Shinji Okazaki sorgt in den letzten Monaten für viele positive Schlagzeilen. Der Stürmer sorgt in der japanischen Nationalmannschaft ebenso wie bei Leicester City stets für Bewegung und Gefahr vor dem gegnerischen Tor.

Beim ersten Tor der Japaner gegen Afghanistan zeigte er seine ganze Klasse und brachte sein Team damit auf die Siegerstraße. Mit dem Erfolg sicherten sich die Samurai Blue den Sprung in die nächste Runde der Asien-Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™. Am Ende gewannen die Schützlinge von Trainer Vahid Halilhodzic klar mit 5:0, doch bis zum Treffer des Ex-Stürmers von Mainz und Stuttgart hatten die Afghanen tapfer Widerstand geleistet.

Dann aber  versetzte Okazaki in seinem 99. Länderspiel das Publikum in Saitama in Begeisterung. Mit dem Rücken zum Tor stehend nahm er ein kurzes Zuspiel von Makoto Hasebe auf, vollführte eine Drehung um 180 Grad und ließ seinen Bewacher dann mit einem Richtungswechsel à la Messi aussteigen, um die Kugel mit einem platzierten Linksschuss in die Maschen zu befördern.

"Wir hatten in der ersten Halbzeit schon einige schwierige Moment zu überstehen. Mein Tor fiel also zu einem wichtigen Zeitpunkt", meinte er nach dem Schlusspfiff bescheiden.

In der Partie ließ Trainer Halilhodzic Okazaki und Mu Kanazaki als Sturmduo agieren. Genau in diesem System zeigt der Stürmer auch bei seinem Klub Leicester in dieser Saison glänzende Leistungen. In der japanischen Mannschaft hingegen war dieses System noch nie ausprobiert worden. Der bosnische Trainer zeigte sich sehr zufrieden mit dem Ergebnis: "Das war ein wirklich schöner Sieg", freute er sich nach dem Spiel.

"Am Anfang haben wir den Ball ein bisschen zu überhastet gepasst und einige Spieler haben zu verkrampft agiert. Aber insgesamt hat unser Team sehr stark gespielt, und das in einem neuen System, dass ich noch nie mit den Spielern trainiert hatte."

Topform im Klub und im Nationalteam
Dank der cleveren taktischen Variante des Trainers konnte Okazaki seine Formstärke aus dem Klub nahtlos ins Nationalteam einbringen. Okazaki ist einer von nur zwei Japanern, die bei zwei WM-Endrunden für die Samurai Blue trafen. Bei Leicester City sorgt er meist recht unauffällig hinter den Leistungsträgern Riyadh Mahrez, Jamie Vardy und N'Golo Kante für noch mehr Druck nach vorn. Sein sehenswerter Fallrückzieher zum 1:0-Sieg gegen Newcastle United war ein seltener Ausflug ins Rampenlicht. Viel öfter bleibt er mit seinem Beitrag eher im Hintergrund.

Er begann seine Karriere bei Shimizu S-Pulse und machte sich dann in fünf Jahren in der deutschen Bundesliga einen Namen, zunächst beim VfB Stuttgart, dann beim 1. FSV Mainz 05. Nun steht er mit Leicester City völlig überraschend an der Tabellenspitze der Premier League – für ihn eine ganz neue Erfahrung.

"Ich war noch nie so direkt am Rennen um die Meisterschaft beteiligt. Das ist eine großartige Erfahrung", sagte er über den Saisonverlauf mit seinem Team, das derzeit fünf Punkte Vorsprung hat. "Ich habe Teamkameraden, die für tolle Resultate sorgen und mit viel Einsatz die Sache des Teams unterstützen. Es ist einfach toll, zu diesem Team an der Tabellenspitze zu gehören."

Mit seinen bisherigen fünf Saisontoren hat er maßgeblich zum Leicesters Höhenflug beigetragen. "Die Leistungen des Teams werden auch in Japan genau verfolgt", sagte er. "Die Leute sind sehr aufmerksam und haben aufgehorcht, als ich bei Leicester unterschrieb", so Okazaki. "In Japan ist das zurzeit ein großes Thema, glaube ich."

Am Dienstag feiert der Stürmer gegen Syrien seinen 100. Länderspieleinsatz. Ganz sicher wird Okazaki versuchen, bei diesem Jubiläum seine bisherige Bilanz von 48 Länderspieltoren weiter zu verbessern, um dann mit entsprechendem Rückenwind nach England zurückzukehren.