Dieses Wochenende steht in der Gruppenphase der CAF-Qualifikation der zweite von insgesamt sechs Spieltagen an. Für die 20 noch verbleibenden afrikanischen Teams steht auf dem Weg zur FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™ immer mehr auf dem Spiel.

Das Topspiel
Nigeria – Algerien
Algerien, Nigeria und Kamerun haben den Kontinent bei den letzten beiden WM-Endrunden vertreten. Vor der Auslosung der dritten Runde haben sich sicherlich alle drei gute Chancen auf die dritte WM-Teilnahme in Folge ausgerechnet. Doch das Schicksal versetzte den drei Großmächten des afrikanischen Fussballs, die insgesamt bereits auf 16 Endrundenteilnahmen zurückblicken können, einen schweren Schlag. Sie wurden alle gemeinsam in Gruppe B gelost. Dadurch steht nun an jedem Spieltag eine Partie zwischen zwei Endrundenteilnehmern der Jahre 2010 und 2014 auf dem Programm.

Dieses Mal stehen sich Nigeria und Algerien gegenüber. Die Nordafrikaner treffen am Samstag in Uyo auf die Super Eagles, wobei der nigerianische Trainer Gernot Rohr nach dem Sieg im Auftaktspiel in Sambia zuversichtlich ist. "Algerien wird sehr gut auf uns vorbereitet sein. Es war gut für uns, dass wir in Ndola gewonnen haben, und wir sind die einzige Mannschaft, die nach dem ersten Spieltag drei Punkte auf dem Konto hat." Der ehemalige Spieler von Girondins Bordeaux und dem FC Bayern München kann erneut auf eine ganze Reihe von Premier-League-Spielern zählen. Mikel John Obi, Victor Moses, Alex Iwobi, Kelechi Iheanacho, Odion Ighalo und Ahmed Musa werden Führungsrollen übernehmen.

Nigeria geht mit vier Siegen im Rücken in die Partie (in Freundschaftsspielen gegen Mali und Luxemburg, gegen Tansania im Afrikanischen Nationen-Pokal, sowie im ersten WM-Qualifikationsspiel gegen Sambia). Iheanacho konnte in allen vier Spielen Treffer erzielen. Algerien kam im Auftaktspiel zu Hause gegen Kamerun derweil über ein Remis nicht hinaus. Im Falle einer Niederlage hätten die Algerier bereits fünf Punkte Rückstand auf die Super Eagles – bei nur noch vier ausstehenden Spielen.

Die anderen Spiele
Wenn die Partie zwischen Nigeria und Algerien das Topspiel des Spieltages ist, dann rangiert Senegals Auswärtspartie in Südafrika im Rahmen der Gruppe D ganz dicht dahinter an zweiter Stelle. Die Westafrikaner haben ihr Auftaktspiel gegen Kap Verde mit 2:0 gewonnen, während die Bafana Bafana in Burkina Faso über ein 1:1 nicht hinauskam. Nachdem er die Qualifikation für den Afrikanischen Nationen-Pokal verpasst hat, steht Shakes Mashaba in der WM-Qualifikation nun gehörig unter Druck, obwohl Senegal als Gruppenfavorit gilt.

Ebenfalls ausgesprochen vielversprechend ist die Partie zwischen der marokkanischen Auswahl und der Elfenbeinküste in Marrakesch. Der französische Trainer Hervé Renard, der mit der Elfenbeinküste 2015 den CAF Afrikanischen Nationen-Pokal gewann, ist mittlerweile für Marokko zuständig, was dem Ganzen zusätzliche Würze gibt. Die Ivorer konnten ihr Auftaktspiel der Gruppe C gegen Mali gewinnen, während sich Marokko in Gabun mit einem torlosen Remis begnügen musste.

Die nordafrikanischen Rivalen Libyen und Tunesien bestreiten am Freitag in Gruppe A das erste Spiel dieses Spieltages. Die Partie wurde nach Algier verlegt. Zwei Tage später empfängt Guinea dann die DR Kongo. Da beide auswärts antretenden Teams ihre Auftaktspiele gewonnen haben, ist es nun an den Heimteams, mit einem Sieg wieder in die richtige Spur zu kommen.

Die Spieler im Fokus
Vor dem Heimspiel gegen Sambia hat Kameruns Trainer Hugo Broos darauf bestanden, Benjamin Moukandjo als Teamkapitän zu behalten, obwohl es einigen Druck gab, den erfahrenen Stephen Mbia als Kapitän zurückzuholen. Dieser steht allerdings nicht einmal im Kader. Der 27-jährige Stürmer des FC Lorient erzielte am letzten Spieltag den Ausgleichstreffer gegen Algerien. Nun könnte es entscheidend für die Zukunft von Broos und den Unzähmbaren Löwen sein, ob Moukandjo das in ihn gesetzte Vertrauen rechtfertigt.

Am letzten Spieltag präsentierte sich der südafrikanische Torhüter Itumeleng Khune in bestechender Form, obwohl er mit einem Magen-Darm-Infekt zu kämpfen hatte. Der Routinier der Kaiser Chiefs hielt einen Elfmeter von Burkina Fasos Jonathan Pitroipa, sah Alain Traoré einen weiteren Strafstoß vergeben und lieferte eine ganze Reihe von Glanzparaden ab, obwohl die Bafana Bafana in letzter Minute noch den Ausgleichstreffer kassierte. Sollte es ihm gelingen, den vielgepriesenen senegalesischen Angriff vom Toreschießen abzuhalten, dann wäre es seit Januar 2015 das erste offizielle Spiel, in dem dies gelingt.

Hätten Sie's gewusst?
Gemeinsam mit Ghana in Gruppe E gelost worden zu sein, war sicher ein Alptraum für die ägyptischen Fans. Im Vorfeld der WM 2014 in Brasilien zerstörten die Black Stars die lang gehegten Hoffnungen der Ägypter auf eine Teilnahme an der WM-Endrunde mit einem 6:1-Kantersieg im Hinspiel eines im Hin- und Rückspielmodus ausgetragenen Duells. Die Ägypter werden am Sonntag in Alexandria nach Revanche trachten.

Das Zitat
"Es wird einen bedeutenden emotionalen Aspekt geben, doch wir müssen all dies ignorieren, denn wir treffen auf die Elfenbeinküste, und das ist immer schwer. Es wird hart werden, doch wir müssen nun einmal Konkurrenten sein."
Hervé Renard, der mit Marokko gegen sein vorheriges Team antreten muss