Was verbindet Rio de Janeiro und Dili? In der Hauptstadt von Osttimor fand weniger als acht Monate nach dem Schlusspfiff von Brasilien 2014 im Maracanã-Stadion bereits das erste Qualifikationsspiel auf dem Weg nach Russland 2018 statt. Mario Götze sorgte in Rio de Janeiro mit dem Siegtreffer im Finale gegen Argentinien für den Höhepunkt und krönenden Abschluss der FIFA Fussball-WM Brasilien 2014™. Chiquito Do Carmo aus Osttimor seinerseits trug sich in Dili als erste Hauptfigur des nächsten Kapitels der langen WM-Geschichte ein.

Der Treffer, den er bereits in der vierten Minute der Partie gegen die Mongolei erzielte, war der erste Höhepunkt in den 76 Qualifikationsspielen, die in Asien und der Nord-, Mittelamerika- und Karibik-Zone bereits vor der Vorrundenauslosung im Konstantin-Palast ausgetragen wurden. FIFA.com bringt Sie auf den aktuellen Stand der Dinge.

AFC (Zwölf Spiele in der ersten und bisher 30 Spiele in der zweiten Runde)
Kurz nach seinem historischen Treffer ließ Do Carmo gleich ein zweites Tor folgen und trug damit zu Osttimors 5:1-Gesamterfolg (nach Hin- und Rückspiel) gegen die Mongolei bei. Die Mongolen konnten lediglich ein Tor von Batmonkhiin Erkhembayar im Hinspiel bejubeln. Genau wie sie müssen auch die Teams aus Macau, Nepal, Brunei Darussalam und Pakistan auf ihre nächste Chance im Vorfeld von Katar 2022 warten, nachdem sie gegen Kambodscha, Indien, Chinese Taipei und Jemen jeweils den Kürzeren zogen. Für die größte Überraschung sorgte bislang indes das Ausscheiden von Sri Lanka. Denn Sri Lanka musste gegen den krassen Außenseiter Bhutan die Segel streichen, das mit dem 3:1-Gesamterfolg für Schlagzeilen rund um den Globus sorgte. Warum das so war, macht ein Blick auf die FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste deutlich, in der Bhutan bis zu diesem Erfolg auf Platz 209 von 209 geführt wurde. Mit seinem späten Siegtreffer im Hinspiel in Colombo sorgte Tshering Dorji für einen Moment nie gekannter Freude bei den Fans von Bhutan. Eine Woche später war der Jubel der Zuschauer beim Rückspiel in Thimphu sogar noch größer, als sich die Gastgeber dank zweier Treffer von Chencho Gyeltshen endgültig gegen Sri Lanka durchsetzten. Innerhalb kurzer Zeit hatte das Schlusslicht der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste seine ersten zwei WM-Qualifikationsspiele gewonnen.

Auch die zweite Runde begann mit einem beispiellosen, historischen Sieg, als die winzige Pazifikinsel Guam ins Geschehen eingriff. Bis dahin hatten die Insulaner einzig im Jahr 2000 WM-Qualifikationserfahrung gesammelt, dabei allerdings mit Gesamtresultaten von 0:19 gegen Iran und 0:16 gegen Tadschikistan verloren. Das dritte Qualifikationsduell verlief nun entschieden besser. Das erste in Guam ausgetragene und somit vom englischen Trainer Gary White zu Recht als "historisch" bezeichnete WM-Qualifikationsspiel endete nach hartem und entschlossenem Kampf mit einem 1:0-Sieg gegen Turkmenistan. Doch es kam noch besser: Nach einem 2:1-Sieg gegen Indien führen die Insulaner derzeit die Tabelle der Gruppe D an.

In der zweiten Runde griffen auch die fussballerischen Schwergewichte des Kontinents, die Asien in Brasilien vertreten hatten, ins Geschehen ein. Die Republik Korea und Australien kamen zum Auftakt allerdings nur zu knappen Siegen gegen Myanmar beziehungsweise Kirgisistan. Iran und Japan mussten sich gegen Turkmenistan beziehungsweise Singapur sogar mit Unentschieden zufrieden geben. Palästina stellte Saudiarabien im ersten Spiel vor große Probleme und unterlag am Ende nur denkbar knapp mit 2:3. Im zweiten Spiel fegten die Palästinenser dann Malaysia in Kuala Lumpur mit 6:0 vom Platz und eroberten damit zunächst die Tabellenführung in Gruppe A.

In Gruppe C kam Bhutan gegen Hongkong mit 0:7 und gegen die VR China mit 0:6 unter die Räder. Tabellenführer ist derzeit Hongkong, das sich auch mit 2:0 gegen die Malediven durchsetzte. Neben Hongkong haben auch Thailand, die DVR Korea und überraschenderweise auch die Philippinen die volle Punktzahl auf dem Konto, die sich gegen Bahrain und gegen Jemen durchsetzten.

Die zweite Runde in Asien endet im März 2016. Datum, Ort und Ablauf der Auslosung der dritten Runde werden zum Ende der zweiten Runde von der Organisationskommission für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ festgelegt.

CONCACAF (14 Spiele in der ersten und bislang 20 Spiele in der zweiten Runde)
Auch für einige Teams der CONCACAF-Zone begann der Weg nach Russland bereits im März. Die 14 am schlechtesten platzierten Teams trugen zunächst eine Vorausscheidungsrunde aus. In der ersten Runde gab es einige sehr hohe, aber keine sehr überraschenden Ergebnisse. Nur das Duell zwischen Belize und den Cayman-Inseln wurde aufgrund der Auswärtstorregel entschieden, bei allen anderen gab es am Ende einen klaren Sieger. Das junge Team der Amerikanischen Jungferninseln gewann zwar überraschend das Hinspiel gegen Barbados mit 1:0, ging jedoch im Rückspiel mit 0:4 unter. Nicaragua setzte sich problemlos gegen Anguilla durch, St. Kitts und Nevis behielt gegen die Turks-und Caicos-Inseln die Oberhand und Bermuda blieb Sieger gegen die Bahamas. Knapper war es zwischen Dominica und den Britischen Jungferninseln sowie zwischen Curaçao und Montserrat.

Bei Curaçao sitzt jetzt der niederländische Ex-Nationalspieler Patrick Kluivert auf der Bank, der das Team aus dem Geburtsland seiner Eltern in die zweite Runde und in ein Duell gegen Kuba führte. Nach dem torlosen Hinspiel in Willemstad gelang seinen Schützlingen ein 1:1-Remis in Havanna, womit der ehemalige Stürmer bereits für das beste Abschneiden Curaçaos seit Einführung des neuen CONCACAF-Qualifikationsmodus vor der WM 1994 gesorgt hat.

In der zweiten Runde setzten sich El Salvador, Kanada, Belize und Nicaragua erwartungsgemäß mit Arbeitssiegen gegen St. Kitts und Nevis, Dominica, die Dominikanische Republik beziehungsweise Suriname durch. Dramatisch endete das Duell St. Lucia gegen Antigua und Barbuda.

St. Lucia hatte das Hinspiel mit 3:1 gewonnen und erzielte in der 81. Minute des Rückspiels den Ausgleich zum 1:1, so dass es in der Addition 4:2 stand. Doch das sollte nicht reichen. Tavaughn Harriette sorgte mit seinem Treffer für neue Hoffnung bei Barbuda, bevor Josh Parker den Gesamtstand ausglich. In der fünften Minute der Nachspielzeit gelang Aaron Tumwa dann tatsächlich noch der vierte Treffer für sein Team, womit die Benna Boys die dritte Runde erreicht hatten.

In den Partien zwischen Guyana und St. Vincent/Grenadinen erzielten beide Teams insgesamt jeweils sechs Tore, wobei sich Vincy Heat aufgrund der Auswärtstorregel durchsetzte. Grenada und Guatemala zogen mit knappen Gesamtsiegen gegen Puerto Rico beziehungsweise Bermuda in die dritte Runde ein. Auch Aruba steht in der dritten Runde, nachdem Barbados im Rückspiel einen nicht spielberechtigten Akteur eingesetzt hatte.

Die dritte Runde der CONCACAF-Qualifikation wird im Konstantin-Palast ausgelost. Dabei greifen neben den zehn siegreichen Teams der zweiten Runde auch Haiti und Jamaika ins Geschehen ein.