• Halilhodzic führte die Elfenbeinküste zur WM 2010, wurde aber vor dem Turnier entlassen
  • Premiere: Mit Algerien erreichte der Bosnier in Brasilien 2014 das Achtelfinale
  • Halilhodzic träumt davon, sich zum dritten Mal in Folge für die FIFA WM zu qualifizieren

Die japanische Nationalmannschaft hat in den letzten Jahren auf kontinentaler Ebene viele Erfolge feiern können. Auch gelingt ihr regelmäßig eine erfolgreiche WM-Qualifikation, in der sie die regionalen Rivalen stets souverän hinter sich lässt. Bei der WM-Endrunde selbst sind die guten Ergebnisse aber zuletzt ausgeblieben: Nach dem Ausscheiden im Achtelfinale von Südafrika 2010 musste Japan in Brasilien 2014 als Letzter in Gruppe C hinter Kolumbien, Griechenland und die Elfenbeinküste frühzeitig die Heimreise antreten.

Um auch auf der weltweiten Bühne ein gewichtigeres Wort mitreden zu können, verpflichtete der japanische Fussballverband Vahid Halilhodzic, der 2014 mit Algerien das Achtelfinale erreichte. FIFA.com sprach exklusiv mit dem bosnischen Trainer über seine Anfänge bei den Samurai Blue. "Die japanische Nationalmannschaft hat in letzter Zeit schlechte Ergebnisse erzielt, insbesondere bei der WM. Die Verbandsführung hat mich berufen, um dies zu ändern, und ich hoffe, dass mir das in Russland gelingt."

"Die Stimmung im Stadion war fantastisch, die Tribünen waren voll. Alle waren über den Verlust dieser drei Punkte zutiefst enttäuscht. Zum Glück hat sich das Team wieder gefangen. Wir sind zurückgekommen und haben trotz der Schwierigkeiten, die wir durchmachen mussten, schnell wieder zu unserem Zusammenhalt gefunden. Es ist wieder Normalität eingekehrt und wir befinden uns nun in einer guten Position."

Obwohl Japan nach den Siegen gegen die VAE und Thailand im März wieder auf dem richtigen Weg ist, bleibt Halilhodzic vorsichtig. "Unsere Gruppe ist sehr ausgeglichen. Vier Mannschaften können sich für die WM qualifizieren. Die kommenden Partien werden sehr schwer werden. Wir müssen uns optimal vorbereiten."

Mit 16 Punkten auf dem Konto liegt Japan gemeinsam mit Saudiarabien an der Tabellenspitze. Der erste Verfolger mit 13 Zählern lautet Australien. Laut Halilhodzic ist noch alles möglich: "Wir haben die Qualifikation noch nicht sicher. Wir liegen drei Punkte vor Australien und müssen drei sehr schwere Spiele absolvieren. Wir sind in Saudiarabien zu Gast, das punktgleich mit uns an der Spitze liegt und über eine tolle Mannschaft verfügt. Außerdem empfangen wir Australien, den amtierenden Asienmeister. Wir befinden uns in einer guten Position, aber es steht uns noch viel Arbeit bevor. Wir dürfen in unseren Anstrengungen nicht nachlassen."

Leistung von Brasilien wiederholen
Halilhodzic leitete zwei afrikanische Teams, bevor er in Richtung Asien aufbrach, um eine völlig neue Herausforderung anzunehmen. Der 64-jährige Coach sagt über seine neue Wahlheimat: "Die Japaner zeichnen sich durch Disziplin, Respekt und Ernsthaftigkeit aus. Diese Haltung hat mir sehr bei meiner Arbeit geholfen und es mir erleichtert, meine Methode einzuführen."

"Dagegen bin ich auf regionaler und nationaler Ebene auf Schwierigkeiten gestoßen. Aus diesem Grund versuche ich, sie mehr im taktischen und körperlichen Bereich arbeiten zu lassen. Das technische Niveau ist gut, aber in körperlicher Hinsicht erwarte ich mehr. Um die WM 2018 zu erreichen, muss sich der japanische Fussball insgesamt weiterentwickeln."

Der ehemalige jugoslawische Nationalstürmer zieht Vergleiche zu den afrikanischen Auswahlen, mit denen er gearbeitet hat. "Ich war in Afrika tätig und habe festgestellt, dass die Spieler dort physisch stärker sind, wodurch sie sich auf dem Platz durchsetzen konnten. In Nordafrika sind die Spieler technisch und individuell klasse. Was die Disziplin betrifft, bevorzuge ich Japan, wo ich mit den Spielern keinerlei Probleme habe. Jedes Land und jede Region hat Stärken und Schwächen oder genauer gesagt: eigene fussballerische Charakterzüge."

Mit Japan will Halilhodzic zum dritten Mal in Folge eine WM-Qualifikation schaffen, nachdem ihm dies mit der Elfenbeinküste und Algerien gelungen ist. Die Nordafrikaner führte er 2014 ins Achtelfinale. "Mein erstes Ziel bleibt die Qualifikation für Russland 2018. Eine schwere Aufgabe, bei der uns niemand etwas schenken wird. Ich versuche derzeit, das dritte Team hintereinander für eine WM-Endrunde zu qualifizieren. Wenn wir es nach Russland schaffen, hoffe ich, die Leistung Algeriens in Brasilien zu wiederholen. Ich durfte mit den Fennecs im Land des Sambas etwas Außergewöhnliches erleben."