Als der französische Coach Bruno Metsu am 14. Oktober 2013 im Alter von nur 59 Jahren einem Krebsleiden erlag, trauerte die ganze Fussballwelt um Senegals früheren Nationaltrainer. Der Franzose hatte die senegalesische Nationalmannschaft beim CAF Afrikanischen Nationen-Pokal 2002 ins Finale geführt und im gleichen Jahr mit ihnen bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Korea/Japan™ das Viertelfinale erreicht.

Seit jenem Erfolgsjahr hat sich Senegal nie wieder für das weltweit bedeutendste Fussballturnier qualifizieren können. Bis Aliou Cissé, der 2002 in Korea/Japan zu den Schlüsselspielern des Teams zählte, 2015 zum Trainer des senegalesischen A-Nationalteams berufen wurde, durchlebten die Westafrikaner eine lange Durststrecke. Cissé gelang es, ein solides Team zu formen, das mit einem 2:0-Sieg über Kap Verde einen guten Start in die WM-Qualifikation für Russland 2018 hinlegte. Die beiden Treffer gingen auf das Konto zweier Spieler, die bei europäischen Klubs unter Vertrag stehen.

Im Gespräch mit FIFA.com blickte Aliou Cissé noch einmal auf dieses Qualifikationsspiel zurück. "Diese Mannschaft arbeitet jetzt seit zwei Jahren zusammen. Unser Ziel war von Anfang an die Qualifikation für Russland 2018. Nach monatelanger harter Arbeit konnten wir mit dem Sieg über Kap Verde und den ersten drei Punkten die ersten Früchte unserer Bemühungen ernten."

Im nächsten WM-Qualifikationsspiel trifft Senegal auswärts auf Südafrika und damit auf einen Gegner, den Cissé als harten Brocken bezeichnet. "Aus Südafrika mit einem positiven Resultat zurückzukehren, gelingt bei Weitem nicht jeder Mannschaft. Wir aber sind uns der Verantwortung bewusst, die auf unseren Schultern lastet."

"Wir werden uns in allen Belangen darauf vorbereiten, um dort ein gutes Ergebnis zu holen. Und wir müssen bereits auf der Hinreise den Sieg in unseren Köpfen haben. Die senegalesische Nationalmannschaft hat bei jedem Spiel den Sieg im Visier. Falls sich das als unmöglich erweist, dürfen wir höchstens ein Unentschieden zulassen. Wir müssen vor allem unsere Heimspiele gewinnen und von unseren Auswärtsspielen möglichst viele Punkte mitbringen. Mit dieser Mentalität können wir die Qualifikation für Russland 2018 schaffen. "

Die Handschrift von Aliou Cissé
Häufig herrscht noch Rätselraten darüber, woher eigentlich der Spitzname der senegalesischen Nationalmannschaft (die Löwen der Teranga) stammt. Laut Auskunft von Kennern der Materie bedeutet Teranga so viel wie 'herzliche Gastfreundschaft' und steht für die Großzügigkeit und den Zusammenhalt des senegalesischen Volkes. Im Übrigen sieht Aliou Cissé in den starken Bindungen zwischen den früheren Nationalspielern und der aktuellen Spielergeneration einen großen Vorteil. "Unsere Erfolge beruhen auf dem Zusammenhalt und der Solidarität zwischen uns allen, auf unserem Traum, für den senegalesischen Fussball Geschichte zu schreiben, und auf der Spielergeneration von 2002, die unserem Land so viel gegeben hat."

"Wir haben das Glück, einen wie Aliou Cissé, der als Spieler selbst umfassende Erfahrungen in WM-Qualifikationen sammeln konnte, als Nationaltrainer zu haben. Er war 2002 Kapitän unserer A-Nationalmannschaft und nahm im gleichen Jahr an der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ teil. Seine Erfahrungen helfen uns, immer besser zu werden. Allerdings ist er nicht der Einzige aus der damaligen Generation, die uns mit Rat und Tat zur Seite stehen. Auch Lamine Diatta, El Hadji Diouf und Khalilou Fadiga sind stets für uns da. Wie ich schon sagte, für unsere Generation ist es ein Glücksfall, dass sich diese Spieler so um unsere Mannschaft kümmern. Jetzt ist es an uns, davon auch zu profitieren. "

Die Generation von 2002 um El Hadji Diouf hat mit dem Erreichen des Viertelfinales bei einer Endrunde der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ die Messlatte entsprechend hoch gelegt. Cissé ist dennoch der Auffassung, dass sein aktuelles Team es noch besser machen kann. "Unser Ziel ist eine Steigerung des Erfolgs von 2002. Zunächst wollen wir den CAF Afrikanischen Nationen-Pokal 2017 gewinnen. Danach müssen wir uns das Ticket für Russland 2018 sichern. Dann werden wir in Russland alles daran setzen, so weit wie möglich zu kommen und eine noch bessere Platzierung zu erreichen als seinerzeit Aliou Cissé, El Hadji Diouf und Khalilou Fadiga, die es 2002 bis ins Viertelfinale geschafft hatten."

Zum Schluss kam Cissé noch auf die Gruppengegner beim nächsten CAF Afrikanischen Nationen-Pokal zu sprechen. "Wir werden es mit sehr starken Mannschaften zu tun bekommen. Was die Algerier betrifft, so ist deren Klasse hinreichend bekannt. Gegen Tunesien zu gewinnen, ist immer ein schwieriges Unterfangen. Und Simbabwe dürfen wir auch nicht unterschätzen, da es in Afrika keine vermeintlich schwachen Teams mehr gibt. Wir werden dieses Turnier von Spiel zu Spiel angehen sowie mit der Überzeugung, dass wir letztendlich auch in der WM-Qualifikation erfolgreich sein werden."

"Unser Traum ist der Triumph beim CAF Afrikanischen Nationen-Pokal, der uns die Teilnahme am FIFA Konföderationen-Pokal 2017 bescheren würde. Danach wollen wir uns für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™ qualifizieren und es dort so weit wie möglich bringen."