Es ist schon etwas Besonderes, den Sprung in die Nationalauswahl eines Landes zu schaffen. Davon träumen viele, aber nur wenigen gelingt es am Ende auch. Wenn man es dann aber auch noch schafft, sich unter den elf Stammakteuren zu profilieren und sich die Kapitänsbinde zu sichern, gehört man zu einem sehr elitären Kreis.

Francisco Javier Rodríguez ist einer, dem dies gelungen ist. Nach vier Jahren in Europa ist er nach Mexiko zurückgekehrt und fungiert in der letzten Qualifikationsrunde zur FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™ als Kapitän seiner Auswahl.

2008 wechselte der Innenverteidiger dank seiner guten Auftritte in sechs Jahren bei Guadalajara nach Europa zum PSV Eindhoven. Maza, wie er nach seiner Geburtsstadt Mazatlán auch genannt wird, startete dort richtig durch. Zu Saisonbeginn musste er zwar noch auf der Ersatzbank Platz nehmen, kam aber in der Folge zu immer mehr Einsatzzeiten. Drei Jahre später vermeldete der VfB Stuttgart die Verpflichtung des Mexikaners. Nach zwei Spielzeiten in der Bundesliga kehrte der Abwehrspieler dann schließlich in sein Heimatland zurück, wo er beim Spitzenklub CF América unter Vertrag steht.

"Ich bin sehr zufrieden mit dem, was ich dort [in Europa] erreicht habe", so Rodríguez im Exklusiv-Interview mit FIFA.com. "Ich habe dort in beruflicher Hinsicht und auf persönlicher Ebene viel gelernt und bin glücklich darüber, dass ich Gelegenheit hatte, unterschiedliche Kulturen kennenzulernen", so der 31-Jährige.

Führungspersönlichkeit
Sein Abenteuer in der deutschen Bundesliga dauerte genau anderthalb Jahre, bis er seine Zelte dann im Januar 2013 bei América aufschlug. "Ich freue mich sehr, wieder zurück zu sein, und es ist eine große Ehre für einen so hochklassigen Klub wie América spielen zu dürfen", so der Verteidiger, der bei den WM-Auflagen von 2006 in Deutschland und 2010 in Südafrika dabei war.

Obwohl er erst wenige Partien für die Águilas [die Adler] bestritten hat, fungierte er bereits in einer Partie, nämlich gegen Toluca, als Spielführer. "Das erfüllt mich natürlich mit Stolz. Man arbeitet an sich und verbessert mit der Zeit einzelne Aspekte. Ich bin ein professioneller Mensch und habe im Alltag immer gern von den Mannschaftskameraden und Trainern gelernt, die ich im Laufe meiner Karriere hatte", meint er.

Dank seiner Routiniertheit und Effektivität ist Maza unter José Manuel de la Torre zum Stammspieler der mexikanischen Nationalmannschaft avanciert. Außerdem setzt El Chepo inzwischen sein Vertrauen in ihn als Führungspersönlichkeit und hat ihm die Verantwortung als Mannschaftskapitän übertragen.

"Ob mit oder ohne Kapitänsbinde, ich übernehme immer gern die Führung", erklärt er. "Wir stehen mit elf Spielern auf dem Platz, und jede Stimme hat Gewicht. Ich weiß, was ich gezeigt habe und wodurch ich an diese spezielle Aufgabe gekommen bin. Ich gehe ganz gelassen damit um", fügt er hinzu.

Auf dem Weg zur WM nach Brasilien
Das erste Duell der letzten Qualifikationsrunde der CONCACAF verlief für die Mexikaner nicht gerade wunschgemäß. Sie mussten sich nämlich zu Hause gegen Jamaika mit einem Remis begnügen. Laut Maza ist es nun an der Zeit, das Blatt zu wenden: "Wir dürfen uns nicht aus der Ruhe bringen lassen. Wenn wir jetzt seit 500 Minuten ohne Tor wären, dann wäre das etwas anderes. Wir sind nicht gelassen genug geblieben, wenn wir in Ballbesitz waren. Die Jamaikaner sind in die Zweikämpfe gegangen, und wir haben es nicht geschafft, unser Spiel gegen sie durchzubringen", meint er in Bezug auf das 0:0 gegen die Reggae Boyz

Der Kapitän ist der Ansicht, dass die Qualifikation für die Mexikaner keinesfalls eine einfache Sache werden wird, obwohl viele das offensichtlich glauben: "Realistisch ist, dass es heutzutage keine kleinen Mannschaften mehr gibt. Vor uns liegt noch ein sehr steiniger Weg, den ersten Beweis dafür gab es in der Partie gegen Jamaika. Wir wissen, worum es für unsere Gegner geht. Die Partien gegen Honduras in San Pedro Sula und das Heimspiel gegen die USA werden mindestens genauso schwer werden. Das Niveau des Fussballs hat sich weltweit verbessert, und die Abstände sind sehr gering", warnt er.

Dennoch legt der Routinier die Messlatte hoch und vertraut fest darauf, dass Mexiko dank seiner hochklassigen Spieler eine herausragende Rolle spielen und sich in der letzten Qualifikationsrunde am Ende den Spitzenplatz sichern wird. "Wir wollen an der Spitze stehen", meint er bestimmt. "Aber ich sage auch immer wieder: Wir müssen das auf dem Spielfeld unter Beweis stellen und nicht nur davon reden."