• Torloses Remis gegen England in Wembley
  • Es folgen hochkarätige Spiele gegen weitere Ex-Weltmeister
  • "Bringt uns persönlich und als Mannschaft weiter"

Die Idee ist klar: Nur die größten Namen und stärksten Gegner sind gut genug, um die deutsche Nationalmannschaft auf die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™ vorzubereiten und herauszufinden, welche Spieler dem Unternehmen Titelverteidigung gewachsen sind.

"Wir hatten in den vergangenen anderthalb, zwei Jahren in der Qualifikation nicht das ganz, ganz hohe Niveau", sagte Joachim Löw über die anstehenden Testspiele und unterstrich noch einmal, wie wichtig ihm diese Herausforderung ist, um "allerhöchsten Anforderungen" gerecht zu werden.

Das letzte Mal, dass ein Weltmeister seinen Titel verteidigen konnte, war Brasilien 1962 in Chile. Mehr als ein halbes Jahrhundert ist das her und die Weltspitze ist seitdem deutlich dichter zusammengerückt. Was die sportliche Leitung der Nationalmannschaft nicht davon abhält, alles dafür zu tun, dass die Mannschaft bestens auf dieses schwierige Unterfangen vorbereitet wird.

"Deutschland ist der Favorit. Aber bei einer WM kann viel passieren. Jeder will uns da oben runterholen – und jeder Gegner hat das Zeug dazu. Der Druck wird höher sein als in Brasilien. Wir müssen ihn annehmen", so Löw.

  • Deutschlands Testspiele
  • England (10. November 2017 in London) 0:0
  • Frankreich (14. November 2017 in Köln)
  • Spanien (23. März 2017 in Düsseldorf)
  • Brasilien (27. März 2017 in Berlin)

Das Porgramm liest sich also wie ein Who is Who des Weltfussballs. Unterhalb von ehemaligen Weltmeistern macht man es nicht mehr. Die Idee dahinter ist klar: Es soll kein Schlendrian einkehren und gleichzeitig will man sehen, welche Spieler noch in der Verfassung von 2014 sind oder welche neuen Akteure jetzt schon auf dem angesprochenen Niveau sind, um eventuell den einen oder anderen Brasilien-Helden zu ersetzen.

Englands Entwicklung zeigt in den vergangenen Jahren steil nach oben, nicht umsonst ist man aktuell amtierender U-17- und U-20-Weltmeister, die Franzosen gehören mit ihren herausragenden Talenten in Russland sicher schon zu den Topfavoriten, während Spanien sich in einer schwierigen Qualifikationsgruppe souverän gegen Italien behauptete und die Brasilianer ihren Neuaufbau eindrucksvoll bewältigt haben: Schon Ende März qualifizierte man sich als erstes Team für die WM-Endrunde.

"Bisher gezeigte Leistungen sind kein Freifahrtschein. Jeder Spieler muss sich bewusst sein, was er leisten muss. Das haben wir ihnen gesagt", unterstreicht der Bundestrainer. "Wir wollten diesen Konkurrenzkampf, jetzt dürfen wir uns auch nicht beschweren. Wir brauchen Spieler, die auf Weltklasseniveau kommen - und zwar alle."

Dass das keine leeren Worte sind, zeigt (Ausfälle hin oder her) die Kaderauswahl für die Partien in London und Köln: Es sind 16 Spieler dabei, die in Russland vor einem knappen halben Jahr den FIFA Konföderationen-Pokal gewonnen haben, aber nur noch acht Weltmeister. Der einzige Neuling ist Marcel Halstenberg, der als Linksverteidiger für das England-Spiel gleich in die Startelf rutschen wird.

Klare Worte gibt es auch von Sami Khedira: "Man kann eine Entwicklung erkennen, dass vor einigen Jahren immer wieder Spieler wegen kleinerer Verletzungen abgesagt haben, speziell bei Freundschaftsspielen", so der Mittelfeldspieler. "Das ist jetzt anders. Das sind Spiele, die uns persönlich und als Mannschaft weiterbringen. Man kann auch gegen solche Gegner Dinge ausprobieren. Wir können auf allerhöchstem Niveau Dinge testen, das sehe ich als rein positiv."