• In neun Monaten vom sechsten Platz zur vorzeitigen WM-Qualifikation
  • Neun Siege in neun Spielen
  • Neuer Rekord: Acht Siege in Folge in der WM-Qualifikation


Als Adenor Leonardo Bacchi, besser bekannt als Tite, am 20. Juni 2016 das Amt des brasilianischen Nationaltrainers übernahm, rangierte die Seleção in der Südamerika-Qualifikation auf dem sechsten Platz. Damit war man noch nicht einmal für die Playoff-Runde zur FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™ qualifiziert. Die Fans waren ausgesprochen pessimistisch.

Neun Monate später hat die Canarinha nun (einmal abgesehen vom Gastgeber) als erste Nation das WM-Ticket in der Tasche. Außerdem holten die Brasilianer die olympische Goldmedaille, die ihnen so lange verwehrt geblieben war. Die Stimmung in der Fangemeinde hat sich mittlerweile radikal verändert.

Doch was hat sich in der Ära von Tite, einem, erklärten Bewunderer von Carlo Ancelotti und der brasilianischen Seleção des Jahres 1982, nun eigentlich geändert? Wir analysieren die Faktoren, die in den acht Qualifikationsspielen seit seiner Amtsübernahme zum Erfolg geführt haben.

  • Das Team machte sich seine bevorzugte taktische Formation zu eigen: das 4-1-4-1-System
  • Das Kollektiv wurde gestärkt und die Führungsverantwortung auf mehrere Schultern verteilt: In den acht Partien fungierten sechs unterschiedliche Spieler als Mannschaftskapitäne (Neymar, Miranda, Fernandinho, Dani Alves, Filipe Luis und Renato Augusto).
  • Die Lücken in der Abwehr wurden geschlossen, und das Team hat in dieser Etappe lediglich zwei Gegentreffer kassiert, nämlich beim 2:1 gegen Kolumbien und beim 4:1 gegen Uruguay.
  • Der junge Marquinhos lief im Abwehrzentrum zu Hochform auf und Casemiro im defensiven Mittelfeld.
  • Paulinho präsentierte sich nach zweijähriger Abwesenheit von der Seleção wieder in Bestform.
  • Gabriel Jesús gab sein Debüt in der A-Nationalmannschaft und avancierte alsbald zu einem wichtigen Rädchen im Getriebe.

Tites Philosophie:
"Man hat mich gebeten, Nationaltrainer zu werden, und ich denke, ich kann an dieser Stelle den besten Beitrag leisten, indem ich die Worte in die Tat umsetze, von denen ich mich während meines ganzen Lebens und meiner gesamten Karriere leiten lassen habe: Transparenz, Demokratisierung, Vortrefflichkeit und Modernität."

"Ich zähle zu den Verfechtern einer Fussballphilosophie, die auf gegenseitigem Rückhalt, Teamarbeit, Dreiecksspiel, Passspiel und Kreativität im letzten Spielfelddrittel basiert. Mir macht es nichts aus, ein Team zu haben, das weniger durch Stärke und dafür vielmehr mit Beweglichkeit sowie fließenden und schnellen Übergängen punktet."

Hätten Sie's gewusst?
In den letzten acht WM-Qualifikationsspielen hat Brasilien 24 Treffer erzielt. Neymar mit fünf sowie Gabriel Jesús und Paulinho mit jeweils vier Toren sind für über die Hälfte der Treffer verantwortlich.