• 17. Spieltag der Südamerika-Qualifikation im Rückblick
  • Argentinien muss zittern, Kolumbien & Uruguay so gut wie durch
  • Fünf Tore in den letzten elf Minuten

TAGESRÜCKBLICK - In der Südamerika-Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™ wurden die Karten neu gemischt und die Aura des Unvorhersehbaren und Hochemotionalen, die das Turnier umgibt, wurde noch verstärkt. Bei drei zeitgleich ausgetragenen Spielen fielen in den letzten elf Minuten noch fünf Tore, die das Klassement radikal durcheinandergewürfelt haben.

Kolumbien hatte das WM-Ticket bis kurz vor Schluss praktisch schon in der Tasche. Nun geht es für das Team am letzten Spieltag in Peru um alles oder nichts. Chile war drei Minuten vor Spielende noch außen vor und rückte dann auf den dritten Platz vor, der die direkte WM-Qualifikation bedeuten würde.

Argentinien schaffte zunächst den Sprung vom Playoff-Platz auf einen direkten Qualifikationsplatz und rutschte dann auf Platz sechs ab, der das WM-Aus bedeuten würde – und das einen Spieltag vor Schluss! Die Peruaner wuchsen in Buenos Aires über sich hinaus und kletterten auf den Playoff-Platz.

FIFA.com fasst die Ereignisse des 17. Spieltages für Sie zusammen, an dem Uruguay am Ende am besten dastand. Die Celeste steht an der Schwelle zur Qualifikation und hat den Playoff-Platz bereits sicher.

Die Ergebnisse des 17. Spieltages
5. Oktober
Bolivien – Brasilien 0:0

Venezuela – Uruguay 0:0

Chile – Ecuador 2:1
Kolumbien – Paraguay 1:2
Argentinien – Peru 0:0

Das Topspiel
Kolumbien – Paraguay 1:2
COL: Radamel Falcao (79.); PAR: Oscar Cardozo (89.), Antonio Sanabria (92.)

Nach dem Treffer von Radamel Falcao waren die Fans in Barranquilla schon in Feierstimmung. Elf Minuten vor Schluss waren die Kolumbianer auf der Siegerstraße und die restlichen Ergebnisse stimmten auch. Die zweite WM-Teilnahme in Folge schien perfekt zu sein. Doch dann sorgten Oscar Cardozo und Antonio Sanabria dafür, dass den Kolumbianern das Lachen verging.

Paraguay holte am Ende die drei Punkte und konnte damit drei der letzten fünf Spiele in Kolumbien für sich entscheiden. Das sorgte für Wirbel in der Tabelle und Paraguays Chancen sind wieder gestiegen. Die Paraguayer haben derzeit einen Punkt Rückstand auf den Playoff-Platz. Die Cafeteros müssen nun in Lima mindestens ein Remis erreichen.

Die anderen Spiele
Für Argentinien nimmt das Zittern kein Ende. Die Albiceleste muss nun am letzten Spieltag in Quito gegen Ecuador auf Biegen und Brechen gewinnen, um Chancen auf die WM-Teilnahme zu haben. Den Peruanern gelang es in Buenos Aires hervorragend, die Räume eng zu machen. Die Partie rief Erinnerungen an 1969 wach, als die Bicolor im Stadion der Boca Juniors ebenfalls ein Remis gegen die Albiceleste erreichte, die damit zum ersten und einzigen Mal nicht auf der Weltbühne vertreten war. Der Gastgeber hatte durchaus Chancen, konnte sie jedoch nicht verwerten.

In einer anderen Partie dieses Spieltages, der nichts für Herzkranke war, setzte Chile seinen Sieg in den Schlussminuten noch aufs Spiel. Eduardo Vargas hatte La Roja in der 22. Minute in Führung gebracht, und das Remis der Argentinier kam dem Team zugute. Doch dann erzielte Renato Ibarra in der 82. Minute den Ausgleichstreffer, und damit war Pizzis Mannschaft wieder außen vor. Fünf Minuten vor Schluss markierte Alexis Sánchez dann den Siegtreffer für die Chilenen, der das Team unvermutet auf den dritten Platz katapultierte.

Uruguay hätte in San Cristóbal einen Sieg gebraucht, um das WM-Ticket vorzeitig perfekt zu machen, wollte jedoch mit Blick auf das große Ziel nicht zu viel riskieren. Das Team konnte mit 76 Prozent seine beste Passquote in diesem Wettbewerb verbuchen, ließ es im Angriff jedoch an Tiefe und Durchschlagskraft mangeln. Mit dem Remis hat man aber zumindest den Platz in der Playoff-Runde sicher. Das junge Team Venezuelas ist in dieser Qualifikation bereits chancenlos und sammelt fleißig weiter Spielminuten und Erfahrung für die Vorrunde von Katar 2022.

Brasilien wollte seine hervorragende Bilanz im aktuellen Qualifikationswettbewerb weiter ausbauen, kam jedoch in La Paz über ein torloses Remis nicht hinaus. Die Brasilianer haben dort seit 1985 nicht mehr gewonnen. Dass sie keinen Treffer erzielen konnten, ist vor allem Carlos Lampe zu verdanken. Der Torhüter der Bolivianer lieferte elf Glanzparaden ab und bremste den brasilianischen Sturmlauf damit aus. So viele Paraden hat bei der aktuellen Auflage der Südamerika-Qualifikation noch kein Torhüter abgeliefert. Tite bringt es in seiner Amtszeit nun auf neun Siege und zwei Unentschieden – eine ausgesprochen positive Bilanz.

Der Spieler des Tages
Pedro Gallese (Peru)

Ende August konnte der peruanische Schlussmann die Tränen nicht zurückhalten, als er sich einen Finger der rechten Hand brach. Das Rückspiel am Abend in der Bombonera in Buenos Aires hätte für ihn allerdings kaum besser laufen können. Er gewann zwei Eins-zu-eins-Duelle gegen Darío Benedetto, hielt einen Torschuss von Lucas Biglia, lieferte sich ein grandioses Duell mit Alejandro Gómez und gab seiner Abwehr die nötige Sicherheit, um ein Ergebnis einzufahren, das ein ganzes Land zum Träumen bringt.

Hätten Sie's gewusst?
Paraguay hat in der WM-Qualifikation drei Siege in der Nachspielzeit perfekt gemacht. Zufälligerweise hieß der Gegner zweimal Kolumbien – am heutigen Spieltag und 1989. Der dritte Sieg in der Nachspielzeit gelang 2001 gegen Chile.

Die Statistik
435 
– So viele Minute sind vergangen, seit der letzte argentinische Spieler ein Tor erzielt hat. Den letzten Treffer markierte Lionel Messi per Elfmeter gegen Chile. Es folgten drei Spiele ohne Treffer und ein 1:1 gegen Venezuela. Das Tor war jedoch ein Eigentor des venezolanischen Abwehrspielers Rolf Feltscher.

Das Zitat
"Wir haben wieder getroffen und ein Spiel gewonnen, nach dem wir nun besser dastehen als vorher. Aber noch ist nichts erreicht. Wir müssen weiter kämpfen. Ein letzter Kraftakt ist nötig und wir sind zuversichtlich, dass wir es mit Brasilien aufnehmen können."
Juan Pizzi (Trainer, Chile)