Ein sonniger Novembertag in Katar im Jahr 2022: Ari Lahiri freut sich darauf, das erste Spiel der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ in dem Land zu erleben, in dem er geboren wurde und aufwuchs. Sein Ziel ist das Qatar Foundation Stadium im Stadtteil Education City. Von dem Moment, in dem er sein Haus verließ bis zu dem Moment, in dem er mit seinem Rollstuhl die Rampe zum Stadion hinauf fährt, hatte er keine Barriere zu überwinden.

Dies ist nicht nur Aris Traum, sondern auch das Ziel des Forums für Barrierefreiheit, das vom Obersten Rat für Organisation und Nachhaltigkeit (Supreme Committee for Delivery & Legacy – SC) ins Leben gerufen wurde, um die erste FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ im Nahen Osten zur integrativsten aller Zeiten zu machen.

Das Forum wird mit verschiedenen Interessengruppen zusammenarbeiten, allen voran mit Betroffenen, also Menschen mit Behinderungen. Ari Lahiri ist Geschäftsführer von Ibticar, dem ersten barrierefreien Limousinenservice Katars. Ihm zufolge gibt es zwar durchaus Herausforderungen, doch diesen könne man mit recht einfachen Schritten begegnen, wie er www.sc.qa sagte.

"In Bezug auf die Stadien besteht die Aufgabe darin, geeignete Rampen zu bauen, die nicht zu steil sind, und die Parkplätze für Menschen mit Behinderungen so nah wie möglich anzulegen. Ich bin in Katar geboren und aufgewachsen und es ist mir sehr wichtig, das Bewusstsein für dieses Problem zu schärfen und durch aktive Arbeit dazu beizutragen, dass die WM für alle zugänglich und somit barrierefrei wird. Ich bin ein großer Fussballfan und freue mich schon sehr auf das Turnier hier bei uns."

Die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Katar 2022™ folgt auf drei große Turniere auf drei Kontinenten, die im Hinblick auf die Barrierefreiheit für Menschen mit Behinderungen bedeutende Verbesserungen brachten.

Sechs Jahre vor dem Anpfiff äußerte sich auch Hassan Al Thawadi, der Generalsekretär des SC, und erklärte, das Ziel des Turniers sei es, niemanden auszuschließen.

"Wir alle teilen die Verantwortung dafür, dieses Ziel zu erreichen", sagte er am Dienstag in Doha zum Auftakt des Forums für Barrierefreiheit.

Er fuhr fort: "Zu den wichtigsten Chancen, die dieses Turnier eröffnet, gehört die Entfaltung der Menschen. Daher wollen wir schon im Vorfeld der Veranstaltung auch von dem Potenzial von Menschen mit besonderen Bedürfnissen profitieren, ebenso wie von dem Potenzial anderer gesellschaftlicher Gruppen."

"Die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ ist ein globales Großereignis, das enorme Investitionen in Infrastruktur und Verkehrswege bringt und damit die Gelegenheit bietet, entsprechende Fortschritte zu erreichen. Wir wollen in Katar ein urbanes Umfeld schaffen, in dem alle Menschen die Veranstaltung ohne Einschränkungen und Barrieren genießen können. Wir gehen davon aus, dass dieses Forum langfristig die Referenz in diesem Bereich ist."

Das Forum für Barrierefreiheit besteht aus Einheimischen mit Behinderungen, Nichtregierungsorganisationen und Interessenvertretern der Regierung und wird sich dafür einsetzen, Katar so barrierefrei wie möglich zu gestalten.

Anlässlich der Gründung des Forums für Barrierefreiheit hat eine Gruppe katarischer Künstler mit Behinderungen unter Regie von Salman Al Marri ein Theaterstück geschrieben und aufgeführt.

Al Marri erläutert die Grundidee des Theaterstückes: "Mit der Aufführung haben wir versucht, zu zeigen, warum manche Menschen mit Behinderungen das Turnier unterstützen und andere nicht, und wie sie abhängig von der jeweiligen Behinderung einbezogen werden könnten.

Die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen in Bezug auf die Barrierefreiheit des Turniers sind weitgehend die gleichen wie im alltäglichen Leben. Wir wollen die Einbeziehung von Menschen mit Behinderung fördern – jetzt, während des Turniers und auch darüber hinaus."

Ahmer Al Kabi ist ein junger katarischer Schauspieler mit einer Sehbehinderung. Für ihn war es ein fantastisches Erlebnis, bei dieser Veranstaltung auf der Bühne zu stehen. Ich bin sehr glücklich, diesem Forum anzugehören. Ich hoffe, jedes Jahr dabei sein zu können.

Ich denke, die Vorbereitungen für die Barrierefreiheit laufen sehr gut. Es berührt mich sehr, dass ich dazu beitragen kann."

Die FIFA ist sich der Diskussion um die Terminologie in Bezug auf Behinderungen und Barrierefreiheit bewusst. Da die FIFA ein weltweiter Verband ist, kann die Terminologie in Artikeln auf FIFA.com den Konventionen des Austragungsortes von Turnieren/Aktivitäten angepasst sein. Die FIFA folgt der Leitlinie des "Centre for Access to Football in Europe (CAFE)" und unterstützt das gesellschaftliche Modell, demzufolge Behinderungen durch verschiedenste Barrieren in der Gesellschaft verursacht werden (physische, intellektuelle, psychologische etc.) und nicht durch körperliche Beeinträchtigungen.