• Deutschland und England lösen die Fahrkarte für Russland 2018
  • Dank Robert Lewandowski ist auch Polen fast durch
  • Nordirland steht in den Playoff, Dänemark und Schottland hoffen

ZUSAMMENFASSUNG DES SPIELTAGES – Deutschland und England lösten am vorletzten Gruppenspieltag der europäischen WM-Qualifikation mehr oder minder souverän ihre Fahrkarten nach Russland. Der Weltmeister gewann dabei mit 3:1 in Nordirland, die Engländer mit 1:0 daheim gegen Slowenien.

Polen ist rein rechnerisch noch nicht qualifiziert, machte aber einen Riesenschritt Richtung Endrunde. Nach dem 6:1 in Armenien kann am letzten Spieltag eigentlich nur noch theoretisch etwas schief gehen. Vor dem Heimspiel gegen Montenegro in drei Tagen hat Polen drei Punkte Vorsprung vor Dänemark.

Nordirland steht trotz der Niederlage als Playoff-Teilnehmer fest und auch Dänemark und Schottland haben nach den Ergebnissen vom 5. Oktober gute Chancen, sich den zweiten Platz in ihren Gruppen zu sichern.

Das Spitzenspiel
Nordirland – Deutschland

Ein Punkt hätte Deutschland bereits genügt, aber der amtierende Weltmeister machte auch im vorletzten Spiel der Qualifikation für Russland 2018 keine halben Sachen. Gegen Nordirland, den Zweitplatzierten in Gruppe C, der bislang in den Heimspielen der Qualifikation noch nicht ein Gegentor hatte hinnehmen müssen, setzte sich Deutschland mit 3:1 durch. Es war der neunte Sieg im neunten Spiel für die DFB-Auswahl.

Die Weichen standen dabei schon sehr früh auf Sieg. Knapp zwei Minuten waren erst gespielt, da beförderte Sebastian Rudy den Ball mit einem fulminanten Rechtsschuss genau in den Winkel. Sandro Wagner baute die Führung nach 20 Minuten aus. Damit war die Partie praktisch entschieden. Deutschland verwaltete in der Folge seinen Vorsprung gekonnt und legte in der Schlussphase sogar noch ein weiteres Tor durch Joshua Kimmich nach. Nordirland blieb noch der Ehrentreffer in der Nachspielzeit durch Josh Magennis ... und der Trost, den Playoff-Platz sicher zu haben.

Die Spiele im Einzelnen
Gruppe C

Aserbaidschan – Tschechische Republik 1:2
Nordirland – Deutschland 1:3
San Marino – Norwegen 0:8
In Baku und Serravalle ging es abseits des Spitzenspiels zwischen Nordirland und Deutschland um die Ehre in Gruppe C. Und wie schon im Spiel zwischen der Mannschaft und der Green and White Army waren es stets die Gäste, die gewannen. Die Tschechische Republik siegte mit 2:1 in Aserbaidschan und schob sich damit auf Platz drei in der Gruppe, den vor der Begegnung just der Gegner des Abends innegehabt hatte. Norwegen machte derweil nicht viel Federlesens und schenkte San Marino acht Tore ein – so viele, wie die Skandinavier in den acht Partien zuvor insgesamt geschossen hatten.

Gruppe E
Armenien – Polen 1:6
Montenegro – Dänemark 0:1
Rumänien – Kasachstan 3:1

Polen hat es fast geschafft. Der 6:1-Kantersieg gegen Armenien war zugleich neuer Rekord in einem WM-Qualifikationsspiel für das Land und ein großer Schritt Richtung Russland, konnte Polen doch seine Führung in Gruppe E festigen. Wenn es zwischen Montenegro und Dänemark keinen Sieger gegeben hätte, wären schon jetzt die letzten Zweifel beseitigt. Aber Christian Eriksen (viertes Tor im vierten Spiel in Folge) hatte etwas dagegen. Die Skandinavier verbesserten damit ihre eigenen Chancen auf eine Qualifikation zumindest über den Umweg der Playoffs. Im Tabellenkeller setzte sich Rumänien gegen Kasachstan durch, das abgeschlagen Letzter ist.

Gruppe F
England – Slowenien 1:0
Malta – Litauen 1:1
Schottland – Slowakei 1:0

England machte sich das Leben lange selbst schwer. Es dauerte bis kurz vor Schluss, bis die Zuschauer im Wembley-Stadion schließlich doch noch jubeln konnten. Erst in der Nachspielzeit erzielte Harry Kane das erlösende Tor. Zuvor hatte der slowenische Schlussmann Jan Oblak die Briten noch mit einer Glanzparade nach der anderen zur Verzweiflung getrieben. Auch beim Nachbarn Schottland war der Spielverlauf frappierend ähnlich. Die Mannschaft von Gordon Strachan berannte lange das Tor von Martin Dubravka, dem Torhüter der nach der Roten Karte für Robert Mak früh in Unterzahl geratenen Slowakei. Am Ende war es ausgerechnet ein Eigentor von Martin Skrtel, das die Entscheidung für die Hausherren brachte. Schottland belegt damit hinter seinem großen britischen Rivalen den Playoff-Rang. Im für die Qualifikation bedeutungslosen Spiel zwischen Malta und Litauen neutralisierten sich beide Mannschaften beim 1:1 in La Valetta.

Spieler im Fokus
Robert Lewandowski (POL)

Dreifachtorschütze Robert Lewandowski hat mal wieder Geschichte geschrieben. Mit seinen Länderspieltoren Nummer 48, 49 und 50 ist er jetzt Rekordtorschütze der polnischen Nationalmannschaft und hat zwei Treffer mehr auf dem Konto als sein Vorgänger Włodzimierz Lubański, der es von 1963 bis 1980 auf 48 Länderspieltore brachte. Mit seinem Dreierpack hat sich der Stürmer von Bayern München außerdem in der europäischen Torjägerliste vor Cristiano Ronaldo geschoben. Der Portugiese hat 14 Tore auf dem Konto stehen, Lewandowski nun 15.

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