Sie hatten einen Libero, der versierter war als ein Stürmer, einen schussstarken Lockenkopf, der spielte, wo er wollte, sowie einen Torjäger mit einem Oberschenkelumfang von 64 Zentimetern. Die Spieler trugen Spitznamen wie der Terrier, die Katze von Anzing, Eisenfuß, der Kaiser und der Bomber der Nation. Die Rede ist natürlich vom Team der Bundesrepublik Deutschland unter Helmut Schön. Die Mannschaft brachte es bei den FIFA Fussball-Weltmeisterschaften™ in England, Mexiko sowie auf heimischem Boden auf einige beeindruckende statistische Werte.

1.980 Minuten absolvierte Uwe Seeler bei Weltmeisterschaften. Nur zwei Spieler brachten es später auf noch mehr Einsatzminuten, und zwar Paolo Maldini (2.220) und Lothar Matthäus (2.052). Der legendäre Spieler aus Hamburg hat insgesamt 21 WM-Einsätze zu verzeichnen und rangiert damit hinter Matthäus (25), Miroslav Klose (24) und Maldini (23) auf Rang vier. Erwähnenswert ist dabei, dass Seeler es auf so viele Einsätze brachte, obwohl die WM seinerzeit nur 16 Teilnehmer hatte.

74 Meter vom Tor kam Helmut Haller 1966 im Auftaktspiel der Bundesrepublik Deutschland an den Ball, startete durch, überquerte das gesamte Spielfeld in Hillsborough, stieß in den schweizerischen Strafraum vor und erzielte das 2:0 für seine Mannschaft. Kein Spieler der WM-Geschichte hatte den Ball jemals in größerer Torentfernung angenommen und dann ein Tor erzielt, ohne ihn zuvor wieder abzugeben.

35 Minuten später als geplant wurde die Partie zwischen Polen und der BR Deutschland angepfiffen, bei der es um einen Platz im Finale der WM 1974 ging. Die Frankfurter Feuerwehr hatte alle Hände voll zu tun, um das wasserdurchtränkte Spielfeld im Waldstadion wieder bespielbar zu machen. Dies war nicht das einzige Spiel der BR Deutschland, was nicht rechtzeitig beginnen konnte. "Ich wollte das Finale gerade anpfeifen, als mir auffiel, dass wir keine Eckfahnen hatten!", so Schiedsrichter Jack Taylor. "Vor den Augen von Millionen von Zuschauern auf der ganzen Welt mussten wir warten, bis ein kleiner Mann zu den einzelnen Spielfeldecken gerannt war und die Fahnen gesteckt hatte."

31 Meter ist die Torentfernung, aus der Paul Breitner im Auftaktspiel der WM 1974 gegen Chile den einzigen Treffer für Deutschland erzielte. Vorausgegangen war ein wunderschöner Spielzug mit zehn Pässen.

7 Tore aus dem Fünfmeterraum ist der WM-Rekord, den Gerd Müller hält. An zweiter Stelle dieser Statistik rangiert sein Landsmann Miroslav Klose mit sechs Treffern, gefolgt von Just Fontaine (Frankreich) und Gary Lineker (England) mit je fünf. Müller erzielte kein einziges seiner 14 WM-Tore von außerhalb es Strafraums, 50 Prozent der Treffer waren Kopfballtore (5) oder Volleyschüsse (2).

6 Wochen nachdem Bernd Hölzenbein und Jürgen Grabowski im Endspiel im Olympiastadion mit weißen Trikots und schwarzen Hosen von adidas aufgelaufen waren, trugen sie in einem weiteren Finale dieselbe Kluft. Das Finale des DFB-Pokals 1973/74 war aufgrund der WM verschoben worden. Hölzenbein, der den Elfmeter für die BR Deutschland herausgeholt hatte, mit dem Paul Breitner den Ausgleichstreffer gegen die Niederlande erzielte, brachte Eintracht Frankfurt in der Verlängerung in Führung, während Grabowski für das späte Kopfballtor von Wolfgang Kraus auflegte, mit dem der 3:1-Sieg gegen den Hamburger SV in Düsseldorf perfekt gemacht wurde.

5 Minuten war Erwin Kremers von einer WM-Teilnahme entfernt. Damit hätten er und sein Bruder Helmut gleichzeitig dafür gesorgt, dass zwei Zwillingspaare an der zehnten Auflage der Weltmeisterschaft teilnehmen (zuvor hatte es noch nie Zwillinge bei der WM gegeben). Fünf Minuten waren im letzten Spiel von Schalke 04 in der Saison 1973/74 noch zu spielen, als der blonde Stürmer sich über Schiedsrichter Max Klauser aufregte und in Rage geriet. Er nannte ihn wiederholt "blöde Sau" und wurde des Feldes verwiesen. Es folgte eine Sperre von 14 Spielen, sodass eine WM-Teilnahme nicht mehr in Frage kam. Sein Zwillingsbruder sowie die niederländischen Zwillinge René und Willy van de Kerkhof nahmen hingegen teil.

5 Tore in der Verlängerung fielen zwischen der BR Deutschland und Italien im Halbfinale der WM 1970. Das ist WM-Rekord. Roberto Boninsegna brachte La Nazionale in der achten Minute in Führung, doch Karl-Heinz Schnellinger erzielte mit einem Volleyschuss in der Nachspielzeit den Ausgleichstreffer. Dies sollte das einzige Tor bleiben, das er in 47 Länderspieleinsätzen erzielte. Erstaunlicherweise war dies das erste von sechs Toren, die innerhalb von 21 Minuten fallen würden. Am Ende besorgte Gianni Rivera 21 Sekunden nach dem Anpfiff der zweiten Halbzeit der Verlängerung den Siegtreffer, nachdem Gerd Müller zuvor erneut für den Ausgleich gesorgt hatte. Beachtlicherweise spielte Franz Beckenbauer die letzte halbe Stunde dieses sogenannten Jahrhundertspiels mit einem Arm in der Schlinge, nachdem er sich gegen Ende der regulären Spielzeit die Schulter ausgekugelt hatte.

4 Tore pro Spiel ist der Durchschnitt, den die Bundesrepublik Deutschland in ihren zwölf Spielen der Weltmeisterschaften 1966 und 1970 zu verzeichnen hatte. Nicht schlecht für eine Mannschaft, die von einem Trainer mit defensiver Ausrichtung betreut wurde. England brachte es im Gegensatz dazu bei denselben Turnieren auf durchschnittlich 2,2 Tore pro Spiel.

3 Minuten schneller als Pelé war Uwe Seeler, als er zum ersten Spieler avancierte, der bei vier Weltmeisterschaften Treffer erzielen konnte. Brasilien und die BR Deutschland starteten 1970 parallel ins Turnier. Die Brasilianer traten im Estadio Jalisco gegen die Tschechoslowakei an, während die BRD im mexikanischen Nou Camp auf Marokko traf.

3 Mal landete Helmut Schön bei der WM unter den ersten Drei und ist der einzige Trainer, dem dies bislang gelungen ist. Er führte die BR Deutschland 1966 zum zweiten Platz, landete mit dem Team vier Jahre später auf Platz drei und gewann 1974 den Weltmeistertitel. Vittorio Pozzo, Carlos Bilardo, Franz Beckenbauer und Mario Zagallo erreichten jeweils zwei Platzierungen unter den ersten Drei.

2 Uhr nachmittags war es, als Schön nach der überraschenden Niederlage der Bundesrepublik Deutschland gegen die Deutsche Demokratische Republik im letzten Gruppenspiel der Vorrunde der WM 1974 endlich aus seinem Hotelzimmer kam. Obwohl die Westdeutschen bereits für die nächste Runde qualifiziert waren und mit diesem Ergebnis in der nächsten Runde ein Zusammentreffen mit Argentinien, dem amtierenden Weltmeister Brasilien und den starken Niederlanden vermieden, war Schön tief bestürzt über die Niederlage gegen das Land, in dem er geboren worden war. Der 58-Jährige tauchte nicht zum Mittagessen mit der Mannschaft auf und ließ die für den Nachmittag angesetzte Pressekonferenz absagen.

2 amtierende Kontinentalmeister haben die WM gewonnen – eine überraschend kleine Gesamtanzahl. Den Anfang machte die Bundesrepublik Deutschland 1974. Später folgte Spanien im Jahr 2010.

1,5 Meter von der Torauslinie war Lothar Emmerich entfernt, als er den Ball bei der WM 1966 gegen Spanien aus einem schier unmöglich erscheinenden Winkel halb volley ins Tor jagte. Manuel Sanchez, der Emmerich damals im Villa Park deckte, beschrieb das Tor später Reportern gegenüber als "den schwierigsten Schuss, den ich je gesehen habe oder jemals sehen werde" – und er war Teamkamerad von Ferenc Puskás bei Real Madrid! Emmerich kam bei der WM 1966 in England vier Mal zum Einsatz, absolvierte jedoch kurioserweise nur ein weiteres Länderspiel.