In der Europa-Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™ haben die Niederlande und Russland noch keinen einzigen Punkt abgegeben und stehen mit einem Bein bereits in Südamerika. Der amtierende Welt- und Europameister aus Spanien liefert sich unterdessen in Gruppe I ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Frankreich.

Die größten Überraschungsmannschaften der bisherigen WM-Qualifikation sind zweifelsfrei die Schweiz, die Gruppe E mit drei Siegen und einem Unentschieden anführt, sowie Montenegro, das in Gruppe H mit zwei Punkten Vorsprung vor England rangiert. Die Türkei hat in Gruppe D hingegen bereits drei Niederlagen einstecken müssen, während Serbien in Gruppe A schon einen Rückstand von sechs Punkten auf Belgien und Kroatien hat. Portugal liegt in Gruppe F bereits fünf Punkte hinter Russland zurück. FIFA.com zieht eine Zwischenbilanz der WM-Qualifikation auf dem Alten Kontinent.

* Das Tor
Das bislang wohl wichtigste Tor dieser WM-Qualifikation erzielte der Franzose Olivier Giroud am 16. Oktober in der dritten Minute der Nachspielzeit im Stadion Vicente Calderon. Er krönte damit einen starken Auftritt der Bleus, die nach dem Seitenwechsel dem amtierenden Welt- und Europameister ebenbürtig waren.

Nur wenige Sekunden trennten die Spanier davon, zum 25. Mal in Folge eine Qualifikationsbegegnung für eine Welt- oder Europameisterschaft zu ihren Gunsten zu entscheiden. Am 8. September 2007 waren die Iberer beim 1:1 in Island zum letzten Mal sieglos geblieben. Das hatte die Roja aber auch nicht davon abgehalten, sich für die UEFA EURO 2008 zu qualifizieren und dort den Titel zu holen.

* Die Statistik
73 Spieler hat der italienische Trainer Cesare Prandelli seit der Übernahme der Squadra Azzurra nach der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™ insgesamt getestet. Die Bilanz fällt mit 16 Siegen, acht Unentschieden und sieben Niederlagen durchaus positiv aus. Der Coach des Vize-Europameisters kann folglich mit Stolz behaupten: "Wir haben uns verändert. Wir spielen mittlerweile nicht nur offensiver, sondern auch variabler. Wir verfügen inzwischen über zahlreiche Alternativen."

* Zitat
"Im Mittelfeld verfügen wir über zwei, drei Spieler, die taktisch perfekt sind. Einige Mannschaften haben uns aber ziemliches Kopfzerbrechen bereitet. Die Qualifikation ist noch lange nicht vorbei."
Vicente del Bosque (Trainer, Spanien)

* Das Topspiel
Deutschland – Schweden 4:4, Gruppe C, 16. Oktober 2012, Olympiastadion Berlin
Die berühmte Aussage Gary Linekers, wonach "am Ende immer die Deutschen gewinnen" wurde von elf entfesselt aufspielenden Schweden, die innerhalb von 28 Minuten einen Rückstand von vier Toren aufholten, komplett über den Haufen geworfen. Dabei hatte die DFB-Auswahl nach einer guten Stunde souverän mit 4:0 geführt und sich bereits mit einem komfortablen Vorsprung an der Tabellenspitze gewähnt Ein wuchtiger Kopfball von Zlatan Ibrahimovic reichte indes aus, um die deutsche Auswahl, die zwar über eine der besten Mannschaften in der Geschichte des DFB verfügt, aber den Kampfgeist an diesem Abend in der Kabine zurückgelassen hatte, aus dem Tritt zu bringen. Plötzlich fehlte die Grundordnung, Bälle gingen verloren, die Mannschaft ließ sich in die eigene Hälfte zurückdrängen und vermochte es nicht mehr, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. So kam es, wie es kommen musste: Kurz vor dem Ende der Begegnung netzte Rasmus Elm zum unglaublichen aber verdienten Ausgleich ein. Die psychologische Schwäche der deutschen Mannschaft ist vielleicht die größte Überraschung der ersten Qualifikationshälfte.

* So geht es weiter
Die direkten Begegnungen zwischen den jeweiligen Spitzenteams werden in den vier umkämpften Gruppen entscheidenden Charakter haben. Das ist der Fall bei den Begegnungen Kroatien gegen Belgien (Gruppe A, 11. Oktober), Schweden gegen Deutschland (Gruppe C, 15. Oktober), Griechenland gegen Bosnien-Herzegowina (Gruppe G, 22. März) und Frankreich gegen Spanien (Gruppe I, 26. März). In Gruppe H mit Montenegro, England und Polen, das ein Spiel weniger auf dem Konto hat, geht es sogar noch enger zu. Spannung versprechen vor allem die Spiele zwischen Montenegro und England (Hinspiel am 26. März; Rückspiel am 11. Oktober) und die möglicherweise entscheidenden Begegnungen zwischen Polen und Montenegro (6. September) sowie England und Polen (15. Oktober). Nicht zuletzt ist da noch die Partie zwischen Portugal und Russland am 7. Juni (Gruppe F), die für die Portugiesen möglicherweise die letzte Chance auf die direkte Qualifikation darstellt.

* Ihre Meinung zählt
Kann Frankreich die Gruppe als Erster vor Spanien abschließen?