• Belgien will 2018 in Russland zu neuen Höhenflügen ansetzen
  • Mittelfeldspieler Axel Witsel bleibt trotz seines überraschenden Transfers nach China ein Schlüsselspieler
  • Witsel ist überzeugt, dass Belgien die WM gewinnen kann

Belgien will endlich wieder ähnliche Erfolge wie in den 1980er Jahren erreichen. Damals waren die Roten Teufel ins Finale der UEFA EURO eingezogen und hatten bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Mexiko 1986™ die Halbfinalrunde erreicht. Bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™ schafften es die Belgier bis ins Viertelfinale, ebenso wie bei der UEFA EURO im vergangenen Jahr.

Bei der nächsten WM-Endrunde wird von dem Team von Trainer Roberto Martinez mehr erwartet. Die Fans hoffen ohnehin auf neue Erfolge, doch auch die Spieler sind optimistisch. Mittelfeldstar Axel Witsel meint sogar, die Roten Teufel hätten das Zeug dazu, 2018 in Russland Weltmeister zu werden.

"Wir haben durchaus Chancen (die WM zu gewinnen), auf jeden Fall", so der 28-jährige Mittelfeldspieler von Tianjin Quanjian im Exklusivgespräch mit FIFA.com. "Aber wir müssen uns jeweils von Spiel zu Spiel vorarbeiten. Wir haben eine großartige Mannschaft mit erstklassigen Spielern. Aber wir müssen auch als Team stark sein. Es gibt noch stärkere Mannschaften als uns, beispielsweise Italien, Spanien, Deutschland und Brasilien. Wir müssen an uns glauben und uns in den Spielen auch auf Kleinigkeiten konzentrieren. Und natürlich braucht man auch etwas Glück (um den Titel zu gewinnen)."

Transfer nach Fernost
Witsel gehört zu den Topstars im belgischen Team. Sein abwechslungsreicher Lebenslauf umfasst auch einige Jahre in Russland. Witsel war aus der Nachwuchsakademie von Standard Lüttich hervorgegangen und spielte in fast allen Altersklassen für Belgien, bevor er 2008 den Sprung ins A-Nationalteam schaffte.

Seitdem hat er 79 Länderspiele bestritten und besonders bei der letzten WM- und EM-Endrunde geglänzt. Mit Standard Lüttich wurde er zwei Mal belgischer Meister. Es folgte eine Saison bei Benfica Lissabon. Dann wechselte er zu Zenit Sankt Petersburg und gewann mit dem Klub nahezu alles, was es zu gewinnen gab.

Nicht unser Wunschresultat, aber wir haben in unserer Gruppe immer noch die Oberhand #BelGre
Volle Konzentration jetzt auf unser Testspiel gegen meine russischen Freunde in Sotschi.

Witsel zeichnet sich in erster Linie durch hervorragende Spielübersicht und präzises Passspiel aus. Mit seinem Transfer in die chinesische Hafenstadt Tianjin Anfang des Jahres sorgte er für eine große Überraschung.

"Nachdem ich mich zum Wechsel nach China entschlossen hatte, habe ich Martinez meine Gründe erklärt, der großes Verständnis hatte", so Witsel. "Aber ich bekam natürlich keinerlei Garantien, dass ich weiter in der Nationalmannschaft spielen würde. Ich sehe kein Problem darin, in China zu spielen und zur Nationalmannschaft zu gehören. Man muss nur weiterhin hart trainieren und das tue ich jeden Tag. Tianjin hat eine starke Mannschaft. Mit Fabio Cannavaro haben wir einen guten Trainer, der uns viel seiner Erfahrung vermittelt."

Ratschläge einer Legende
Die Belgier peilen zwar in Russland ein gutes Abschneiden an, doch zunächst einmal müssen sie sich in der Qualifikation durchsetzen. Nach vier Siegen und einem Unentschieden führen die Belgier derzeit die Gruppe H mit zwei Punkten Vorsprung vor Griechenland an. Witsel warnt, dass noch nichts sicher sei. Siege gegen Estland im Juni und gegen Gibraltar im August seien Pflicht, bevor es dann im September in Griechenland zum möglicherweise entscheidenden Duell kommt. "Das Spiel in Griechenland dürfte sehr wichtig werden", ist er überzeugt. "Das wird ein schweres und wohl auch das entscheidende Spiel."

Witsel ist allerdings überzeugt, dass er sich mit Belgien qualifizieren kann. Das Team habe unter Martinez und seinem Assistenten, dem legendären Franzosen Thierry Henry, enorme Fortschritte gemacht. "Martinez hat neue Taktiken eingeführt. Bislang läuft alles sehr gut. Das neue Spielsystem macht uns viel Spaß", so der Mittelfeldakteur.

"Die Trainingsintensität ist höher und wir spielen stärker als Team. Ich denke, dass wir unter ihm Erstaunliches erreichen können. Henry gibt seinen wertvollen Erfahrungsschatz an die Mannschaft weiter, insbesondere natürlich an die Stürmer, die sich keinen besseren Lehrmeister wünschen könnten. Er weiß schließlich, wie so eine WM abläuft und wie man sie gewinnt ... Für uns alle ist es eine großartige Chance, dass er zu unserem Team gehört."

Witsel würde sich nach seiner langen Zeit bei Zenit Sankt Petersburg auf eine Rückkehr nach Russland freuen. "Eine Rückkehr wird mir ein großes Vergnügen sein, weil ich mich dort wie zu Hause fühle. Ich hatte eine sehr gute Zeit bei Zenit. Wie ich schon sagte: Unser Ziel ist es, zur WM zu fahren und sie zu gewinnen!"