• Schluss nach 175 Länderspielen
  • Tränen bei Italiens Rekordnationalspieler
  • "Ich bin traurig, dass meine Nationalmannschaftskarriere so endet"

Das Playoff-Aus Italiens in der Qualifikation zur FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™ gegen Schweden am Montagabend hat zugleich auch das Karriereende im Nationaltrikot eines ganz Großen des runden Leders zur Folge.

Torhüter Gianluigi Buffon verkündete nur wenige Minuten nach Abpfiff in Mailand, dass er seine Laufbahn in der Squadra Azzurra nach 175 Länderspielen beenden wird. "Ich bin traurig, dass meine Nationalmannschaftskarriere so endet", erklärte der 39-Jährige Ausnahmetorhüter unter Tränen im Giuseppe Meazza Stadion.

Buffon gilt gemeinhin auf seiner Position als einer der Besten aller Zeiten und wurde vor wenigen Wochen zum ersten The Best – FIFA-Welttorhüter ausgezeichnet. "Wenn man sich dem Ende der Karriere nähert, denkt man natürlich an all die Erfolge und Rekorde und man erkennt, was für ein Spieler man ist", so Buffon nach der Preisverleihung zu FIFA.com. "Ich bin stolz auf meine 20 Jahre in der italienischen Nationalmannschaft. Es ist schon außergewöhnlich, so lange in einer der wichtigsten Nationalmannschaften zu spielen, die hohe Leistungsbereitschaft zu bewahren und eine so lange Zeit geistig und körperlich stark zu bleiben. Das ist alles andere als alltäglich."

Gianluigi Buffon stand 2014 in Brasilien zum fünften Mal in Folge bei einer FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ zwischen den Pfosten. Nun bleibt ihm die sechste Teilnahme am weltweiten Gipfeltreffen verwehrt, womit er den Rekord von Lothar Matthäus (fünf) übertroffen hätte. 2013 belegte er mit der Squadra Azzurra beim FIFA Konföderationen-Pokal den dritten Platz. Ein Jahr zuvor hatte er bei seiner dritten Teilnahme in Folge an der UEFA EURO den kontinentalen Titel bereits dicht vor Augen gehabt, scheiterte aber im Finale an Spanien. 

Spätestens seit dem Titelgewinn bei der FIFA WM Deutschland 2006™ ist Buffon im italienischen Fussball eine lebende Legende. In seiner Vereinskarriere triumphierte er zunächst mit dem AC Parma je ein Mal im UEFA-Pokal, im nationalen Pokalwettbewerb und im italienischen Supercup. Seit seinem Wechsel zu Juventus Turin gewann er mit dem Klub aus dem Piemont unter anderem acht Meistertitel und fünf Mal den italienischen Supercup. Sein Vertrag bei der Alten Dame läuft noch bis kommenden Sommer.

"Ich schaue nur selten auf meine Vergangenheit zurück, und das war für meine Entwicklung wahrscheinlich sehr wichtig. Ich weiß, was ich geleistet habe und ich habe großen Respekt davor. All diese Erfolge sind in meinem Herzen präsent, aber ich lebe dennoch für die Gegenwart und die Zukunft. Ich ziehe es vor, mich auf die Gegenwart zu konzentrieren. Wenn ich zu sehr an die Vergangenheit denke, stimmt mich das ein wenig traurig, weil ich zählen kann, wie viele Jahre vergangen sind und mich an Gefühle erinnern kann, die ich nie wieder erleben werde. Viele Dinge haben sich verändert, das Alter, die Teamkameraden usw. Ich möchte nicht in all diesen Erinnerungen leben, auch wenn sie für immer ein Teil meiner selbst sind."