede von Real Madrid aufgenommen wurde, hat er nie für einen anderen Klub gespielt.
  • Nacho spielt seit der U-15 in der Nationalmannschaft und wurde bei der FIFA U-17-Weltmeisterschaft 2007 Vizeweltmeister.
  • Sein Debüt in der A-Nationalmannschaft gab er 2013 anlässlich eines Freundschaftsspiels gegen Chile.
  • Er lebt noch immer in seiner Geburtsstadt Alcalá de Henares vor den Toren von Madrid und hat einen jüngeren Bruder, Álex, der ebenfalls Fussballprofi ist.
  • Im Alter von zwölf Jahren wurde beim ihm Diabetes diagnostiziert, und man erklärte ihm, er könne seine Fussballlaufbahn nicht fortsetzen. Doch dann ist es ihm trotzdem gelungen, seinen Traum zu verwirklichen.
  • Seine Vorbilder im Fussball: Fernando Hierro, Fabio Cannavaro und Sergio Ramos.

Im Alter von 27 Jahren ist Nacho auf dem Höhepunkt seiner Karriere angekommen. Ohne großes Aufsehen zu erregen hat er sich nach und nach einen Platz bei den Königlichen und in der Nationalmannschaft erarbeitet. Dort wird er von Julen Lopetegui, der besonders seine Vielseitigkeit schätzt, regelmäßig nominiert.

"Das kommt mir in meiner Karriere auf jeden Fall zugute. Für einen Trainer ist es wichtig, über Spieler zu verfügen, die auf unterschiedlichen Positionen eingesetzt werden können. Ich bin zwar eher in der Innenverteidigung angesiedelt, bin aber in den letzten Jahren auch in vielen Spielen auf der Außenbahn eingesetzt worden."

Ein Beispiel dafür ist das letzte Duell mit Italien (1:1) in der Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™. Als Jordi Alba sich in der 22. Minute schmerzerfüllt an den Oberschenkel fasste, war für Lopetegui klar, dass Fernandez der Richtige war, um den Linksverteidiger zu ersetzen.

Nun trifft die Roja erneut auf die Azzurri, und zwar in einem für beide Teams ganz entscheidenden Duell auf dem Weg nach Russland. Nacho, ein erklärter Bewunderer des italienischen BBC-Trios (Andrea Barzagli, Leonardo Bonucci und Giorgio Chiellini), gegen das sein Klub Real Madrid sich im Mai den 12. Titelgewinn in der Champions League sicherte (Anm. d. Red.: Real Madrid – Juventus Turin 4:1) ist daher ein ausgesprochen kompetenter Ansprechpartner, wenn es um die Analyse der Partie im Bernabéu geht.

Rot im Kalender angestrichen
"Schon vor Beginn der Qualifikation wussten wir, dass diese Samstagspartie ganz entscheidend sein würde. Wir wollen unbedingt gewinnen, um die Qualifikation schon jetzt auf den richtigen Weg zu bringen. Wir haben noch knifflige Gegner vor uns und eine schwere Auswärtspartie, aber mit einem Sieg im Gepäck könnten wir das Restprogramm gelassener angehen. Wir müssen uns jetzt auf Italien konzentrieren. Über die WM können wir später nachdenken."

Bonucci – der Beste des BBC-Trios
"Sie bilden ein hervorragendes Trio, und ich verfolge sie sehr aufmerksam. Ihr Stellungsspiel ist perfekt, und sie sorgen dafür, dass das Team in der Defensive ganz eng zusammenrückt. Ich schaue mir gern Spiele an, und dieses Jahr habe ich viele von Juventus und Italien gesehen. Barzagli und Chiellini bringen ihre Erfahrung auf dem Platz zum Tragen, aber von den dreien gefällt mir Bonucci am besten. Er hat hervorragende Eigenschaften."

Schlüsselaspekte des Spiels
"Wir spielen zu Hause, vor eigenem Publikum und noch dazu im Bernabéu, einem großen Stadion, das gut gefüllt sein wird. Wir müssen die Ruhe bewahren und uns den Ballbesitz sichern, denn das ist unsere Stärke. Wenn du den Ball von einer Seite zur anderen zirkulieren lässt, tun sich Räume auf, und das ist wichtig, damit wir sie unter Druck setzen können. Außerdem müssen wir hinten sehr konzentriert spielen, denn sie können uns mit Kontern und hohen Bällen gefährlich werden. Wir haben bisher sehr gute Arbeit geleistet, und diesen Weg müssen wir gegen Italien fortsetzen."