TAGESRÜCKBLICK – Nach den heutigen Spielen in der Europa-Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™ stehen keine neuen WM-Teilnehmer fest. Doch es gab zum Teil dramatische Partien, in denen einige Teams dem großen Ziel noch einen Schritt näher kamen, während für andere das drohende Ausscheiden kaum noch zu verhindern ist.

So kann sich Frankreich am Dienstag mit einem Sieg gegen Belarus qualifizieren, während in Gruppe B der Sieger wie erwartet im Showdown zwischen Portugal und der Schweiz ermittelt wird. Die Niederlande hingegen müssten mit nicht weniger als sieben Toren Vorsprung gegen Schweden gewinnen, um sich zumindest noch in die Playoff-Runde zu retten. Bosnien und Herzegowina kassierte eine bittere Heimniederlage gegen Belgien, die das Team teuer zu stehen kommen könnte.

Das Spiel des Tages
Bosnien-Herzegowina – Belgien 3:4
Auf dem durchgeweichten Spielfeld in Sarajevo entwickelte sich eines der dramatischsten WM-Qualifikationsspiele auf dem Weg nach Russland. Dabei sorgten die äußeren Bedingungen für zahlreiche Fehler auf beiden Seiten. Die Belgier gingen zunächst in Führung, gerieten dann in Rückstand, gingen erneut in Führung, nur um wieder eingeholt zu werden. Schließlich gelang ihnen durch Yannick Carrasco noch der Siegtreffer. Damit ist Belgien seit zwölf Spielen ungeschlagen. Jan Vertonghen, der in der ersten Halbzeit mit einem schweren Fehler ein Gegentor verursachte, zog mit Belgiens Rekordnationalspieler Jan Ceulemans (96 Einsätze) gleich.

Die anderen Partien
Gruppe A
Schweden – Luxemburg 8:0
Belarus – Niederlande 1:3
Bulgarien – Frankreich 0:1

Frankreich verteidigte die Tabellenführung in Gruppe A mit einem hart erkämpften Sieg in Bulgarien, bei dem Blaise Matuidi den einzigen Treffer der Partie erzielte. Die Bulgaren hatten bis dahin noch keine Heimniederlage kassiert. Schweden verbesserte unterdessen seine Position im Kampf um den Playoff-Platz mit einem 8:0-Kantersieg gegen Luxemburg. Mit ihrem höchsten WM-Qualifikationssieg aller Zeiten demotivierten die Skandinavier den direkten Verfolger aus den Niederlanden, der einen erst spät gesicherten 3:1-Sieg aus Belarus mitbrachte. Zumindest rechnerisch darf Oranje auch am letzten Spieltag noch hoffen.

Gruppe B
Färöer – Lettland 0:0
Andorra – Portugal 0:2
Schweiz – Ungarn 5:2

Der erst zur zweiten Halbzeit eingewechselte Cristiano Ronaldo rettete Portugal gegen Andorra vor einer Blamage. Er brachte sein Team nach gut einer Stunde endlich in Führung und spielte zudem die Vorlage zum zweiten Treffer, nach dem sich die verbissen kämpfenden Andorraner kurz vor Schluss geschlagen geben mussten. Tabellenführer mit drei Punkten Vorsprung ist indes weiterhin die Schweiz, die einen überzeugenden 5:2-Heimsieg gegen Ungarn feierte. Steven Zuber steuerte innerhalb von sechs Spielminuten einen Doppelpack bei. Damit haben die Eidgenossen in Gruppe B weiterhin eine makellose Bilanz.

Gruppe H
Bosnien und Herzegowina – Belgien 3:4
Gibraltar – Estland 0:6
Zypern – Griechenland 1:2

In Gruppe H ist Griechenland der große Gewinner des Spieltags. Dank des hart erkämpften Sieges auf Zypern und der gleichzeitigen Heimniederlage Bosnien und Herzegowinas gegen Belgien hat das Team von Trainer Michael Skibbe nun beste Chancen auf den zweiten Platz. Grund zum Jubeln hatte auch Estland, das nie zuvor mehr als zwei Auswärtstore in einem WM-Qualifikationsspiel erzielt hatte und nun gegen Gibraltar gleich sechs Mal traf. Die letzten drei Tore steuerte allesamt Joonas Tamm bei.

Der Spieler des Tages
Marcus Berg
, der bislang oft im Schatten von Zlatan Ibrahimovic stand und sich nur selten als Torschütze profilieren konnte, war bis zum Beginn der Qualifikation für Russland 2018 auf der internationalen Bühne kaum besonders aufgefallen. Doch im Alter von 31 Jahren nutzt er nun seine Chance, endlich Eindruck zu hinterlassen. Im Schnitt erzielte er in jedem bisherigen Qualifikationsspiel ein Tor. Auch beim 8:0-Kantersieg gegen Luxemburg trug er sich in die Torschützenliste ein – und nicht nur ein Mal. Mit zwei Kopfbällen und zwei Rechtschüssen gelangen Berg als erstem Schweden – seit Zlatan, versteht sich – vier Tore in einem Länderspiel.