• Tunesien führt mit sechs Punkten seine Gruppe an, gleichauf mit Kongo DR
  • Die "Adler" gewannen gegen Guinea und Libyen
  • Das Land träumt von der fünften WM-Teilnahme seiner Geschichte

Nabil Maaloul war an einigen Höhepunkten des tunesischen Fussballs beteiligt. So stand er beim einzigen Gewinn des Afrikanischen Nationen-Pokals durch die Adler von Karthago dem Cheftrainer Roger Lemerre als Assistent zur Seite. Mit Esperance Tunis errang er 2011 einen historischen Triple-Erfolg.

FIFA.com sprach mit dem Coach Tunesiens über seine früheren Erfahrungen mit der Nationalmannschaft und über die kommenden Aufgaben in der Qualifikation zur FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™. "Es ist das fünfte Mal, dass ich an der Spitze der tunesischen Nationalmannschaft arbeite. Beim Gewinn des Afrika-Cups 2004 im eigenen Land war ich der Assistent von Roger Lemerre. Ich habe mich mit der Olympia-Auswahl für Athen 2004 qualifiziert und ab 2006 wieder mit Lemerre zusammengearbeitet. Anschließend habe ich verschiedene Klubs trainiert, bevor ich 2013 wieder auf den Posten des Nationaltrainers zurückkehrte. Es ist also mein fünftes Engagement, und da ich als Spieler alle Alterskategorien durchlaufen habe, sehe ich mich als Kind der Nationalmannschaft. Ich weiß alles über die Adler von Karthago. In der aktuellen Situation ist das sicher ein Plus."

Das erneute Abenteuer mit der tunesischen Auswahl begann für Maaloul mit einer kniffligen Aufgabe gegen Ägypten. "Wir befinden uns in einer heiklen Phase. Gott sei Dank konnten wir mein erstes Pflichtspiel gegen Ägypten gewinnen. Dieser Sieg war grundlegend für uns, sowohl mit Blick auf die Qualifikation für den Afrika-Cup 2019 als auch für die Moral. Nun erwarten uns die zwei Partien im September in der Qualifikation für Russland 2018."

Entscheidende Duelle
Tunesien hat einen guten Start in die WM-Vorausscheidung erwischt und feierte in den ersten beiden Partien jeweils Siege gegen Libyen beziehungsweise Algerien. Die Nordafrikaner teilen sich mit sechs Punkten die Tabellenführung mit Kongo DR. Aber Maaloul hat großen Respekt vor den Leoparden: "Diese Mannschaft hat sich in den letzten Jahren stark entwickelt. Kongo verfügt über Spieler, die in den größten europäischen Klubs aktiv sind. Es ist ein ernstzunehmender Konkurrent. Immer, wenn ich es mit Vita Club oder TP Mazembe zu tun hatte, konnte ich sehen, wie stark und talentiert die kongolesischen Fussballer sind."

"Es ist ein Gegner, vor dem ich großen Respekt habe und der über ein großes Potenzial und erfahrene Nationalspieler verfügt. Kongo DR liegt in der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste vor uns. Aber wir dürfen nicht vergessen, dass auch Tunesien über eine gute Mannschaft mit hochklassigen Spielern verfügt. Eines ist sicher: Die zwei Spiele gegen Kongo DR werden für den weiteren Verlauf der Qualifikation von entscheidender Bedeutung sein."

Schwierige Phase
Die meisten Trainer der afrikanischen Teams, die noch im Rennen sind, halten den Doppelspieltag im September für die schwierigste Phase auf dem Weg nach Russland 2018. Knapp zwei Monate vor dem ersten Duell treibt Nabil Maaloul vor allem eine Sorge um: "Es ist nicht die Nähe der beiden Spiele zueinander, die mich beunruhigt, sondern eher der körperliche Zustand der Spieler. Wir werden in der Anfangsphase der Saison stehen. Es müssen die Transfers und andere Unwägbarkeiten berücksichtigt werden."

"Wir haben ein genaues Programm festgelegt und beobachten die Spieler in ihren Vereinen, damit sie optimal auf diese wichtige Etappe vorbereitet sind. Wir überlassen nichts dem Zufall. Angesichts der kurzen Zeit, die uns für die Vorbereitung zur Verfügung steht - vom 28. August bis zum 1. September - werden wir nur die Spieler auswählen, die in Bestform sind."

Nachdem Tunesien in Frankreich 1998, Korea/Japan 2002 und Deutschland 2006 drei Mal in Folge bei der WM-Endrunde dabei war, verpasste das Team die zwei darauffolgenden Auflagen in Südafrika 2010 und Brasilien 2014. Nun träumt das ganze Land davon, die Adler wieder auf der weltweiten Bühne in Aktion zu sehen, wie Maaloul einräumt: "Das ist nicht nur mein Traum, sondern der des ganzen tunesischen Volks und all jener, die direkt oder indirekt mit der Nationalmannschaft zusammenarbeiten. Was unsere Chancen auf die Qualifikation zur WM 2018 betrifft, bin ich als Nationaltrainer und Hauptverantwortlicher der Mannschaft optimistisch."

Programm Tunesiens:

1. September: Tunesien – Kongo DR

5. September: Kongo DR – Tunesien

2. Oktober: Guinea – Tunesien

6. Oktober: Tunesien – Libyen