• Kroatien landete in Gruppe I hinter Island auf Platz 2 und muss in die Playoff-Runde
  • Die Auslosung der Paarungen findet am Dienstag, 17. Oktober, in Zürich statt
  • Kroatien konnte die Playoff-Runde bereits zweimal für sich entscheiden

Der Einzug Kroatiens in die europäische Playoff-Runde war alles andere als entspannt. Die Kroaten hatten die Tabelle der Gruppe fast während der gesamten Qualifikation angeführt, leisteten sich dann allerdings am vorletzten Spieltag einen Fehltritt, der sie teuer zu stehen kommen sollte. Gegen Finnland kamen sie zu Hause über ein Remis nicht hinaus. Nach diesem Ergebnis waren sie gezwungen, das schwierige Auswärtsspiel gegen die Ukraine in Kiew zu gewinnen. Und ein Sieg würde noch nicht einmal die Direktqualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland™ bedeuten, sondern lediglich die Hoffnung am Leben erhalten.

Zu dieser entscheidenden Partie trat Kroatien mit einem neuen Trainer (Zlatko Dalić) und den drei Stars Luka Modrić, Mario Mandžukić und Ivan Rakitić an und meisterte die Herausforderung mit Bravour. Das Team setzte sich in der Ukraine mit 2:0 durch und kann nun mit Optimismus in die Playoff-Runde gehen. So sieht es jedenfalls Ivan Rakitić, der viel Zuversicht ausstrahlt: "Wir wollen in Russland dabei sein."

Schwieriges Umfeld, große Zuversicht
Für Ivan Rakitić sind solche Drucksituationen nichts Neues. Der 29-Jährige hat bereits Weltmeisterschaften, Endspiele der UEFA Champions League und der Europa League sowie entscheidende Spiele der spanischen Liga bestritten. Daher war für ihn auch klar, dass sein Team im schwierigen Umfeld von Kiew gewinnen konnte.

"Wir haben sehr gut gespielt. In der ersten Halbzeit haben die Ukrainer vor eigenem Publikum versucht, uns unter Druck zu setzen, aber wir wussten, dass wir eine gute Chance haben würden, wenn wir diese Phase überstehen. In der zweiten Halbzeit haben wir dann ein gutes Spiel gemacht. Wir haben das Ergebnis verdient und werden nächsten Monat in der Playoff-Runde kämpfen."

Der Mittelfeldspieler des FC Barcelona ist nicht der einzige im Team, der Erfahrung mit großen Entscheidungsspielen hat. Die Kroaten haben Stars in der Mannschaft, die über die wichtigsten europäischen Ligen verstreut sind, und können im Hinblick auf die Novemberspiele einen beeindruckenden Erfahrungsschatz vorweisen.

"Ob diese Erfahrung eine wichtige Rolle spielt? Aber natürlich! Das macht viel aus! Es ist viel besser, über diese Erfahrung zu verfügen, als nicht darüber zu verfügen [lacht]. In Kiew ging es vor 70.000 Zuschauern um alles oder nichts, und wir haben uns nie aus der Ruhe bringen lassen, weil wir bereits ähnliche Spiele bestritten hatten. Solche Situationen schüchtern uns nicht ein, sondern motivieren uns eher", meint der kroatische Mittelfeldspieler gut gelaunt.

Ein entscheidender Vorteil?
Nach derzeitigem Stand wäre Kroatien bei der Auslosung der europäischen Playoff-Runde am 17. Oktober in Zürich als eines der vier besten Teams gesetzt. Ausschlaggebend dafür ist jedoch die Platzierung in der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste, die am Montag, 16. Oktober veröffentlicht wird.

"Das ist nur wichtig, wenn du dich am Ende auch qualifizierst! [lacht]. Aber ganz im Ernst, wenn du Italien oder die Schweiz als Gegner vermeiden kannst, gehst du natürlich entspannter an die Sache heran. Trotzdem gibt es in beiden Spielen keinen Spielraum für Fehler. Wenn wir weiterkommen, wird das eine gute Nachricht gewesen sein, wenn nicht, dann hat es uns offensichtlich nicht viel genützt."

Der Spieler mit der Rückennummer 7 hat bereits 86 Länderspiele auf dem Buckel und weiß eines ganz genau: Auch wenn sein Team vielleicht als Favorit ins Rennen gehen mag, kann übersteigertes Selbstvertrauen tödlich sein.

"In der Praxis spielt es keine Rolle, ob man Favorit ist oder nicht", meint er abschließend. "Es kommt darauf an, dass wir uns gründlich vorbereiten und hoch konzentriert spielen – egal, wie der Gegner heißt. Wir wollen in Russland dabei sein, das dürfen wir nie vergessen."

Dem ist nichts hinzuzufügen. Angesichts dieser Zuversicht, Klasse und Erfahrung wünscht sich sicherlich niemand, am nächsten Dienstag den Kroaten zugelost zu werden.