• Schweden setzt sich in den Play-offs 1:0 gegen Italien durch
  • Damit ist man erstmals seit Deutschland 2006 wieder qualifiziert
  • Tränen der Freude bei Schwedens Trainer und Kapitän

Die Freude kannte keine Grenzen, nachdem Janne Anderssons Mannschaft in den Playoffs zur FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™ gestern Abend tatsächlich die große Überraschung geschafft hatte.

Mit 1:0 in der Gesamtwertung setzte man sich gegen Italien durch und verdammte den vierfachen Weltmeister erstmals seit sechs Jahrzehnten zum Zusehen. Schweden dagegen kehrt nach den verpassten Endrunden 2010 und 2014 wieder zurück.

Die Bedeutung dieses Sieges war Andersson, dem wenig bekannten Trainer, der sogar ohne den früher allgegenwärtigen Superstar Zlatan Ibrahimovic auskommen musste, sehr wohl bewusst.

"Ich habe ein paar Tränen geweint", bekannte der schwedische Coach. "Schauen sie sich ein paar der Spieler an, für die es wohl die letzte WM-Chance war - und jetzt haben wir es geschafft. Das ist unbeschreiblich. Wir haben heute Abend viele Helden."

Zu den heldenhaftesten Spielern gehörte Andreas Granqvist, Ibrahimvoics Nachfolger als Kapitän, der in der Innenverteidigung ein unglaubliches Spiel hinlegte. Der 32-Jährige, der in Russland für Krasnodar spielt, kann sich nun auf ein WM-Debüt freuen, das für ihn schon in weiter Ferne zu liegen schien.

"Das ist das Größte, was mir je passiert ist", räumte Granqvist ein, der mit dem Abpfiff zu Boden sank und ebenfalls weinte. "Für die Älteren von uns ist das wohl die letzte Chance bei der WM zu spielen, daher macht es uns unglaublich glücklich, unter diesen Umständen dabei zu sein."

Allerdings musste der schwedische Mannschaftsführer einen Preis bezahlen, denn er muss ein Versprechen gegenüber seinen Mitspielern einlösen.

"Ich hatte den Jungs in der Kabine gesagt, dass ich mir eine Glatze schneiden lasse, wenn wir die WM erreichen", berichtete er. "Ich dachte, dass sie sich daran schon nicht mehr erinnern würden, aber John [Guidetti] und ‘Vigge’ [Victor] Lindelof kamen direkt mit dem Rasierer an!"

Obwohl ihm in den Playoffs kein Tor gelang, gehörte auch Stürmer Marcus Berg zu Schwedens Quali-Helden, denn in der Gruppenphase erzielte er acht Treffer.

"Ich bin so stolz auf uns", sagte er dem schwedischen Fernsehen. "Wir haben daran geglaubt, wir wussten, wie stark wir sind. Wir glauben an das, was wir tun und haben uns immer in jeder Situation geholfen."

In einem Spiel, das Italien dominierte, konnte Berg wenig glänzen, schließlich hatten die Schweden nur 25 Prozent Ballbesitz und 4:23 Torschüsse.

"Wir hatten kein Pulver mehr", räumte Andersson ein. "Wir mussten da sitzen und hoffen, dass wir durchhalten. Wir hätten es nicht anders machen können."

Während Schweden die Starspieler vergangener Generationen fehlen, ärgerte sich der Coach über die Idee, dass Ibrahimovic nun ja für die WM sein internationales Karriere-Ende noch einmal überdenken könnte.

"Das ist unglaublich! [Ibrahimovic] spielt seit eineinhalb Jahren nicht mehr für Schweden und wir reden immer noch über ihn", sagte Andersson. "Ich denke, wir müssen über die großartigen Spieler reden, die wir in dieser Mannschaft haben."

"Als Ibrahimovic für uns gespielt hat, haben wir einen anderen Fussball-Stil gespielt. Er hat sich zum Ende seiner Länderspielkarriere entschlossen und ist ein großer Champion, aber wir mussten uns anpassen und haben einen anderen Stil gefunden."