• Die starken Leistungen der Syrer haben die Menschen vereint
  • Al Soma verstärkte mit seiner Rückkehr die Angriffsabteilung
  • Die Syrer bestritten 20 Qualifikationsspiele in 28 Monaten

Syriens Traum von der Teilnahme an der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™ endete in dieser Woche mit der Niederlage im Playoff-Rückspiel gegen Australien auf bittere Weise. Die Socceroos benötigten eine Verlängerung, um sich schließlich durchzusetzen und selbst weiter auf einen Platz in Russland hoffen zu dürfen.

Die Erfolge des syrischen Teams waren für viele ihrer Landsleute, die seit 2011 einen verheerenden Krieg und große Verluste an Menschenleben zu erleiden haben, eine seltene Freude. Die enorme Unterstützung der syrischen Fans für ihre Nationalmannschaft während der gesamten Qualifikation war ein eindeutiger Beleg dafür, dass Fussball das Unmögliche leisten und die Barrieren überwinden kann, die eine Nation trennen.

Trotz der Verbitterung über die Niederlage gegen Australien in der Verlängerung und des Pfostentreffers Omar Al Somas unmittelbar vor Schluss kann Syrien nach dieser hervorragenden Leistung in der WM-Qualifikation optimistisch in die Zukunft blicken. Man hofft, dass die Mannschaft vor Katar 2022 noch besser abschneiden und vielleicht sogar bei der ersten FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ im Nahen Osten dabei sein kann.

Eine traumhafte Reise
Syrien griff in der zweiten Runde ins Geschehen ein und landete zusammen mit Schwergewicht Japan sowie Singapur, Afghanistan und Kambodscha in Gruppe E. Die Syrer gewannen sowohl zu Hause als auch auswärts gegen die drei letztgenannten Teams und mussten sich lediglich Japan in Hin- und Rückspiel geschlagen geben (0:3 in Muscat und 0:5 in Tokio).

Damit zog Syrien als zweitplatziertes Team hinter Japan in die dritte Qualifikationsrunde ein. Dennoch entschied sich der syrische Verband, Trainer Fajr Ibrahim durch Ayman Hakeem zu ersetzen.

In einem Exklusiv-Interview mit FIFA.com im vergangenen Oktober sagte der neue Trainer: "Trotz der schwierigen Umstände in der Heimat können wir es mit Entschlossenheit und Selbstvertrauen schaffen, uns zu qualifizieren. Die Spieler brennen darauf zu zeigen, dass sie in der Lage sind, gute Ergebnisse zu erzielen. Wir sind davon überzeugt, dass wir unseren Weg erfolgreich fortsetzen können."

Hakeem und seine Schützlinge bewiesen, dass sie dieser Aufgabe gewachsen waren und hätten am letzten Spieltag fast die direkte Qualifikation für Russland 2018 geschafft. Am Ende landeten sie indes auf dem dritten Platz und zogen damit in die Playoff-Runde gegen Australien ein. Schließlich hatten zwar die Socceroos das bessere Ende für sich, doch die Syrer hatten eindrucksvoll bewiesen, dass sie mehr als konkurrenzfähig sind.

Wie geht es weiter?
Trotz dieser Enttäuschung schenkte die Nationalmannschaft Millionen Syrern etwas Freude. Die Unterstützung der geeinten Fangemeinde war genau eines der Ziele, die Hakeem und sein Team erreichen wollten.

Nach dem Rückspiel in Australien, das das Ende des Traumes bedeutete, meinte Hakeem: "Unser Team hat etwas ganz Großes erreicht. Wir haben alles getan, um uns für die interkontinentalen Playoffs zu qualifizieren und den Traum bis zur letzten Minute am Leben zu erhalten, in der Hoffnung, dem syrischen Volk etwas Freude zu schenken. Wir haben sie hinter uns vereint, aber leider endete unsere Reise nicht mit dem erhofften Erfolg."

Trotz der gemischten Gefühle dürfen die syrischen Fans stolz sein, denn ihre Mannschaft hat bewiesen, dass sie es auch mit großen Teams aufnehmen und gute Ergebnisse holen kann. Sie müssen nun darauf hoffen, dass es ihre Mannschaft nach neun erfolglosen Versuchen schaffen kann, einen Platz bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Katar 2022™ zu ergattern.

Spieler im Fokus
Nach einer langen Abwesenheit von der Nationalmannschaft wegen der Lage in seinem Heimatland kehrte Omar Al Soma in diesem Jahr zurück, um die Angriffsabteilung des Teams zu verstärken. Der 28-Jährige, der für den saudiarabischen Klub Al-Ahly aus Jeddah spielt, erzielte im Hinspiel gegen Australien den späten Ausgleichstreffer und brachte sein Team im Rückspiel sogar in Führung. Al Soma traf in drei Qualifikationsspielen in Folge und erwies sich damit als einer der besten Stürmer Asiens.

Statistik
20
– So viele Spiele bestritt Syrien in der Qualifikation für Russland 2018. Das Team startete am 11. Juni 2015 in den Wettbewerb und brachte es insgesamt auf neun Siege, fünf Unentschieden und sechs Niederlagen.