Ivan Perisic ist ein guter Bekannter aus seinen Bundesliga-Zeiten bei Borussia Dortmund und dem VfL Wolfsburg. Mittlerweile läuft der Kroate für Inter Mailand auf und sprach mit FIFA Football über seine Jugendzeit sowie Kroatiens WM-Hoffnungen.

"Ich habe mit sechs Jahren angefangen, Fussball zu spielen", erinnert sich Perisic an den Start seiner Karriere bei Hadjuk Split, wo er von 1995 bis 2006 aktiv war. "Ich wollte für die Nationalmannschaft und einen großen Verein auflaufen. Beide Träume sind wahrgeworden, ich spiele für Inter [Mailand] und für Kroatien."

Der mittlerweile 28-jährige Offensivspieler, der über Sochaux und Brügge den Weg zu Borussia Dortmund und dann den VfL Wolfsburg fand, unterstreicht, wie wichtig ihm der Fussball ist. "Das bedeutet mir sehr viel. Als Jugendspieler hatte ich sogar drei Mal die Woche einen Privattrainer. Ich habe alles probiert, um Profi zu werden."

Als sich für ihn im Sommer 2015 die Möglichkeit eröffnete, von Wolfsburg nach Mailand zu wechseln, war der belgische Torschützenkönig von 2010/11 sofort interessiert. "Als ich gehört hatte, dass sie mich wollen, habe ich alles getan, damit ich kommen konnte. Ich fühle mich bei Inter wirklich wohl. Das ist solch ein großer Verein, der vor einigen Jahren die Champions League gewonnen hat." Es ist nicht nur der Verein, der es ihm angetan hat. "Mailand ist eine sehr schöne Stadt, es ist der schönste Ort, in dem ich je gelebt habe." Wer einmal vor dem Mailänder Dom stand, wird verstehen, dass diese Aussage nicht unbedingt eine Herabsetzung jener Städte ist, in denen Perisic bisher gelebt hat.

Für die europäische Königsklasse hat es bei den ruhmreichen Nerazzurri zuletzt zwar nicht gereicht, aber nicht zuletzt auch dank der Offensivstärke von Perisic, die sich 2015/16 in sieben Ligatreffern und mehreren Vorlagen ausdrückte, gelang Inter die Rückkehr in die UEFA Europa League.

"Er ist ein Spieler, den man bemerkt, wenn er den Ball hat. Man kann sehen, dass er immense Qualität hat und seine Geschwindigkeit zu nutzen weiß", lobt Angriffspartner Mauro Icardi den Kroaten, der auch in der laufenden Spielzeit schon wieder auf sieben Ligatore kommt. "Wir spielen richtig gut zusammen, das kann man auch auf dem Platz sehen."

Wie schon bei seinen Stationen in Dortmund und Wolfsburg kommt Perisic auch bei Inter zumeist als Außenstürmer zum Einsatz, fast immer über die linke Seite. So sehr er sich auch in Italien eingelebt hat – eigentlich, so stellt er fest, komme ihm die Bundesliga mehr entgegen als die Serie A: "Sie ist offener und man hat mehr Räume. Das passt besser zu meinem Spielstil. In Italien spielt man taktischer und hat weniger Raum für individuelle Angriffe. Ich sammele aber jeden Tag mehr Erfahrungen."

Nachdem Inter in der Europa League bereits in der Gruppenphase ausgeschieden ist, gilt die Konzentration nun der Liga, in der man aktuell erneut Vierter ist, und natürlich der Qualifikation zur FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2018™ mit seinem Heimatland. In der Gruppe I, in der es keinen klaren Favoriten zu geben scheint, führt Kroatien nach Spielen gegen die Türkei (1:1), Kosov (6:0), Finnland (1:0) und Island (2:0) ungeschlagen das Klassement an. "In unserer Gruppe sind sechs Teams, alle sind gut und es wird nicht einfach. Wir müssen uns in jedem Spiel konzentrieren."

Angetrieben wird Perisic bei seinem Traum von der WM 2018 auch von den Erinnerungen an das Turnier in Frankreich 1998, als Kroatien sensationell Dritter wurde. "Sie haben unglaublichen Fussball gespielt. Ich war erst neun Jahre alt, habe aber jedes Spiel dieser WM gesehen. Das werde ich nie vergessen." Davor Suker und Robert Prosinecki waren die Vorbilder von Perisic – vielleicht kann dieser nun mit einer erfolgreichen WM-Teilnahme zum Beispiel für eine neue Generation kroatischer Spitzenspieler werden.