• Marokko, Senegal und Tunesien feiern WM-Rückkehr
  • Sie folgen den vorzeitig qualifizierten Teams aus Ägypten und Nigeria
  • Elfenbeinküste scheitert nach Heimniederlage

TAGESRÜCKBLICK - An einem spannenden letzten Spieltag der Afrika-Qualifikation zur FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™ sicherten sich Marokko, Senegal und Tunesien die letzten WM-Tickets. Sie gesellen sich zu den vorzeitig qualifizierten Teams aus Ägypten und Nigeria.

In den letzten beiden kontinentalen Vorausscheidungen hatten sich jeweils die fünf gleichen Vertreter für die WM-Endrunde qualifiziert. In der Auflage von 2018 kommt es nun zur triumphalen Rückkehr einiger Teams, die lange auf diesen Tag gewartet haben. Nur Nigeria ist erneut dabei, während Ägypten seit 1990, Marokko seit 1998, Senegal seit 2002 und Tunesien seit 2006 von einem erneuten Auftritt beim weltweiten Gipfeltreffen geträumt haben.

FIFA.com fasst das Geschehen in der anspruchsvollen dritten Runde der Afrika-Qualifikation zusammen, in der nur den fünf Gruppensiegern ein Ticket nach Russland vorbehalten war.

Das Topspiel
Elfenbeinküste - Marokko 0:2

Das bis zum Bersten gefüllte Felix-Houphouet-Boigny-Stadion in Abidjan hatte sich in einen wahren Hexenkessel verwandelt, um die Elefanten anzufeuern. Denn nur mit einem Sieg hätte sich die Elfenbeinküste die vierte WM-Teilnahme in Folge sichern können. Aber die Atlaslöwen ließen sich nicht beeindrucken. Unter der Leitung von Hervé Renard, der 2015 noch mit den Ivorern den Afrikanischen Nationen-Pokal gewonnen hatte, gelang ihnen gar ein Auswärtssieg, obwohl ein Unentschieden gereicht hätte.

Nachdem die Marokkaner die erste Sturm- und Drangphase der Gastgeber mit einem herausragenden Gervinho überstanden hatten, gingen sie in der 25. Minute in Führung. Nabil Dirar überwand Sylvain Gbohouo mit einem als Hereingabe für Hakim Ziyech gedachten Ball, der am getäuschten Keeper vorbei ins Tor segelte.  Ein Schock für die Ivorer, der ihnen für einen Moment die Konzentration raubte, so dass Mehdi Benatia nach einem Eckstoß nur fünf Minuten später auf 2:0 erhöhte. So effizient, wie die Nordafrikaner im Angriff agierten, verteidigten sie anschließend die Führung bis zum Schlusspfiff.

Die wichtigsten Ereignisse
Gruppe A
Tunesien benötigte im Heimspiel gegen das bereits ausgeschiedene Libyen nur einen Punkt, um sich zu qualifizieren. Aber die Aufgabe erwies sich als schwerer, als gedacht. Mit Mühe zitterten sich die Adler von Karthago zu einem torlosen Unentschieden. Ein Tor der Libyer hätte verhängnisvoll sein können, da gleichzeitig Kongo DR einen 3:1-Erfolg gegen Guinea errang.

Gruppe B
Für das bereits qualifizierte Nigeria war die letzte Partie schon das erste Vorbereitungsspiel für Russland. Selbst ohne zahlreiche Leistungsträger sah es für die Super Eagles gegen Algerien lange nach einem Erfolg aus, aber in der Schlussphase glich Yacine Brahimi per Elfmeter den Führungstreffer durch John Ogu aus (1:1). Auch Kamerun konnte gegen Sambia erst in letzter Minute dank eines Treffers durch den Verteidiger Yaya Banana eine Niederlage abwenden (2:2).

Gruppe C
Im Schatten des Gruppenfinales, in dem sich Marokko in der Elfenbeinküste durchsetzte, verlief die zweite Partie zwischen Gabun und Mali zum Leidwesen der in Franceville anwesenden Fans ereignis- und torlos.

Gruppe D
Das Wiederholungsspiel zwischen Südafrika und Senegal hätte in dieser Gruppe erneut für Spannung sorgen können. Wenn die Bafana Bafana einen Sieg gelandet hätten, wären sowohl Burkina Faso als auch Kap Verde wieder im Rennen gewesen. Aber die Löwen von Teranga machten mit einem Sieg in Polokwane alles klar. Ein Treffer durch Diafra Sakho in der Anfangsphase und ein Eigentor von Thamsanqa Mkhize bescherten den Senegalesen die Rückkehr auf die weltweite Bühne, 16 Jahre nach ihrem formidablen Auftritt bei der WM 2002. Das Rückspiel in Senegal wird nun dazu dienen, die Qualifikation vor den einheimischen Fans zu feiern, während es für die Burkiner und Kap-Verdier nur noch um die Ehre geht.

Gruppe E
Wie für die Nigerianer diente der letzte Gruppenspieltag auch für Ägypten bereits der WM-Vorbereitung. In der Partie gegen das rundum erneuerte Team aus Ghana kamen die Pharaonen dank eines Treffers durch Shikabala zu einem 1:1. Auch Kongo und Uganda trennten sich nach zwei Toren innerhalb von zwei Minuten unentschieden. Den Führungstreffer des Kongolesen Marvin Baudry in der zehnten Minute beantwortete postwendend Milton Karisa im folgenden Angriff.

Zitat
"Wir hatten nicht vor, uns hier mit elf Mann hinten reinzustellen. Die Spieler haben ein hervorragendes Spiel gemacht. Sie waren vom Anfang bis zum Ende in den Zweikämpfen da, und das ist keine Kleinigkeit, wenn man sich die Liste der ivorischen Spieler ansieht. Die Solidarität hat den Unterschied gemacht."
Hervé Renard (Trainer, Marokko)