TAGESRÜCKBLICK - In Europa wurden am 10. Oktober mit Frankreich und Portugal die letzten zwei von insgesamt neun Gruppensiegern ermittelt, die gemeinsam mit Russland das bisher feststehende europäische Kontingent bei der Endrunde der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2018™ bilden. Schweden, Griechenland und die Schweiz schlossen ihre Gruppen auf Rang zwei ab.

Als Gruppensieger der Europa-Qualifikation direkt bei der WM-Endrunde dabei
Frankreich, Portugal, Deutschland, Serbien, Polen, England, Spanien, Belgien, Island

Als Gruppenzweiter für die Play-offs (November 2017, Hin- und Rückspiel, vier weitere WM-Teilnehmer) qualifiziert
Schweiz, Italien, Dänemark, Kroatien, Schweden, Griechenland, Nordirland, Republik Irland

Als schlechtester Gruppenzweiter ausgeschieden
Slowakei

Das Topspiel
Portugal - Schweiz 2:0
So oder so war klar, dass der Abend für eine der beiden Mannschaften übel enden würde – entweder würde der Europameister nicht direkt zur WM fahren, oder die Mannschaft, die neun Siege hintereinander eingefahren hatte, würde am letzten Spieltag das direkte WM-Ticket verspielen. Und genau so kam es dann auch für die Schweiz: 27 Punkte, die beste WM-Qualifikation jemals gespielt, und am Ende doch nicht direkt qualifiziert. Zu einem Zeitpunkt, als man Portugal, das ja einen Sieg brauchte, eigentlich gut im Griff hatte, beförderte Johan Djourou den Ball kurz vor der Pause ins eigene Netz. Nach dem Seitenwechsel fehlte es den Eidgenossen an klaren Chancen auf den so wichtigen Ausgleich, ehe ein guter Spielzug des Europameisters die Vorentscheidung durch Andre Silva (57.) brachte.

Die wichtigsten Ereignisse
Gruppe A
Frankreich - Belarus 2:1
Niederlande - Schweden
2:0
Luxemburg - Bulgarien
1:1
Die Ausgangslage war klar: Schweden musste Frankreichs Ergebnis gegen Belarus toppen, um noch Erster zu werden und durfte nicht mit mehr als sechs Toren Differenz in der Niederlande verlieren, um Platz zwei nicht mehr zu gefährden. Die Franzosen taten sich beim 2:1-Heimsieg gegen Belarus zwar schwerer als erwartet, doch da die Schweden in Amsterdam noch vor dem Seitenwechsel erst 0:1 und dann 0:2 hinten lagen, dürfte sich die Nervosität in Saint-Denis in Grenzen gehalten haben.

Luxemburg lag zuhause gegen Bulgarien lange auf Siegkurs, da man schon seit der dritten Minuten durch Olivier Thill geführt hatte, ehe Ivaylo Chochev (68.) noch für eine Punkteteilung sorgte.

Gruppe B
Portugal - Schweiz 2:0
Ungarn - Färöer
1:0
Lettland
- Andorra 4:0
Portugal und die Schweiz spielten die für die WM-Endrunde notwendige Entscheidung um Platz eins und zwei in Lissabon direkt aus, so dass die anderen Partien dadurch naturgemäß in den Hintergrund traten. Lettland konnte Andorra durch einen klaren Heimsieg auch punktemäßig distanzieren und belegt am Ende Platz fünf, während Ungarn lange und hart arbeiten musste, ehe der 1:0-Erfolg gegen die Färöer durch ein spätes Tor des zur Pause eingewechselten Daniel Bode (81.) gesichert war.

Gruppe H
Griechenland - Gibraltar 4:0
Estland - Bosnien und Herzegowina 1:2
Belgien - Zypern 4:0

Belgien hatte sich schon vor einigen Wochen als erste europäische Mannschaft sportlich qualifiziert und durfte sich beim Heimsieg gegen Zypern (Doppelpack von Eden Hazard) über einen gelungenen Abschluss freuen. Mit 43 Treffern hat man den von Deutschland am Sonntag erst aufgestellten Europa-Rekord für eine WM-Qualifikation eingestellt.

Das Rennen um Platz zwei wurde sogar noch einmal spannend: Zwar hatte fast jeder erwartet, dass Griechenland zuhause gegen Gibraltar siegen und damit Rang zwei zementieren würde, doch in Piräus dauerte es über eine halbe Stunde, bis die Griechen durch Vasileios Torosidis 1:0 in Front lagen und über eine Stunde, bis Konstantinos Mitroglou (61./63.) mit einem Doppelpack alles klarmachte. Da half es Bosniern und Herzegowinern am Ende auch nicht mehr wirklich, dass man durch zwei Treffer von Izet Hajrovic (48./84.) in Estland die erhofften drei Punkte einfahren konnte.

Der Spieler im Fokus
Arjen Robben (Niederlande)
"Ein so hoher Sieg gegen Schweden, das ist nicht möglich", hatte Arjen Robben vor der Partie gegen die Skandinavier gesagt. Ein Sieg mit sieben Treffern Unterschied wäre nötig gewesen, damit Oranje anstatt Schweden den zweiten Platz der Gruppe A belegt hätte. An Robben hat es nicht gelegen – mit einem Elfmeter und einem Treffer vor der Pause legte er den Grundstein zum niederländischen Heimsieg gegen die Elf von Jan Andersson, der mit 2:0 allerdings viel zu niedrig ausfiel. Nutznießer war höchstens Frankreich, das früh genug wusste, dass Schweden ihnen Platz eins auf keinen Fall mehr streitig machen würde.

Im Anschluss an die Partie beendete Robben nach 96 Länderspielen und 37 Toren seine Oranje-Karriere.

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