• Lionel Messi war der große Star der argentinischen WM-Qualifikation
  • Sein enormer Einfluss lässt sich an Toren und Punkten ablesen
  • "Jetzt müssen wir uns vorbereiten, um die WM zu gewinnen"

"Am Ende haben wir gesagt, dass wir alle dafür sorgen müssen, das Messi, der beste Spieler der Welt, bei der WM dabei ist."

Seit seiner Amtsübernahme im Juni versucht Jorge Sampaoli die Bedingungen dafür zu schaffen, dass sich Lionel Messi in der argentinischen Nationalmannschaft von seiner besten Seite zeigen kann. Im Vorfeld des Hochdruckspiels in Quito appellierte er auch an das Gefühl. Auf dem Spielfeld war es dann der Spieler mit der Rückennummer zehn, der die Qualifikation der Albiceleste für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™ perfekt machte. Bereits zuvor hatte er unter Beweis gestellt, dass seine Anwesenheit entscheidend ist.

Der Einfluss Messis auf die WM-Qualifikation eines Teams, das an den 18 Spieltagen der Vorrunde von drei unterschiedlichen Trainern betreut wurde, war enorm. Gegen Ecuador drehte er das Spiel, nachdem der Gegner bereits nach 40 Sekunden in Führung gegangen und ganz Argentinien vor Schreck erstarrt war. Er übernahm die Initiative und erzielte drei Treffer. Messi markierte seinen ersten Hattrick bei einer Südamerika-Qualifikation ausgerechnet in der kritischsten Situation seines Landes.

"Wir haben wichtige Chancen ungenutzt verstreichen lassen. Daran waren wir selbst schuld. Wir haben es uns schwer gemacht, und es war nicht leicht, hier zu spielen. Da war die Angst, nicht dabei zu sein, und ich weiß nicht, wie ich in diesem Fall reagiert hätte. Das wäre für Argentinien ein Wahnsinn gewesen. Wir mussten es schaffen, egal wie. Wir konnten nicht zulassen, dass Argentinien nicht dabei ist", erklärte er nach seinem grandiosen Spiel.

Sein enormer Beitrag auf dem Weg Argentiniens nach Russland lässt sich auf unterschiedliche Weise quantifizieren. Zunächst einmal beendete er mit seinem Tor in der elften Minute der Partie gegen Ecuador eine Negativserie von 446 Minuten, in denen es keinem argentinischen Spieler gelungen war, einen Treffer zu erzielen. Der letzte Treffer eines Spielers im argentinischen Trikot war das Elfmetertor am 14. Spieltag gegen Chile, das einen Sieg brachte, der den Spielverlauf auf den Kopf stellte. Der Torschütze? Messi.

Insgesamt erzielte er in den zehn Spielen, in denen er auf dem Platz stand, sieben Treffer. Damit war er hinter dem Uruguayer Edinson Cavani, der 15 Spiele bestritt, zweitbester Torschütze der Südamerika-Qualifikation. Im Laufe des zweijährigen Qualifikationswettbewerbs bekamen mehrere andere argentinische Stürmer mehr oder weniger große Chancen: Gonzalo Higuaín, Sergio Agüero, Lucas Pratto, Lucas Alario, Mauro Icardi und Darío Benedetto versuchten allesamt ihr Glück und erzielten zusammen gerade einmal drei Tore.

Argentinien hatte mit 19 Treffern die schlechteste Torbilanz seit Einführung des Meisterschaftssystems in der Südamerika-Qualifikation in der Vorausscheidung zur WM 1998 in Frankreich zu verzeichnen. Damit hatte die Albiceleste von den vier für Russland qualifizierten Teams die geringste Trefferanzahl auf dem Konto. Messi verpasste aufgrund von Verletzungen oder Sperren acht Partien. Mit ihm auf dem Platz holte das Team 21 der insgesamt 28 Punkte, mit denen es den dritten Platz perfekt machte.

Messi in Zahlen

  • Er erzielte sieben Treffer in zehn Partien
  • Gegen Ecuador gelang ihm sein erster Hattrick in einem WM-Qualifikationsspiel
  • Mit ihm auf dem Platz holte Argentinien 75 Prozent seiner Punkte

"Es gab Trainerwechsel, und es ist immer schwierig, wieder bei null anzufangen und dich auf eine neue Philosophie einzustellen", erklärte Messi. Unter Gerardo Martino, Edgardo Bauza und Sampaoli kamen insgesamt 42 Spieler zum Einsatz. Argentinien bot bei jedem Spiel eine andere Startelf auf.

Nach der erfolgreichen Qualifikation gab es in der argentinischen Kabine wilde Feiern und Gesänge. Das hat man in den letzten Jahren selten gesehen, obwohl das Team amtierender Vizeweltmeister ist und bei der Südamerikameisterschaft ebenfalls zwei Mal den zweiten Platz belegte. Die Erleichterung bei Spielern, Pressevertretern und in der Öffentlichkeit war einfach enorm.

In der Mixed Zone fragte man den euphorischen Messi im Anschluss an die Partie, ob der Sieg in Quito mit einem "Sieg im vierten Finale" nach drei Enttäuschungen in Folge vergleichbar war. Seine Reaktion war schneidend: "Wir haben das getan, was wir tun mussten. Für Argentinien ist die Qualifikation Pflicht – immer. Jetzt müssen wir uns vorbereiten, um die WM zu gewinnen."