• Esteban Cambiasso bejubelt sein Traumtor bei der WM 2006 in Deutschland
  • Beim 6:0-Kantersieg gegen Serbien und Montenegro schloss der Mittelfeldspieler eine Kombination über 24 Stationen erfolgreich ab
  • Hernan Crespo: "Ich war nie an einem schöneren Tor beteiligt"

In den vergangenen Tagen schien die ganze Welt trotz zahlreicher weiterer entscheidender Spiele in der WM-Qualifikation nur auf Argentinien zu blicken.

Für viele Fussballfans wäre eine WM-Endrunde ohne die Albiceleste kaum vorstellbar. Die Gründe dafür liegen auf der Hand. Schließlich werden die Südamerikaner stets zum Favoritenkreis gezählt, haben den Titel schon zwei Mal gewonnen und haben zudem einen der besten Spieler der Welt in ihren Reihen.

Zudem hat Argentinien schon für zahlreiche unvergessliche WM-Momente gesorgt. Man denkt natürlich sofort an den magischen Alleingang von Diego Maradona im Aztekenstadion, doch auch der Treffer, den Esteban Cambiasso 2006 in Gelsenkirchen erzielte, ist trotz oder gerade wegen seiner völlig anderen Entstehung ebenso denkwürdig.

Der hier im Bild eingefangene Torjubel sagt eigentlich alles. Während Maradona schon fast gewohnheitsmäßig Traumtore produzierte, schien Cambiasso nach seinem Treffer ebenso überrascht und überwältigt zu sein wie die Zuschauer. "Dieses Tor hatte einfach alles", meinte er später: "Geduld und Rhythmus, tolles Passspiel, ein Überraschungsmoment – also Fussballkunst vom Feinsten."

Das Jahrhunderttor Maradonas beweist, welches Potenzial ein herausragender Einzelakteur hat. Der Treffer Cambiassos hingegen unterstreicht eindrucksvoll die Stärke des Kollektivs. Neun der zehn Feldspieler Argentiniens waren an dem Spielzug beteiligt, bei dem der Ball über nicht weniger als 24 Stationen lief. Den letzten der 24 Pässe spielte Hernan Crespo gefühlvoll mit der Hacke genau in den Laufweg Cambiassos, der den fantastischen Spielzug mit seinem linken Fuss vollendete.

Die italienische Gazzetta dello Sport schrieb begeistert von eine "Demonstration perfekter Fussballkunst" und Crespo sprach überwältigt vom "schönsten aller Tore."

"So etwas hatte ich jahrelang nicht gesehen", so der Stürmer nach dem 6:0-Kantersieg Argentiniens gegen Serbien und Montenegro. "Das war fast wie beim Hallenfussball." Ich war nie an einem schöneren Tor beteiligt."

Wer diese Partie gesehen hat, erinnert sich vielleicht auch noch daran, dass ein junger Spieler namens Lionel Messi in diesem Spiel sein WM-Debüt gab. Er traf schon damals für sein Land – und dank seines Hattricks am Dienstag können die Fans in aller Welt nun darauf hoffen, auch im kommenden Jahr in Russland wieder magische Momente der Albiceleste zu erleben.