• Siebter Spieltag der Asien-Qualifikation
  • Iran hat WM-Teilnahme vor Augen
  • Saudiarabien vs. Irak: Treffen alter Bekannter

 

Am Dienstag steht in Asien der siebte Spieltag der letzten Runde der WM-Qualifikation auf dem Programm. Der Iran könnte mit einem Heimsieg gegen die VR China in der Gruppe A einen entscheidenden Schritt Richtung Russland 2018 machen. In der Staffel B liegen derzeit Saudiarabien und Japan vorn. Beide wollen ihre Erfolgsserien mit Siegen gegen Irak beziehungsweise Thailand fortsetzen und damit ihre Position festigen.

Irans Verfolger sind die Republik Korea auf Platz zwei und Usbekistan auf Platz drei. Beide müssen die Niederlagen vom vorherigen Spieltag verdauen und gegen Syrien beziehungsweise Katar wieder in die Erfolgsspur finden. Die Chinesen mit Trainer Marcello Lippi wollen nach dem überraschenden 1:0-Sieg gegen die Republik Korea nun in Iran für eine weitere kleine Sensation sorgen. Australien will nach vier Spielen ohne Sieg im Heimspiel gegen die Vereinigten Arabischen Emirate endlich wieder einen Dreier einfahren.

FIFA.com blickt voraus auf die Partien auf dem größten Kontinent der Welt.

Das Topspiel
Iran – China VR, Azadi-Stadion, Teheran
Iran will im Heimspiel gegen die VR China die volle Punktzahl einfahren und damit möglicherweise die Qualifikation für Russland 2018 so gut wie perfekt machen. Dabei rechnet man mit leidenschaftlicher Unterstützung von den Rängen, denn der Fussballverband hat freien Eintritt für die Fans angekündigt. Sollten die Gastgeber siegen und die Republik Korea sowie Usbekistan verlieren, hätten die Iraner ihr Ticket bereits sicher. So glatt wie unter dem Portugiesen lief es für die Iraner in den letzten zwei Jahrzehnten in der WM-Qualifikation selten. Sie sind eines von zwei noch ungeschlagenen Teams (neben Australien) und gleichzeitig das einzige, das noch keinen einzigen Gegentreffer kassiert hat.

Die Gäste ihrerseits sind ebenfalls hoch motiviert und wollen den zweiten Sieg in Folge unter Lippi einfahren. Mit dem Sieg gegen die Republik Korea haben sie zumindest ihre Hoffnung am Leben gehalten. Mit einem weiteren Erfolg wären sie wieder voll und ganz im Rennen und zumindest Platz drei wäre ein realistisches Ziel. Die Iraner gehen allerdings mit einem klaren psychologischen Vorteil in die Partie: In den bislang 21 Spielen gab es elf Siege für Iran und sechs Unentschieden. Nach ihrem ersten Sieg in dieser Runde gegen die Koreaner wollen die Chinesen indes in Teheran für eine weitere Überraschung sorgen.

Die weiteren Spiele
Nach der unerwarteten Niederlage gegen die VR China, durch die der Rückstand auf Tabellenführer Iran auf vier Punkte anwuchs, müssen die südkoreanischen Schützlinge von Trainer Uli Stielike gegen Syrien gewinnen, um den zweiten Platz zu verteidigen. Denn die Taeguk Warriors liegen nur noch einen Punkt vor Usbekistan und könnten bei einem Misserfolg vor eigenem Publikum sogar bis auf Platz vier abrutschen. Die Syrer ihrerseits würden mit einem Sieg an ihrem Gegner vorbei ziehen.

Im dritten Spiel in Gruppe A wollen sowohl Gastgeber Usbekistan wie auch Katar nach den jüngsten Niederlagen wieder punkten. Die Usbeken können sich dabei mit einem Blick auf die bisherige Bilanz motivieren: Sie haben aus sieben Duellen fünf Siege und ein Unentschieden geholt. Das Hinspiel gewannen sie knapp mit 1:0. Mit einem Heimsieg würden sie ihren Platz unter den ersten Drei unabhängig von den anderen Ergebnissen verteidigen. Für die Gäste aus Katar zählt indes nur ein Sieg. Usbekistan muss ohne den gesperrten Verteidiger Islom Tukhtakhodjaev auskommen, während Katar auf den ebenfalls gesperrten Mittelfeldspieler Boualem Khoukhi verzichten muss.

In Gruppe B wollen sich die beiden führenden Teams Saudiarabien und Japan mit Siegen gegen Irak und Thailand weiter absetzen. Die Japaner haben gegen Thailand die klar bessere Bilanz vorzuweisen. Von den 18 Spielen gegen Thailand haben die Samurai Blue 14 gewonnen. Die Schützlinge von Vahid Halilhodzic setzten sich auch im Hinspiel in Bangkok durch und gehen erneut als hoher Favorit in die Partie. Den Gästen fehlt ihr gesperrter Kapitän Theerathon Bunmathan. Bei einer Niederlage und einem gleichzeitigen Sieg oder Unentschieden Australiens wäre Thailand als erstes Team endgültig aus dem Rennen.

Saudiarabien liegt nur aufgrund der besseren Tordifferenz vor Japan. Um die Tabellenführung sicher zu verteidigen, muss also ein Sieg gegen Irak her. Die Iraker haben zwar das Hinspiel knapp verloren, doch in der Bilanz der 32 Duelle liegen sie mit 15 zu neun Siegen vorn. Australien wiederum will nach vier Unentschieden in Folge endlich wieder einen Sieg einfahren. Die Gäste aus den Vereinigten Arabischen Emiraten haben gute Erinnerungen an Sydney, wo sie beim AFC Asien-Pokal 2015 einen unvergesslichen Sieg gegen Japan landen konnten. Noch steht nicht fest, ob Tim Cahill spielen wird, der bei Australiens Hinspielsieg in Abu Dhabi das einzige Tor erzielt hatte.

Der Spieler im Fokus
Die Republik Korea vertraut auf die Torgefährlichkeit von Stürmer Son Heungmin, der das Team im Heimspiel gegen Syrien wieder in die Erfolgsspur schießen soll. Der 24-jährige Flügelspieler von Tottenham Hotspur hat sich in der bisherigen WM-Qualifikation zu einer Art Glücksbringer der Taeguk Warriors gemausert. Nicht zuletzt dank seiner dynamischen Führungsrolle gewannen die Südkoreaner zum Auftakt der dritten Runde mit 3:2 gegen die VR China. Doch ohne den Angreifer kam der neunmalige WM-Teilnehmer nicht über ein torloses Unentschieden gegen Syrien hinaus und verlor gar das Rückspiel gegen die Chinesen.

Hätten Sie's gewusst?
Saudiarabien und Irak sind an diesem Spieltag die am besten miteinander vertrauten Gegner. Insgesamt trafen die beiden Teams bereits 32 Mal in Länderspielen aufeinander. Im Gegensatz dazu sind Australien und die Vereinigten Arabischen Emirate erst vier Mal gegeneinander angetreten.

Zitat
"(Marcello) Lippi hat im Fussball schon so ziemlich alles erlebt und wird China ganz sicher zu einer stärkeren und intelligenteren Mannschaft machen. Wir gehen davon aus, dass die Chinesen gut organisiert spielen und in der Defensive kompakt stehen werden. Daher müssen wir geduldig sein und versuchen, ihre Abwehr zu knacken, uns aber gleichzeitig vor gegnerischen Kontern in Acht nehmen."
Carlos Queiroz (Trainer, Iran)

Die Begegnungen des 6. Spieltags:
28. März
Gruppe A:
Republik Korea – Syrien
Iran – China VR
Usbekistan – Katar

Gruppe B:
Saudiarabien – Irak
Australien – Vereinigte Arabische Emirate
Japan – Thailand