• Am 11. November wird das Luschniki-Stadion in Moskau mit einem Freundschaftsspiel zwischen Russland und Argentinien wiedereröffnet
  • Im Kader der Albiceleste stehen vier Spieler von Zenit Sankt Petersburg
  • Mittelfeldspieler Leandro Paredes hält Lionel Messi für besser als Cristiano Ronaldo

Argentinien spannte seine Fans bis zum letzten Moment auf die Folter und sicherte sich das Ticket erst nach Russland am letzten Spieltag der Südamerika-Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2018™. Dabei bilden immer noch die gleichen Spieler das Rückgrat der Albiceleste, die es auch zur FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™ geschafft hatten, nämlich Sergio Romero, Javier Mascherano, Lionel Messi, Sergio Agüero und Angel Di Maria. Doch der neue Cheftrainer Jorge Sampaoli weiß, dass auch frisches Blut benötigt wird.

Kein Wunder also, dass in seinem Kader für die Freundschaftsspiele gegen Russland und Nigeria im November, die beide im Land des nächsten WM-Gastgebers ausgetragen werden, sechs Akteure unter 25 Jahren zu finden sind, von denen nicht weniger als vier für Zenit Sankt Petersburg spielen. Der russische Spitzenklub hat somit mehr Vertreter in der argentinischen Nationalmannschaft als alle Klubs aus England oder Spanien.

Und so treten die Mittelfeldspieler Matias Kranevitter, Leandro Paredes und Emiliano Rigoni sowie der Verteidiger Emanuel Mammana, der für den verletzten Gabriel Mercado vom FC Sevilla nachnominiert wurde, die relativ kurze Reise von Sankt Petersburg nach Moskau an.

"Wir sind sehr stolz darauf", so Paredes, der wohl bekannteste der vier Akteure, der mehrere Saisons bei AS Rom in Italien absolviert hat. "Dass wir für diese Spiele nominiert wurden, zeigt ja, dass wir Einiges richtig machen. Wir sind alle noch ziemlich jung und wissen, dass wir uns noch weiter entwickeln können. Wir wünschen uns, dass in Zukunft regelmäßig Spieler von Zenit für Argentinien antreten."

Im entscheidenden letzten WM-Qualifikationsspiel gegen Ecuador im Oktober wurde Paredes in der zweiten Halbzeit eingewechselt und hatte so einen Anteil am 3:1-Auswärtssieg der Albiceleste.

"Wir hatten es in der Qualifikation sehr schwer", meinte Paredes im Gespräch mit FIFA.com. "Unser Platz bei der WM war bis zum letzten Spiel fraglich. Gott sei dank haben wir in diesem letzten Spiel einen unglaublich wichtigen Sieg geholt, nach dem wir alle aufatmen konnten. Ich war während der Partie eigentlich ziemlich ruhig. Ich habe versucht, nicht in Panik zu verfallen und so gut wie möglich zu spielen."

Unter Sampaoli hat die Albiceleste bislang sechs Spiele absolviert und davon drei gewonnen. Eine Niederlage gab es unter dem neuen Trainer noch nicht.

"Bei Sampaoli muss man in den Trainingseinheiten alles geben, so als wäre es das letzte Mal, dass man zu einem Spiel antritt", verriet der Mittelfeldspieler von Zenit. "Er schafft es, den Spielern Leidenschaft und Entschlossenheit vermitteln, so dass sie erkennen, wie wichtig ihr Beitrag ist."

Viele Fans sehen in den meisten Spielern des argentinischen Kaders lediglich Wasserträger für Lionel Messi, der mit seinem Hattrick den WM-Traum Argentiniens wahr machte. Darin kann Paredes allerdings auch nichts Falsches erkennen.

"Natürlich sprechen alle immer und stets von Messi", so Paredes. "Und das muss ja auch so sein, schließlich ist er der beste Spieler der Welt! Es bedeutet einen Riesenbonus für Argentinien, dass er für uns spielt. Das ist uns vollkommen klar und wir wissen das zu würdigen. Warum halte ich Messi für besser als Ronaldo? Nun, beide sind spektakuläre Spieler, aber meiner Meinung nach ist Messi noch etwas besser. Sie haben ganz verschiedene körperliche Voraussetzungen. Messi kommt dank seiner geringen Körpergröße und seiner technischen Fähigkeiten in Situationen zurecht, die für Cristiano viel schwieriger wären. Selbst wenn Messi von vier oder fünf Gegnern umringt ist, findet er nicht selten eine Möglichkeit, da herauszukommen, ohne den Ball zu verlieren."

'Die WM in Russland wird wundervoll'
Natürlich haben Messi & Co eine ganze Menge Fragen über das Gastgeberland der nächsten WM an ihre Landsleute.

"Sie fragen uns, wie es uns hier gefällt und wie wir uns eingelebt haben. Und natürlich geht es bei vielen Fragen ums Wetter und darum, wie kalt es ist. Wir sind die einzigen Jungs in der Nationalmannschaft, die so weit im Norden spielen. Über die Weltmeisterschaft sprechen wir eigentlich noch nicht. Das ist noch zu weit weg."

Das Freundschaftsspiel zwischen Russland und Argentinien am 11. November wird ganz besonders interessant, weil mit dieser Partie das Haupt-Stadion der WM 2018, das Luschniki-Stadion in Moskau, nach umfangreichen Modernisierungsmaßnahmen wieder eingeweiht wird.

"Das Luschniki-Stadion ist beeindruckend", findet Paredes. "Es wirkt nach der Renovierung modern und wunderschön. Allerdings finde ich, dass unser Stadion in Sankt Petersburg genau so gut ist. Ich bin sicher, dass die WM in Russland wundervoll wird und unser Heimstadion zu den besten Arenen gehört."

Bei der letzten WM-Auflage schaffte es Argentinien bis ins Finale im Maracanã-Stadion. Zu Tipps und Vorhersagen für die nächste WM lässt sich Paredes allerdings nicht hinreißen.

"Es ist wohl besser, jetzt noch nicht daran zu denken, sondern einfach von Spiel zu Spiel zu gehen", findet er. "Bei der WM wird jedes Spiel ein schweres Spiel. Wir gehen Schritt für Schritt unseren Weg und sehen, wie weit er uns führt."

Zahlen und Fakten zu Leandro Paredes

  • Paredes wurde am 29. Juni 1994 in San Justo geboren, einem Vorort von Buenos Aires
  • Mit den Boca Juniors gewann er die Copa Argentina
  • Seine Karriere im Ausland begann er bei Chievo Verona. Besser bekannt wurde er nach seinem Wechsel zu AS Rom
  • Seinen Durchbruch in der Serie A feierte er im Jahr seiner Ausleihe an den FC Empoli
  • Am 1. Juli 2017 unterzeichnete er einen Vierjahresvertrag bei Zenit Sankt Petersburg
  • Er hat bislang zwei Einsätze für die Nationalmannschaft absoviert. Bei seinem Debüt in einem Freundschaftsspiel gegen Singapur gelang ihm ein Tor (Endstand 6:0)