• Deutschland siegt in Nordirland mit 3:1
  • Sebastian Rudy, Sandro Wagner und Joshua Kimmich treffen für den Titelverteidiger
  • England qualifiziert sich in der Nachspielzeit durch Kane

Während vor dem Anpfiff des deutschen Spiels klar war, dass Nordirland nichts zu verlieren hatte (Rang zwei und die Play-off-Teilnahme waren bereits im Vorfeld gesichert), wusste die DFB-Elf ebenso, dass ein Remis genügen würde, um das Ticket nach Russland zu buchen. Eine gute Ausgangslage, zumal Deutschland in der WM-Qualifikation noch niemals ein Auswärtsspiel verloren hat – eine Serie, die mittlerweile 83 Jahre überdauert.

Wie zu erwarten war, spielte der amtierende Weltmeister keinesfalls auf ein Unentschieden, sondern übernahm von Beginn an die Initiative. Lohn dafür war nach wenig mehr als einer Minute bereits die Führung, als Sebastian Rudy den Ball mit einem beherzten Schuss ins Kreuzeck platzierte. Das 2:0 für die Gäste folgte dann nach 21 Minuten: Sandro Wagner drehte sich um seinen Gegenspieler herum und erhöhte von der Strafraumgrenze aus. Kurz vor der Halbzeit vergab Corry Evans aus kürzester Distanz die große Chance zum Anschluss, als er etwas überraschend zum Abschluss kam, aber an Marc-André ter Stegen scheiterte.

Nach der Pause kamen zwei Dinge zusammen: Die Gastgeber traten beherzter auf, stellten von Fünfer- auf Viererabwehr um und versuchten sich nun öfter im Vorwärtsgang, während Deutschland das Spiel eher verwaltete und nur selten schnell in die durchaus vorhandenen Räume vorstieß. Es dauerte aber bis eine knappe Viertelstunde vor Schluss, ehe sich der eingewechselte Connor Washington stark durchsetzte, mit seinem Abschluss aber an der Latte scheiterte. Aus spitzem Winkel erhöhte Joshua Kimmich (86.) auf 3:0, doch schon in der Nachspielzeit gelang Nordirland durch Josh Magennis der verdiente Ehrentreffer zum 3:1-Endstand.

Auch England konnte sich am Dienstagabend über die vorzeitige Qualifikation freuen. Vor dem Heimspiel in Wembley war klar, dass ein Sieg gegen Slowenien auf jeden Fall reichen würde. Der Weltmeister von 1966 tat sich allerdings lange schwer gegen disziplinierte Gäste.

Doch die Three Lions haben schon mehrfach in dieser Runde spät getroffen: drei Tore gegen Spielende brachten England in der WM-Qualifikation bisher fünf wichtige Punkte. In London war es Kapitän Harry Kane, der seiner Elf in der Nachspielzeit nicht nur das einzige Tor sondern auch Planungssicherheit für 2018 bescherte. Für die Engländer ist es das sechste Mal in Folge, dass man an der WM-Endrunde teilnimmt, womit man den eigenen Rekord (aufgestellt 1950 bis 1970) eingestellt hat.