• Nordirland tritt im Playoff-Duell um die Teilnahme an der WM 2018 gegen die Schweiz an
  • Das Land will es erstmals seit Mexiko 1986 wieder zu einer WM-Endrunde schaffen
  • O'Neill: "Windsor Park spielt eine sehr wichtige Rolle"

Man kann mit Fug und Recht feststellen, dass Windsor Park für Nordirland eine Heimfestung ist. In den vergangenen vier Jahren hat das Team von Trainer Michael O'Neill hier nur ein einziges Pflichtspiel verloren, nämlich das Qualifikationsspiel für Russland 2018™ gegen Deutschland.

Die überaus leidenschaftlichen Fans sorgen im Windsor Park stets für eine überwältigende Atmosphäre, die es den Gästeteams alles andere als leicht macht. Der Verlauf des Hinspiels in Belfast wird nach Meinung O'Neills bereits eine Vorentscheidung darüber bringen, ob es in diesem Playoff-Duell der Europa-Zone Nordirland oder der Schweiz gelingt, sich noch einen Platz bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™ zu sichern.

"Das Spiel im Windsor Park wird überaus wichtig. Dort können die Weichen dafür gestellt werden, ob wir uns für Russland 2018 qualifizieren können", so der Trainer gegenüber FIFA.com. "Die Atmosphäre dort ist fantastisch, die Zuschauer stehen uneingeschränkt hinter dem Team und sorgen für eine Stimmung, die es dem Gegner mehr als schwer macht."

Dass es die Nordiren bis in die Playoff-Runde geschafft haben, ist indes nicht nur der starken Heimform zu verdanken. So brachten sie einen wichtigen Punkt aus der Tschechischen Republik mit nach Hause und feierten in Aserbaidschan sogar einen Sieg durch ein Tor in letzter Minute. Nun haben die Nordiren die Möglichkeit, sich erstmals seit Mexiko 1986 wieder für das größte Fussballturnier der Welt zu qualifizieren. Und das ist keineswegs ein Zufallserfolg.

In der Qualifikation für die UEFA EURO 2016 in Frankreich setzten sie sich als Gruppensieger durch und beim Turnier selbst stießen sie bis in die K.o.-Phase vor. Dann gelang es O'Neills Schützlingen, die starke Form auch in die WM-Qualifikation mitzunehmen.

"Ich finde, wir haben nach dem Verlauf dieser Qualifikation die WM-Teilnahme verdient", meint O'Neill. "Wir waren in einer sehr schweren Gruppe mit Deutschland und sind Zweiter geworden. Nun haben wir die Chance, es über die Playoffs zur WM zu schaffen.

"Es ist mehr als 30 Jahre her, dass Nordirland bei einer WM dabei war. Es wäre wirklich ein fantastischer Erfolg, es wieder dorthin zu schaffen."

Pat Jennings, Sammy McIlroy und Norman Whiteside gehörten dem Team an, das 1986 in Mexiko das bis dato letzte WM-Spiel Nordirlands absolvierte – eine 0:3-Niederlage gegen Brasilien. Somit hat eine ganze Generation nordirischer Fans noch nie eine WM-Teilnahme ihrer Mannschaft erlebt. Der Erfolgshunger ist indes bei niemandem größer als bei den Spielern selbst.

Insbesondere für die älteren Kadermitglieder wie Gareth McAuley, Roy Carroll und Aaron Hughes, die es zusammen auf mehr als 225 Länderspiele bringen und vor der EURO 2016 mehrfach in Qualifikationsturnieren gescheitert waren, wäre Russland 2018 die Gelegenheit, ihre internationale Karriere mit einem Auftritt auf der größten Fussballbühne der Welt zu beenden.

"Diese Spieler haben sich für die EURO 2016 qualifiziert und es dort bis ins Achtelfinale geschafft. Es wäre fantastisch, wenn sie nun die Qualifikation für Russland 2018 folgen lassen könnten", so O'Neill. "Dann könnten sie voller Stolz auf ihre Leistungen auf ihre internationale Karriere zurück blicken. Natürlich werden die Playoff-Spiele sehr schwer. Aber für viele unserer Spieler ist es die letzte Gelegenheit, vielleicht doch noch bei einer WM zu spielen. Das wird einer der Motivationsfaktoren sein, die uns hoffentlich erfolgreich durch die Playoffs bringen."

Das Team ist der Star
Nordirland hat nur 1,8 Millionen Einwohner. Dennoch hat das Land bereits einige unvergessliche Fussballlegenden hervorgebracht, allen voran Danny Blanchflower und George Best. Innerhalb von nur fünf Jahren haben es die Nordiren von Platz 129 in der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste auf Platz 23 geschafft – obgleich es keinen herausragenden Star im Team gibt.

Dieser beeindruckende Aufstieg ist in erster Linie dem intakten Teamgeist zu verdanken, der wohl größten Stärke dieser Mannschaft.

"Wir haben einen ziemlich bescheidenen Kader", meint denn auch O'Neill. "In der nordirischen Mannschaft herrscht der Geist der Bescheidenheit. Aber die Spieler sind bereits seit jungen Jahren zusammen. Entsprechend gut sind unser Teamgeist und unsere Kampfmoral. Wir haben ein paar sehr gute Spieler, doch unsere größte Stärke ist der Zusammenhalt."

Am 9. November in Belfast und am 12. November in Basel geht es für die Spieler, den Trainerstab und natürlich auch für die Fans um alles. Vielleicht gelingt den Nordiren eben dank diesem Zusammenhalt ja erstmals seit Mexiko 1986 wieder die Qualifikation für eine FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™.