• Tunesien feiert WM-Rückkehr nach zwölf Jahren Abwesenheit
  • Torloses Unentschieden reichte zur Qualifikation
  • FIFA.com sprach nach der Partie mit den Spielern

Tunesien wird sich noch lange an den 11. November 2017 erinnern. Das Nationalteam unter Nabil Maaloul qualifizierte sich nach zwölf Jahren des Wartens endlich wieder für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™.

Die Adler von Karthago waren in Frankreich 1998, Korea/Japan 2002 und Deutschland 2006 mit von der Partie gewesen, verpassten indes Südafrika 2010 und Brasilien 2014. Nun werden sie 2018 in Russland dabei sein.

FIFA.com fasst den Parcours des tunesischen Teams in der Qualifikation der Afrika-Zone zusammen und sammelte die Stimmen der Beteiligten nach der letzten Partie.

Immense Freude
Gleich nach dem Abpfiff drehten die Spieler mehrere Ehrenrunden für die Zuschauer, um die Qualifikation ausgiebig zu feiern. Zwölf lange Jahre haben die Fans darauf gewartet, ihr Team wieder auf der weltweiten Bühne zu sehen. Angesichts dessen, was auf dem Spiel stand, kann man sich die Erleichterung vorstellen, die nach dem Schlusspfiff herrschte. Doch die Anspannung machte bald einer großen Freude Platz, und die Helden des Abends feierten ihren Erfolg mit den circa 50.000 Anhängern, die ins Stadion geströmt waren.

Zitate
FIFA.com sprach nach der Begegnung mit den Spielern der tunesischen Auswahl. "Tunesien hat sich lange nicht mehr für die WM qualifiziert, aber nun werden wir dank unser tollen Leistungen wieder bei diesem großen Turnier dabei sein", sagte Wahbi Khazri. "Unsere Landsleute haben lange auf diesen Tag gewartet. Wir haben bei unseren Klubs hart gearbeitet, um dies zu erreichen. Wir sind sehr glücklich über diese Qualifikation, die wir dem tunesischen Volk widmen."

Der Spieler von Rennes ergänzte: "Wir müssen nun bis zur Endrunde an unseren Schwächen arbeiten und unsere Stärken weiter verbessern. Wir haben eine tolle Mannschaft mit talentierten Spielern. Wir dürfen nicht nach Russland reisen, um die zweite Geige zu spielen, sondern müssen uns vornehmen, so weit wie möglich zu kommen."

Für den Verteidiger des ägyptischen Klubs Al Ahly, Ali Maaloul, ist die Qualifikation ein Trost für das verlorene Finale der CAF Champions League gegen Wydad Casablanca: "So ist der Fussball. Mit Al Ahly habe ich vor kurzem ein Finale verloren, und nun erlebe ich die immense Freude, mich mit der Nationalelf für die WM zu qualifizieren. Die Partie gegen Libyen war nicht leicht, aber wir haben das Wichtigste erreicht."

Der Mittelfeldspieler Ghilane Chaalani gehörte zu den tragenden Säulen des Teams bei diesem Erfolg und blickte auf die lange Qualifikation zurück. "Alle Spiele waren schwer. Das gegen Libyen war aber zweifellos das härteste, da wir unter einem enormen Druck standen. Am Ende haben wir den Punkt geholt, der uns gefehlt hat."

Dem pflichtete auch sein Abwehrkollege Hamdi Naguez bei, der fast alle Partien bestritten hat: "Das Spiel gegen Libyen war wegen des großen Drucks nicht leicht. Wir haben viele Chancen vergeben, aber am Ende unser Ziel erreicht. Tunesien ist nach zwölf Jahren Abwesenheit wieder bei der WM. An diesem Abend ist das tunesische Volk glücklich."

"Tunesien hat in der Qualifikation kein einziges Spiel verloren, und ich glaube, das Unentschieden in Kinshasa gegen Kongo DR war der Wendepunkt", fuhr Naguez fort. "Wir sind glücklich, weil wir die WM bestreiten werden. Jeder Fussballer träumt davon, an unserer Stelle zu sein."

Zum Abschluss sprach FIFA.com mit dem Mittelfeldregisseur Amine Ben Amor. "Das ist eine unbeschreibliche Freude, die strahlenden Gesichter aller Tunesier zu sehen. Es ist lange her, dass wir uns für das weltweite Gipfeltreffen qualifiziert haben, aber nach dieser Qualifikation haben wir es uns verdient, dabei zu sein."

Auch der Nationaltrainer Nabil Maaloul teilte die Euphorie: "Glückwunsch an das tunesische Volk für diesen Erfolg. Ich wusste, dass die Partie gegen Libyen schwer werden und der Druck auf uns lasten würde. Das Wichtigste war die Qualifikation. Gegen Guinea hat Tunesien sein wahres Gesicht gezeigt."

Russland im Visier
Nun hoffen alle tunesischen Nationalspieler, sich bei der WM mit den Schwergewichten des weltweiten Fussballs messen zu dürfen. Die Adler von Karthago wollen aber nicht nur Spaß haben, sondern auch zeigen, zu was sie in der Lage sind.

Der Mittelfeldspieler Ghilane Chaalani räumte ein: "Alle wollen gegen Messi spielen." Hamdi Naguez wünschte sich einen anderen Gegner: "Ich hoffe, dass wir in eine Gruppe mit Brasilien gelost werden." Ali Maaloul wiederum hofft auf ein Duell mit dem FIFA-Weltfussballer: "Ich möchte auf Portugal und Cristiano Ronaldo treffen." Amine Ben Amor hingegen war sich mit seinem Mittelfeldkollegen Chaalani einig: "Ich wünsche mir ein Spiel gegen Argentinien und Leo Messi."

Statistik
0 - Tunesien hat in der Qualifikation für Russland 2018 kein einziges Spiel verloren. Die Adler von Karthago blieben in allen sechs Spielen ungeschlagen. Zunächst gelang ein Heimsieg gegen Guinea, anschließend ein Erfolg gegen Libyen in Algerien, bevor zu Hause Kongo DR geschlagen wurde. Daraufhin errang das Team einen wichtigen Auswärtspunkt in Kinshasa und einen souveränen Sieg gegen Guinea. Das Unentschieden gegen Libyen in Radès schließlich bescherte ihnen das Ticket nach Russland.

Hätten Sie's gewusst?
Tunesien ist das einzige Team in der Afrika-Qualifikation für Russland 2018, das von zwei Nationaltrainern geleitet wurde. Die Nordafrikaner starteten unter Henryk Kasperczak in die Vorausscheidung, der später durch Nabil Maaloul ersetzt wurde. Dieser führte Tunesien auf brillante Weise zur WM-Endrunde.