• Hinspiel in Belfast endete 1:0 für die Schweiz
  • Unterschiedliche Spielphilosophien
  • Donnerstags-Partie als Blaupause

Zehn von elf Ausscheidungsspielen hat die Schweiz gewonnen – und ist immer noch nicht für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™ qualifiziert. Nach dem 1:0 im Playoff-Hinspiel in Nordirland steht nun am Sonntag der letzte Schritt an. 

FIFA.com hat aufgepasst und notiert, was die Nati tun muss, damit man am Ende nach Russland fahren darf.

Wieder das Spiel kontrollieren
In Belfast prallten zwei unterschiedliche Spielphilosophien aufeinander: Die Schweiz verzeichnet bei ihren Spielen in der Regel rund 60 Prozent Ballbesitz, die Nordiren etwa 40 Prozent. Die Elf von Vladimir Petkovic schaffte es, Ball und Gegner so laufen zu lassen, dass sich die Heimmannschaft keinen einzigen Schuss auf das Tor erarbeiten konnte. "Wir dominierten während 70, 80 Minuten. Leider machten wir nicht mehrere Tore, um mit einem beruhigenderen Vorsprung nach Hause zu reisen", sagte der Nati-Coach. Was uns zum nächsten Punkt bringt.

Effizienter vor dem Kasten werden
Viel Ballbesitz ist toll. Den aber auch zu Toren zu nutzen ist letztendlich der Sinn der Sache. Daran hapert es bei den Eidgenossen schon länger, wie Granit Xhaka auch kürzlich im Interview einräumte: "Wir könnten noch kaltblütiger sein."

Das Sturm-Problem: Haris Seferovic, der in Nordirland startete, traf in den letzten 16 Länderspielen nur vier Mal. Breel Embolo (Schalke 04) und Admir Mehmedi (Bayer Leverkusen) stecken auf Vereinsebene im Formloch.

  • Statistik
  • Fünf Duelle bisher, je zwei Siege und ein Remis
  • Wer das Hinspiel zuhause verlor, ist in den UEFA-Playoffs noch nie weitergekommen
  • Die Schweiz hat die letzten sieben Pflichtspiele zuhause gewonnen
  • Nordirland hat die drei letzten WM-Qualifikationsspiele verloren
  • In der Schweiz konnte man noch nie gewinnen

Konter unterbinden, Räume ausnutzen
"Gegen Aserbeidschan hatten wir hier 36 Prozent Ballbesitz, gewannen aber 4:0", sagte Nordirlands Trainer Michael O'Neill vor dem Hinspiel. Das macht klar, dass seine Elf vor allem auf schnelles Umschalten setzt, was die Schweizer auswärts fast in Perfektion verhindert haben.

Petkovic erklärt wie: "Wir haben ähnlich gespielt, wie es Deutschland in Belfast getan hat. Wichtig war, dass wir hoch gepresst haben. Damit haben wir verhindert, dass die Nordiren ihre bevorzugten langen Bälle spielen konnten."

Zwar hatte Elfmeter-Torschütze Ricardo Rodriguez nach dem Spiel noch gesagt, dass die Nordiren nun in Basel kommen müssen, doch grundsätzlich werden beide Teams ihre Spielanlagen nicht verändern. In der Schlussphase des Hinspiels gab es aber durchaus mehr Räume für die Schweizer – diese sollten sie nun besser nutzen.

Wieder die Härte annehmen
"Hat die Schweiz Angst vor dieser Härte, dann hat sie einiges verloren. Und sie darf nicht vergessen, bei allen Diskussionen, man müsse kämpferisch bereit sein, dass man die Lösungen spielerisch sucht", hatte Urs Siegenthaler, Schweizer Chefanalytiker für die deutsche Nationalmannschaft, vorher in einem Blick-Interview erklärt.

Es scheint, dass das Nati-Trainerteam zur selben Überzeugung kam: Direkt in der Anfangsphase gab es Gelb für Fabian Schär nach einem harten Zweikampf. "Wir haben Signale gesetzt, dass wir anwesend sind. Bei den Kopfbällen, im Zweikampf, mit Tacklings", fand Petkovic. Da sich die Spieler in Rot und Weiß körperlich zu behaupten wussten, konnten sie ihre spielerischen Vorteile ausnutzen – eine Grundvoraussetzung auch für ein erfolgreiches Rückspiel.