• Neuseelands Kapitän Chris Wood in Bestform
    • All Whites wollen nächsten Monat in Russland ersten Sieg beim Konföderationen-Pokal holen
    • Laut Wood sind Rückhalt und Glaube ursächlich für Torerfolge auf Vereinsebene 

    Zum Zeitpunkt von Neuseelands letztem Auftritt bei einem großen Turnier war Chris Wood noch ein Jugendlicher im zarten Alter von 18 Jahren. Das war nämlich die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™, wo der Stürmer bei allen drei Spielen auf der Ersatzbank saß. Gehen wir im Schnelldurchlauf in die Gegenwart. Nächsten Monat geht Wood nicht nur in absoluter Bestform in den FIFA Konföderationen-Pokal in Russland, sondern wird sein Team außerdem als Kapitän aufs Feld führen.

    Neuseeland hat auf dem höchsten Niveau des internationalen Fussballs traditionell Schwierigkeiten mit dem Toreschießen. Mit Wood hat man nun jedoch einen Spieler im Team, der sich derzeit in bester Torlaune präsentiert. Der hoch aufgeschossene Stürmer erzielte in der aktuellen Saison wettbewerbsübergreifend 30 Tore für Leeds United und wurde von seinem Klub als bester Spieler des Jahres ausgezeichnet. Außerdem wurde er in die Elf des Jahres der zweiten englischen Liga gewählt.

    Neuseeland hat beim Turnier der Champions die Ehre, im Eröffnungsspiel auf den Gastgeber zu treffen, bevor es mit Partien gegen den CONCACAF-Meister Mexiko und Europameister Portugal weitergeht. In Russland werden die All Whites nun Gelegenheit haben, ihre eher bescheidene Bilanz beim Konföderationen-Pokal aufzubessern. Bislang stehen für das Team nämlich lediglich zwei Tore und ein Punkt in neun Begegnungen zu Buche.

    Dieses Mal verfügen die Neuseeländer, anders als 1999, 2003 und 2009, über beträchtliche Optionen im kreativen Bereich. Die Außenstürmer Marco Rojas und Kosta Barbarouses sind beide schnell und haben das gewisse Etwas. Außerdem verfügt das Team über weitere Inspirationsquellen wie den aufstrebenden Star Ryan Thomas und den unermüdlichen Michael McGlinchey im Mittelfeld.

    Buzzing to hit all these milestones. 100 career goals. On to the next 100 https://t.co/qrrawr2Cdr

    — Chris Wood (@officialcwood) May 8, 2017

    (Begeistert über das Erreichen all dieser Meilensteine. 100 Karrieretore. Auf zu den nächsten 100 https://t.co/qrrawr2Cdr)

    Wood könnte derjenige sein, der am stärksten von seinen kreativen Teamkameraden profitiert, insbesondere wenn er den Schwung aus der letzten Saison mit nach Russland nehmen kann. Wood war auch in der Saison 2015/16 bester Torschütze bei Leeds, damals beendete er die Spielzeit allerdings mit einer relativ bescheidenen Ausbeute von 13 Treffern.

    Wir wollten wissen, wie es zu diesem enormen Aufschwung kam. "Ich kann es nicht an einem einzelnen Aspekt festmachen", so Wood gegenüber FIFA.com. "Allerdings habe ich ein Team und einen Trainer [bei Leeds], die mir die gesamte Saison hindurch Rückhalt gegeben haben. Die Leute unterschätzen häufig den Wert eines Trainers, der hinter dir steht und an dich glaubt."

    Stolz auf die Kapitänsbinde
    Wood ist bereits in zahlreichen Spielen der laufenden WM-Qualifikation, an deren Ende eine Rückkehr nach Russland im nächsten Jahr stehen könnte, als Mannschaftskapitän Neuseelands aufgelaufen. Diese Woche wurde nun bestätigt, dass der etatmäßige Teamkapitän Winston Reid von West Ham United beim Turnier der Champions verletzungsbedingt ausfallen wird. Damit geht die Kapitänsbinde an Wood, für den dies die Krönung einer ohnehin schon glänzenden Saison ist.

    "Das ist jedes Mal ein herausragendes Erlebnis, das mich mit Stolz erfüllt", so Wood über die Rolle des Kapitäns der Nationalmannschaft. "Auch wenn Winston dabei wäre, würde ich Verantwortung übernehmen und mich auch nicht anders verhalten. Man kann nicht einem Spieler die gesamte Verantwortung überlassen, und die anderen überlassen auch nicht mir die gesamte Verantwortung. Wir haben sehr gute Führungsspieler im Team und machen alles gemeinsam."

    Bei Neuseelands Trainer Anthony Hudson genießt der Akteur von Leeds United ebenfalls volle Rückendeckung. "Das [Woods Erfolg] ist kein Zufall, sondern ein Produkt seiner Einstellung und seiner harten Arbeit", so Hudson. "Er ist eine enorme Bereicherung der Nationalmannschaft. Ich glaube Woodsy und einige andere im Team können auf der internationalen Bühne dieses Jahr zu Superstars avancieren, denn jetzt haben sie sich eine Plattform dafür geschaffen."

    Hudson hat im neuseeländischen Team einen Generationswechsel angestoßen, und dieses hat sich nach Ende der neunjährigen Amtszeit von Ricki Herbert weiterentwickelt. Tatsächlich ist von der letzten Teilnahme Neuseelands am Turnier der Champions vor acht Jahren lediglich eine Handvoll Akteure übrig geblieben. Wood ist einer davon. Damals kam der 17-Jährige im Spiel gegen Südafrika zu einem 15-minütigen Kurzeinsatz – in einer Partie, die zum Zeitpunkt seiner Einwechslung bereits verloren zu sein schien.

    Die aktuelle Auflage dürfte für den Spieler, der auf dem Höhepunkt seiner Leistungsfähigkeit angekommen zu sein scheint, jedoch eine ganz andere Erfahrung werden.