Routinier Mario Yepes ist 36 Jahre alt und eine der Stützen der kolumbianischen Nationalmannschaft. Beim Freundschaftsspiel gegen Mexiko am 29. Februar wird der Kapitän auf seinen neuen Trainer José Pekerman treffen. Am Mikrofon von FIFA.com heißt der Verteidiger vom AC Mailand den Argentinier schon jetzt willkommen und beschreibt, was ihn in den kommenden Monaten erwartet.

Ein Spiel, nur ein einziges Spiel. Der ehemalige Trainer der argentinischen Albiceleste hat nur diese 90 Minuten auf der Bank der kolumbianischen Cafeteros, um sich durchzusetzen, um Struktur in eine Mannschaft zu bringen, der es an Konstanz und manchmal, so scheint es, auch an der nötigen Professionalität mangelt. Und das gegen die stets soliden Mexikaner. Es gibt leichtere Aufgaben, einige Wochen nach Amtsübernahme.

Pekerman kam Anfang Januar für den glücklosen Leonel Alvarez, der am 13. Dezember nach nur drei Monaten hatte gehen müssen. Der dreimalige Weltmeister mit der argentinischen U-20-Auswahl hat nur dieses eine Testspiel. Danach steht gleich das nächste Qualifikationsspiel für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™ auf dem Programm.

Technisch starkes Offensivspiel
"Ich kann Ihnen versichern, dass er in Südamerika einen hervorragenden Ruf genießt und schönen Fussball spielen lässt", sagt derweil Rossoneri-Innenverteidiger Mario Yepes im Gespräch mit FIFA.com. Er, das ist José Pekerman, unter dem Kolumbiens Kapitän noch nie gespielt hat. Aber Yepes begann seine Karriere einst bei River Plate und hat daher Innenansichten des argentinischen Fussballs.

"Pekerman ist in Europa kaum jemandem ein Begriff, weil er fast nur in Südamerika gearbeitet hat. Als ich noch bei River Plate war, hat er die argentinische U-20-Auswahl trainiert", erinnert sich der Ex-Spieler des FC Nantes. "Viele seiner damaligen Auswahlspieler waren meine Mannschaftskameraden bei River Plate und sie sprachen nur positiv von Pekerman, insbesondere von seiner Art, das offensive, technisch starke Spiel mit vielen Freiheiten zu fördern", so Super Mario weiter.

Yepes, der es in der laufenden Spielzeit bislang nur auf sechs Einsätze für den AC Mailand brachte, war dabei, als seine Cafeteros 2011 im Viertelfinale der Copa America an der Überraschungsmannschaft aus Peru scheiterten. Am 2. Juni nun kommt es zum erneuten Aufeinandertreffen - aber auch zur Revanche?

Voller Zuversicht
Kolumbien steht gehörig unter Druck und muss gewinnen. Nach der 1:2-Heimniederlage gegen Argentinien ist der Südamerika-Meister von 2001 nur noch Sechster in der Qualifikation und steht mit dem Rücken zur Wand. Angesichts dessen ist Geduld für den neuen Trainer ein Luxus, den er sich nicht leisten kann. Aber Yepes, Nationalspieler seit 1999, glaubt an den Übungsleiter, der Argentinien bis ins Viertelfinale der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2006™ geführt hat.

"Er hat bei der argentinischen Nationalmannschaft gute Arbeit geleistet", findet der bei Deportivo Cali entdeckte Verteidiger. "Er hat viele Stärken und die Erfahrung, uns voran zu bringen. Ich denke, hier hat er als Argentinier auch weniger Druck von Seiten der Medien und der Fans. In Kolumbien herrscht mehr Ruhe. Ich hoffe, wir können uns noch für die nächste Weltmeisterschaft qualifizieren und bin sehr zuversichtlich."

Europa-Erfahrung
Yepes ist der erfahrenste Spieler im kolumbianischen Kader, seit Ivan Cordoba nicht mehr in die Nationalmannschaft berufen wird. In Italien kann er die Entwicklung einiger junger Mannschaftskameraden gut verfolgen. "Mehrere Nationalspieler wie Juan Camilo Zúñiga und Pablo Armero spielen in Italien und gelten als große Entdeckungen. Das zeigt, dass wir Talente haben", sagt Yepes über seine Landsleute von Neapel und Udinese.

"De weitaus größte Teil des Kaders spielt in Europa. Das ist eine Premiere. In meiner ganzen Zeit als Nationalspieler waren es noch nie so viele. Immer mehr kolumbianische Spieler gehen ganz früh nach Europa. Dadurch haben wir heute Nationalspieler, die es gewohnt sind, auf höchstem Niveau zu spielen."

Gegen Mexiko, das laut Yepes "immer gute Ergebnisse erzielt und attraktiven Fussball spielt, trifft der Mailänder nun zum ersten Mal auf Pekerman als Trainer. Ob der ihn dann in Miami auch weiterhin Kapitän sein lässt und überhaupt, welche Rolle er ihm anvertraut, ist noch unklar. "Im Augenblick weiß ich noch gar nichts, es ist ja unsere erste Begegnung. Aber ich hoffe, dass ich weiterhin meine Erfahrung einbringen kann. Die Mannschaft ist jung und braucht Führung."

Ein junger Kader, den es nach oben zu führen gilt? Klingt nach der idealen Aufgabe für einen wie Pekerman.