• Nigeria ist in Gruppe B vor den beiden Duellen gegen Kamerun Tabellenführer
  • Mikel steuerte ein Tor und eine Vorlage zum 3:1-Sieg gegen Algerien bei
  • Der Kapitän der Super Eagles will nach seiner Verletzung so schnell wie möglich wieder topfit werden

Wenn es um Nigerias Chancen in der Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™ geht, ist Kapitän John Obi Mikel durchaus optimistisch. Die dritte und letzte Runde der Afrika-Qualifikation für Russland 2018 ist zwar noch nicht einmal zur Hälfte abgeschlossen, doch der Kapitän der Super Eagles ist überzeugt, dass ein Platz bei der WM-Endrunde für sein Team in Reichweite liegt.

Und die aktuelle Tabelle der Gruppe B gibt ihm Recht: Nigeria hat bereits vier Punkte Vorsprung vor dem Gruppenzweiten Kamerun und sogar fünf vor Sambia und Algerien. Zwar sind noch vier schwere Spiele zu absolvieren, doch Mikel ist optimistisch, dass Nigeria den Gruppensieg holen und sich damit den einzigen Qualifikationsplatz der Gruppe sichern kann.

"Wir sind in unserer Gruppe in einer sehr guten Position", so der 30-jährige Mittelfeldspieler vom chinesischen Klub Tianjin Teda gegenüber FIFA.com. "Wir haben unsere ersten beiden Spiele gewonnen. Das letzte Spiel war ein Heimsieg gegen Algerien. Wir haben eine sehr starke, junge Mannschaft, die guten Fussball spielt. Wenn wir unser nächstes Spiel (zu Hause gegen Kamerun am 31. August) gewinnen, rücken wir der Qualifikation ein gutes Stück näher. Ich denke, dass wir es schaffen können."

Auf dem früheren Star des FC Chelsea lastet dabei ein ganz besonderer Erfolgsdruck. Und das liegt nicht nur an den hohen Erwartungen der Fans in seinem fussballverrückten Heimatland. "Meine Frau ist Russin", erklärt Mikel, "und viele unserer Verwandten und Freunde sind aus Russland. Sie alle erwarten, dass sich Nigeria für die nächste WM qualifiziert. Ich glaube, sie würden mich umbringen, wenn ich sie enttäusche", fügt er mit einem Lachen hinzu.

Schlüsselspiele
Bei aller Zuversicht gibt sich Mikel indes nicht der Illusion hin, der Rest der WM-Qualifikation Nigerias werde leicht. Schließlich stehen als nächstes zwei Spiele gegen den amtierenden Afrikameister Kamerun auf dem Programm, der bislang zwei Unentschieden holte. Der Kapitän der Super Eagles weiß genau, dass diese beiden Partien am 31. August und am 4. September enorm wichtig für den Ausgang der Gruppe sein werden.

"Kamerun hat ein sehr gutes Team, das ist ja allgemein bekannt", so seine Einschätzung. "Die Spieler sind stark und spielen mit viel Selbstvertrauen. Wir müssen uns sehr gut auf dieses Spiel vorbereiten und unser Bestes geben, um uns durchzusetzen. Es wird sicher nicht leicht, aber wenn wir diese sehr wichtigen Spiele beide gewinnen, dann sind wir schon fast am Ziel."

(Was für ein Abend, was für ein Sieg! Drei Punkte, die Tabellenführung und ein Tor! Es ist noch ein langer Weg, aber WIR GLAUBEN AN UNS )

Als Kapitän hat Mikel in den bisherigen Qualifikationsspielen Nigerias eine wichtige Rolle gespielt. Im letzten Spiel beim 3:1-Sieg gegen Algerien im vergangenen November erzielte er einen Treffer selbst und bereitete einen weiteren vor. In den vergangenen Monaten musste er allerdings wegen einer Verletzung pausieren, was bei den Fans seines Klubs und seines Landes für Befürchtungen sorgte. Doch Mikel hat angekündigt, alles zu tun, um rechtzeitig für die beiden Duelle gegen Kamerun wieder fit zu werden.

"Bis zu dieser Verletzung war ich in sehr guter Form", sagt er. "Es war wirklich schade, aber Verletzungen gehören nun einmal dazu. Jetzt konzentriere ich mich auf die Genesung und darauf, noch stärker zurück zu kommen. Ich werde alles tun, was ich kann, um so schnell wie möglich wieder für Teda und die Nationalmannschaft spielen zu können."

"Die Spieler im nigerianischen Team schauen zu mir auf und suchen meinen Rat. Meine Teamkameraden vermissen mich und sie brauchen mich. Ich will meine Rolle als Kapitän erfüllen und den Spielern mit meiner Erfahrung helfen."

Eine beeindruckende Karriere
Kaum ein anderer afrikanischer Fussballer kann auf eine derart erfolgreiche Karriere zurück blicken wie Mikel. Bei der FIFA U-20-Weltmeisterschaft 2005 stieß er mit Nigeria bis ins Finale vor, das die Afrikaner gegen Argentinien mit einem gewissen Lionel Messi nur knapp verloren.

Mit der A-Nationalmannschaft gewann er 2013 den Titel beim CAF Afrikanischen Nationen-Pokal und stieß mit Nigeria bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™ erstmals seit 1998 wieder in die zweite Runde vor.

In seinen elf Jahren beim FC Chelsea gewann er so ziemlich alles, was es zu gewinnen gibt, darunter ein Mal die UEFA Champions League, zwei Mal die englische Meisterschaft und vier Mal den FA Cup. Doch all diese Leistungen steigern seinen Erfolgshunger nur weiter.

"Ich bin zufrieden mit dem, was ich bisher erreicht habe", so Mikel. "Aber mein Erfolgshunger ist noch nicht gestillt. Ich will noch mehr erreichen, also muss ich mich noch mehr anstrengen. Die nächste WM in Russland bedeutet für uns eine neue Chance. Aber zunächst einmal müssen wir es dorthin schaffen. Unsere nächste Herausforderung ist es dann, in Russland noch besser abzuschneiden als in Brasilien."