2012 war ein hervorragendes Jahr für Mexiko. Die Nordamerikaner feierten fast überall Erfolge, wo sie sich präsentierten. Der größte Triumph war zweifellos die Goldmedaille der U-23-Auswahl beim Olympischen Fussballturnier London 2012, aber auch die A-Nationalmannschaft hatte Grund zum Feiern. Sie sicherte sich nämlich ungeschlagen den Einzug in die Runde der letzten Sechs der CONCACAF-Qualifikation zur FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™.

Bei all diesen Erfolgen gab es einen Hauptdarsteller: Giovani dos Santos. Der auf Vereinsebene für RCD Mallorca in der spanischen Liga aktive Stürmer feierte mit seiner Nationalmannschaft vergangenes Jahr einen Erfolg nach dem anderen und möchte die Erfolgsserie in den nächsten zwölf Monaten fortsetzen. Im Vorfeld der in Kürze anstehenden Auftaktpartie zur nächsten WM-Qualifikationsrunde gegen Jamaika und mit dem FIFA Konföderationen-Pokal am Horizont nahm dos Santos sich Zeit für ein Exklusiv-Interview mit FIFA.com.

Im Rhythmus bleiben
Der junge Stürmer hat mit seiner Nationalmannschaft fast alles gewonnen, auf Vereinsebene lief es für ihn jedoch nicht ganz so gut. Nach vier Jahren und wenigen Einsätzen beim englischen Klub Tottenham Hotspur versucht er nun sein Glück beim RCD Mallorca in Spanien. Das Team macht zwar derzeit eine schwierige Phase durch, dafür genießt er jedoch das volle Vertrauen des Trainers und der Mannschaftskameraden.

"Auf individueller Ebene bin ich ziemlich zufrieden", so der Mexikaner. "Ich bekomme hier die Einsatzzeiten und die Spielpraxis, die ich brauche. Ich fühle mich immer besser, sowohl in physischer als auch in spielerischer Hinsicht. Jetzt hoffe ich, dass ich diesen Weg weitergehen und mich verbessern kann. Was die Situation des gesamten Teams angeht, bin ich allerdings besorgt und traurig. Es ist immer schwierig, wenn man auf einem Abstiegsplatz steht. Wir müssen arbeiten, hart trainieren und auf dem Spielfeld zu einer anderen Dynamik kommen", überlegt er.

Nach der Analyse der Situation seines Klubs kommt dos Santos auf die Gegenwart und unmittelbare Zukunft der Tricolor zu sprechen. "Wir verfügen über eine sehr gute Spielergeneration, die überall Erfolg hat, wo sie sich präsentiert. Jetzt steht unsere erste Partie in der Runde der letzten Sechs an, und wir sind sehr zuversichtlich. Wir hoffen, dass uns ein Sieg gelingt und wir damit die Marschrichtung für die nachfolgenden Partien vorgeben können. Ich glaube, wir erfüllen alle Voraussetzungen für ein erfolgreiches Jahr."

Obwohl er noch sehr jung ist, gehört dos Santos bereits zu den wichtigsten Akteuren der mexikanischen Nationalmannschaft. Der U-17-Weltmeister, olympische Goldmedaillengewinner und Leistungsträger des WM-Teams von 2010 weiß, dass er sich in Topform präsentieren muss, wenn er El Tri zur Verwirklichung der Ziele verhelfen will. "Es stimmt, dass ich trotz meines jungen Alters schon häufig berufen wurde und einen guten Lauf mit der Nationalmannschaft hatte. Für mich ist es eine Ehre, das grüne Trikot tragen zu dürfen. Ich bin in dieser Hinsicht sehr glücklich und hoffe, weitere Erfolge feiern zu können."

Mehrere Generationen eng verwoben
Der erste Erfolg von dos Santos war der Titelgewinn bei der FIFA U-17-Weltmeisterschaft 2005 in Peru. Nach Ansicht des Stürmers stellte dieses Ergebnis einen Wendepunkt im mexikanischen Fussball dar. "Daran gibt es keinen Zweifel, denn damals wurde uns klar, dass wir gegen jede Mannschaft gewinnen können", meint er rückblickend und bekommt dabei einen leicht nostalgischen Gesichtsausdruck. "Wir waren ein paar Jungs, die ohne Komplexe gegen die besten Mannschaften der Welt antraten. Und so haben wir irgendwie die Tür zum Erfolg geöffnet, der seitdem Einzug gehalten hat."

Die aktuelle Auswahl der Tricolor setzt sich aus Spielern zusammen, die in unterschiedlichen Altersklassen triumphieren konnten. Für dos Santos ist dies der Grund für die guten Ergebnisse, die in den letzten Monaten erzielt werden konnten. "Der interne Konkurrenzkampf hat sich enorm verstärkt, und das ist sehr gut für die Nationalmannschaft. Wir haben Spieler, die wissen, was es heißt zu siegen, und sie werden immer talentierter."

Als nächstes steht die Partie gegen Jamaika auf dem Programm, aber am Horizont zeichnet sich bereits die nächste große Herausforderung für Mexiko ab: der FIFA Konföderationen-Pokal 2013. El Tri gibt sich im Vorfeld des großen Turniers ausgesprochen selbstbewusst. "Vor einigen Tagen sagte unser Trainer [José Manuel de la Torre], dass es unser Ziel sei, das Turnier zu gewinnen. Ich stimme ihm da vollkommen zu. Wir werden sehr ernst an die Sache herangehen und haben den Ehrgeiz, eine große Rolle zu spielen. Zunächst müssen wir uns aber auf die unmittelbar anstehenden Begegnungen konzentrieren."

Der Tisch ist gedeckt, und das Festmahl kann beginnen. Der erste Gang heißt Jamaika, und der mexikanische Stürmer weiß, dass man das Dessert nicht vor dem Hauptgang essen kann. "Wir müssen uns allen Herausforderungen stellen, denn die Entscheidungen fallen erst auf dem Rasen. Diese Partie ist unser erster Schritt in Richtung Brasilien, und wir sind überzeugt davon dass wir unseren Weg fortsetzen werden. Voraussetzung ist allerdings, dass wir weiterhin mit dem gebotenen Ernst und voller Konzentration an die Sache herangehen", meint er abschließend.