Da immer mehr afrikanische Spieler ihr Glück bei europäischen Topklubs suchen, wird es für heimische Spieler immer schwieriger, den Sprung in die Nationalmannschaft zu schaffen. Das von der CAF organisierte Turnier mit dem Namen "Afrikanische Nationenmeisterschaft" ist ausschließlich Spielern vorbehalten, die bei Vereinen in der heimischen Liga unter Vertrag stehen. Dies stellte vor allem für zahlreiche Ghanaer und Nigerianer eine großartige Chance dar, sich für den Kader für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™ zu empfehlen. 

FIFA.com nimmt einige Spieler unter die Lupe, die bei diesem Turnier in Südafrika, dem Gastgeberland der WM 2010, überzeugen konnten.

Westafrikanische Youngsters
Die ghanaischen Trainer setzten bei Großereignissen in der Vergangenheit fast ausschließlich auf Europa-Legionäre. James Kwesi Appiah, der die Black Stars zur dritten Qualifikation für eine WM-Endrunde in Folge führte, scheint an dieser Strategie festzuhalten.

Zwei Spieler, die bei der Afrikanischen Nationenmeisterschaft für Furore sorgen konnten, können sich jedoch auch Hoffnungen auf eine Nominierung für den WM-Kader machen: Torhüter Steven Adams und Mittelfeldspieler Yahaya Mohamed. Adams, der bei den Aduana Stars unter Vertrag steht, hatte bereits während WM-Qualifikation in der Mannschaft von Appiah gestanden. Nachdem er bei der Afrikanischen Nationenmeisterschaft, bei dem sich seine Mannschaft erst im Finale den Libyern mit 3:4 nach Elfmeterschießen geschlagen geben musste, zwei Mal zum Man of the Match gewählt wurde, sind seine WM-Chancen deutlich gestiegen.

Mohamed von Asante Kotoko hat den Sprung in die Nationalmannschaft bislang noch nicht geschafft, hatte jedoch bereits an der Afrikanischen Nationenmeisterschaft 2011 teilgenommen. Der 25-jährige offensive Mittelfeldspieler ist besonders gefährlich, wenn man ihn zum Schuss kommen lässt. Dies stellte er mit seinem Treffer beim 1:1-Unentschieden gegen Libyen in der Gruppenphase eindrucksvoll unter Beweis.

Im Gegensatz zu Appiah ist der nigerianische Trainer Stephen Keshi dafür bekannt, auch Spielern aus der nigerianischen Liga die Chance zu geben, für die Super Eagles aufzulaufen. Im Vorjahr führte er die Nationalmannschaft beim CAF Afrikanischen Nationenpokal zum insgesamt dritten Titelgewinn, an dem einige heimische Spieler einen großen Anteil hatten. Beim FIFA Konföderationen-Pokal 2013 in Brasilien verfolgte er eine ähnliche Strategie: Nicht weniger als acht Spieler des 23-Mann-Kaders standen bei nigerianischen Klubs unter Vertrag. 

Sie haben dieselben Chancen
Im Gespräch mit FIFA.com betonte Keshi, dass er keinerlei Bedenken hatte, Spieler aus der nigerianischen Liga in seine Mannschaft zu berufen. "Ich hatte bereits mit ihnen gearbeitet. Sie wissen genau, was ich von ihnen erwarte. Ich weiß, welches Niveau sie erreichen müssen, bevor sie bereit sind, in meiner Mannschaft zu spielen. Ich habe die Spieler ausreichend beobachtet und habe daher großes Vertrauen zu ihnen. Sobald sie dieses Niveau erreichen, werden sie dieselben Chancen haben wie die Europa-Legionäre", erklärte er.

Einige der Spieler, die Keshi in den Kader für die Afrikanische Nationenmeisterschaft berief, bei der Nigeria den dritten Platz belegte, hatten maßgeblichen Anteil an der erfolgreichen WM-Qualifikation und haben somit auch gute Chancen auf einen Platz in Keshis WM-Kader. Obwohl Torhüter Chigozie Agbim von den Enugu Rangers, der bei der Afrikanischen Nationenmeisterschaft als Kapitän fungierte, bislang nicht an Vincent Enyeama vorbeigekommen ist, hatte er dennoch einen festen Platz auf der Ersatzbank der Super Eagles. Er bestritt dabei sowohl den Afrikanischen Nationenpokal als auch den Konföderationen-Pokal und wurde außerdem für alle bis auf ein WM-Qualifikationsspiel nominiert.

Ebenso wie Agbim hat auch Azubuike Egwuekwe gute Chancen auf eine WM-Teilnahme. Er war einer von nur wenigen Spielern, die für alle WM-Qualifikationsspiele berufen wurden; bei vier davon kam er auch zum Einsatz. Der Abwehrspieler der Warri Wolves bestritt in Südafrika alle sechs Partien. Für Heartland-Verteidiger Francis Benjamin verlief das Turnier hingegen enttäuschend, nachdem er verletzungsbedingt nur im ersten und im letzten Spiel zum Einsatz gekommen war. Keshi hat jedoch großes Vertrauen in den 21-Jährigen. Er hatte ihn bereits für mehrere WM-Qualifikationsspiele sowie in den Kader des Konföderationen-Pokals berufen, weshalb die Chancen auf eine Reise nach Brasilien nicht schlecht stehen.

Alle haben eine Chance

Ein weiterer Abwehrspieler aus der nigerianischen Liga, den Keshi bereits zuvor nominiert hatte, ist Solomon Kwambe von den Sunshine Stars. Auch er musste die Afrikanische Nationenmeisterschaft unterbrechen, nachdem er im letzten Gruppenspiel gegen die Gastgeber, das die Westafrikaner mit 3:1 gewannen, vom Platz gestellt worden war. Obwohl er in der WM-Qualifikation nur unregelmäßig zum Einsatz kam, könnte auch Flügelspieler Ejike Uzoenyi nach seinen beeindruckenden Leistungen bei der Afrikanischen Nationenmeisterschaft, wo er zum besten Spieler des Turniers gewählt wurde, gute WM-Chancen haben.

Keshi betonte, er sei mit der Leistung seiner Mannschaft bei der Afrikanischen Nationenmeisterschaft sehr zufrieden gewesen: "Diese fünf Wochen, die wir gemeinsam verbracht haben, haben sich bezahlt gemacht. Diese Spieler spielen auf hohem Niveau, und nur das zählt am Ende. Sie haben alle die Chance, in den WM-Kader berufen zu werden, auch wenn es noch zu früh ist, um Namen zu nennen. Den Kader werde ich erst zu gegebener Zeit bekanntgeben", sagte er. "Die Nigerianer erwarten bei der Weltmeisterschaft sehr viel von der Mannschaft, weshalb wir hart arbeiten müssen, um unsere Fans und natürlich auch uns selbst mit guten Leistungen zu belohnen."