Katar und die Republik Korea stehen bereits seit einiger Zeit als Teilnehmer an der nächsten Runde der asiatischen WM-Qualifikation fest. An den noch ausstehenden zwei Spieltagen werden weitere sechs Gruppensieger und die vier besten Gruppenzweiten ebenfalls den Sprung in die letzte Runde der Asien-Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™ schaffen.

Dabei treffen in vier der Gruppen die beiden führenden Teams erst am letzten Spieltag aufeinander. Zunächst allerdings müssen diese führenden Teams, nämlich Saudiarabien und die Vereinigten Arabischen Emirate, Australien und Jordanien, Iran und Oman sowie Japan und Syrien am vorletzten Spieltag Ausrutscher vermeiden. Außenseiter Thailand indes kann schon mit einem Unentschieden gegen Irak den Sprung in die nächste Runde schaffen. Andernfalls hat allerdings Irak dank eines Nachholspiels die besseren Chancen auf das direkte Weiterkommen.

FIFA.com blickt voraus auf die 15 Partien am Donnerstag.

Das Top-Spiel
Irak – Thailand

In Asien werden die Thailänder  insbesondere von ihren Fans bewundernd als das ‘Barcelona Asiens’ bezeichnet. Mit ihrem schnellen Kombinationsspiel nach Art der Katalanen haben sie sich zu Hause und auswärts gegen die höher platzierten Vietnamesen durchgesetzt, auch gegen Chinese Taipei sechs Punkte geholt und in Bangkok im Hinspiel gegen Irak zwei späte Treffer zum Ausgleich erzielt. Damit fehlt ihnen nur noch ein Punkt, um in Gruppe F das nicht für möglich gehaltene Weiterkommen zu sichern. Allerdings wird es bestimmt kein leichtes Unterfangen, diesen Punkt im direkten Duell gegen Irak zu holen. Das Spiel findet im benachbarten Iran statt. Doch auch ohne echten Heimvorteil sind die Iraker mit Spielern wie Ali Adnan von Udinese Calcio und dem unverwüstlichen Younis Mahmoud nicht zu unterschätzen. Am letzten Spieltag haben die Iraker dann Vietnam zu Gast. Angesichts dieser Konstellation ist Chanathip Songkrasin, Theerathon Bunmathan und Co. durchaus klar, dass sie aus Teheran etwas Zählbares mitbringen müssen. Wird es ihnen gelingen? Das kann niemand wissen, doch spannend wird es allemal.

Die anderen Spiele
Saudiarabien liegt in Gruppe A drei Punkte vor den Vereinigten Arabischen Emiraten. Gegen die nächsten Gäste aus Malaysia beziehungsweise Palästina haben beide Teams Siege fest eingeplant. Die Saudis wollen indes so hoch wie möglich gewinnen, um aufgrund der dann ebenfalls deutlich besseren Tordifferenz so schon vor dem abschließenden Duell in Abu Dhabi den ersten Platz sicher zu haben.

In Gruppe B ist die Situation ganz ähnlich. Hier treffen Australien und Jordanien, das derzeit zwei Punkte hinter dem Tabellenführer liegt, am letzten Spieltag in Sydney aufeinander. Zunächst allerdings müssen beide ihre Heimspiele gegen Tadschikistan beziehungsweise Bangladesch ohne Unfälle über die Bühne bringen.

In Gruppe C rangiert die VR China zwar drei Punkte hinter dem Tabellenzweiten Hongkong, doch noch haben die Chinesen die Hoffnung auf den zweiten Platz nicht aufgegeben, denn  der WM-Teilnehmer von Korea/Japan 2002 hat noch ein Nachholspiel zu absolvieren und zudem die weitaus bessere Tordifferenz vorzuweisen. Zudem haben die Chinesen schon das Auswärts-Hinspiel auf den Malediven klar mit 3:0 gewonnen, während Hongkong sein letztes Spiel auswärts bei Gruppensieger Katar bestreitet, der mit Abstand torgefährlichsten Mannschaft der Gruppe. Die Chinesen ihrerseits empfangen Katar am letzten Spieltag.

Oman liegt in Gruppe D zwar nur drei Punkte hinter Tabellenführer Iran zurück, den man am letzten Spieltag zu Gast hat, doch angesichts der deutlich schlechteren Tordifferenz ist Oman auf eine Überraschung durch Indien in Teheran angewiesen. Oman selbst empfängt unterdessen in Muscat das Team von Guam.

Japan und Syrien hatten ihre Auswärtspartien gegen Afghanistan beziehungsweise Kambodscha mit 6:0 gewonnen. Entsprechend darf man bei den jeweiligen Rückspielen erneut klare Siege der beiden führenden Teams der Gruppe E erwarten, die damit beide für die nächste Runde qualifiziert wären.

"Wir sind zwar bereits durch, aber wir wollen es mit der vollen Punktzahl und ohne Gegentor schaffen", so Uli Stielike, der Trainer der Republik Korea, vor dem letzten Spiel in Gruppe G. Das hört man Libanons Trainer Miodrag Radulovic gar nicht gern, denn seine Schützlinge müssen im Rennen um einen Platz als einer der besten Gruppenzweiten noch Boden gut machen. Kuwait wird seine beiden letzten Spiele aufgrund der Suspendierung des Mitgliedsverbandes nicht bestreiten.

Usbekistan liegt in Gruppe H nur einen Punkt hinter Tabellenführer Korea DVR, hat aber die bessere Tordifferenz und noch ein Nachholspiel. Im vergangen Monat fuhren die Usbeken in einem Freundschaftsspiel gegen Libanon einen klaren Sieg ein, ihren bereits sechsten in Folge. Auch gegen die Philippinen dürfte das Team kaum Probleme bekommen und damit sein Schicksal wieder vollständig selbst in der Hand haben. Schon das Hinspiel hatten die Usbeken mit 5:1 gewonnen. Im anderen Duell in Gruppe H treffen Bahrain und Jemen aufeinander.

Spieler im Fokus
Saudiarabien verlässt sich bei der Jagd nach Toren in erster Linie auf Mohammad Al-Sahlawi. Der 29-Jährige Stürmer blickt auf zwei sehr erfolgreiche Jahre zurück und hat in bislang 22 Länderspielen ebenso viele Tore erzielt.

Hätten Sie's gewusst?
Andrei Piatnitski, der zuvor bereits für Usbekistan gespielt hatte, trat bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft USA 1994™ mit Russland gegen den späteren Weltmeister Brasilien an. Server Djeparov wiederum, Usbekistans langjährige Führungsfigur, benannte seinen Sohn nach einem Star, der bei drei FIFA WM-Endrunden Tore erzielte, nämlich Raul. Der legendäre Spanier wiederum benannte seinen ersten Sohn ebenfalls nach einem Fussballer, nämlich Jorge Valdano, der mit seinem Treffer für Argentinien im Finale von Mexiko 1986 zum Titelgewinn der Südamerikaner beitrug.

Zitat
"Niemand hat uns zu Beginn eine Chance gegeben. Aber jetzt stehen wir kurz davor, es in die nächste Runde zu schaffen. Wir haben keine Angst vor den Irakern. Sie brauchen noch sechs Punkte, während uns schon ein Unentschieden reicht. Trotzdem werden wir auf Sieg spielen, denn wir bevorzugen attraktiven Fussball und wollen gewinnen."
Kiatisuk Senamuang (Trainer, Thailand)

Die Partien am vorletzten Spieltag
24. März
Gruppe A: Saudiarabien – Malaysia, Vereinigte Arabische Emirate – Palästina
Gruppe B: Australien – Tadschikistan, Jordanien – Bangladesch
Gruppe C: China VR – Malediven, Katar – Hongkong
Gruppe D: Iran – Indien, Oman – Guam
Gruppe E: Japan – Afghanistan, Syrien – Kambodscha
Gruppe F: Vietnam – Chinese Taipei, Irak – Thailand
Gruppe G: Korea Republik – Libanon
Gruppe H: Usbekistan – Philippinen, Bahrain – Jemen

Reglement: In den Fünfergruppen werden die Ergebnisse der zweitplatzierten Teams gegen das Schlusslicht der Gruppe gestrichen, um die Vergleichbarkeit der Tabelle mit Gruppe F zu gewährleisten, die nur aus vier Teams besteht.