Das Jahr 2012 war in der CONCACAF-Zone spannungsgeladen. Sechs Teams machten den Einzug in die letzte Qualifikationsrunde für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™ perfekt. In Mexico, den USA, Jamaika, Panama, Honduras und Costa Rica freut man sich schon auf das neue Jahr, denn dann werden die Nationalmannschaften dieser Länder um die 3,5 WM-Startplätze der Region kämpfen.

Mexiko präsentierte sich im vergangenen Jahr in absouter Hochform. Die Mexikaner gewannen in London nach einem spannenden Finalsieg gegen Brasilien zum ersten Mal olympisches Gold und dominierten die CONCACAF-Region mit der A-Nationalmannschaft in der Qualifikation für Brasilien 2014. Die Männer von José Manuel de la Torre nahmen die vorletzte Qualifikationsrunde im Sturm und sicherten sich bereits frühzeitig den Einzug in die Runde der letzten Sechs. Dabei blieb das Team ungeschlagen. Die Mannschaft unter der Führung von Giovani Dos Santos und Javier Hernandez strotzt nur so vor Selbstbewusstsein.

"Siege zu feiern ist kein Spaziergang", erklärt der Trainer, der auch unter dem Spitznamen Chepo bekannt ist und viel Wert auf Disziplin und harte Arbeit legt. "Man gewinnt nur mit viel Arbeit und Engagement; man muss wissen, wie man sich richtig verhält, und sicherstellen, dass man durch diese Faktoren die Oberhand behält."

Die Mexikaner haben alle sechs Spiele der dritten Qualifikationsrunde gewonnen, dabei 15 Treffer erzielt und nur zwei Gegentreffer kassiert. Am Ende der Runde hatten sie in ihrer Gruppe ganze acht Punkte mehr auf dem Konto als der nächste Verfolger Costa Rica.

Obwohl Costa Rica zum Schluss einen so großen Rückstand auf die Mexikaner hatte, darf das Team sich ebenfalls über das Erreichen der letzten Qualifikationsrunde freuen. Bryan Ruiz, der auf Vereinsebene für den englischen Erstligaklub FC Fulham aktiv ist, zieht die Fäden im Mittelfeld und bedient Álvaro Saborío, der in der letzten Runde mit sechs Treffern in sechs Spielen entscheidenden Anteil am Erfolg der Ticos hatte. Ruiz ist mit seiner Selbstlosigkeit und Kreativität die ideale Ergänzung zu Saborío, der laut eigenen Angaben ein "typischer Torjäger" mit dem entsprechenden Erfolgshunger ist. "Ich mag es, den Ball zu haben, ich kombiniere gerne mit anderen Spielern", so Ruiz gegenüber FIFA.com über seine Rolle im Team. "Ich bin nicht gierig – wenn ich einen Spieler sehe, der besser postiert ist als ich, gebe ich ihm den Ball."

Die USA befinden sich derzeit in einer Übergangsphase und werden von der ehemaligen deutschen Spielerlegende Jürgen Klinsmann trainiert. Mit knappem Vorsprung gelang dem Team der Gruppensieg. "All unsere Gegner sind besser als noch vor ein paar Jahren", so der Trainer im Gespräch mit FIFA.com. Er macht keinen Hehl daraus, dass ihn die Niederlage seines Teams gegen Jamaika und das Unentschieden im Auswärtsspiel gegen Guatemala nicht besonders überrascht hat. "Die mittelamerikanischen Teams sind technisch sehr versiert und schwer zu spielen. Die Karibikteams sind sehr athletisch, schnell und ehrgeizig. Und für jede einzelne dieser Mannschaften ist es eine ganz große Sache, gegen die USA anzutreten. Das ist das Spiel des Turniers und hat eine große Bedeutung. Sie tun was sie können, um uns zu schlagen."

Als zweites Team aus Gruppe A schaffte Jamaika den Sprung in die letzte Runde. Nachdem die Reggae Boyz 1998 zum ersten und bisher einzigen Mal bei einer FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ vertreten waren, hatten sie zunächst eine gewisse Stagnation zu verzeichnen. Theodore Whitmore, der bei der damaligen Endrunde in Frankreich als Spieler dabei war und zwei Treffer erzielen konnte, hat jedoch dafür gesorgt, dass das technisch versierte Team aus der Karibik als ernsthafter Anwärter in die letzte Qualifikationsrunde geht. Mit ihren schnellen Flankenläufen und ihrem kraftvollen und spritzigen Auftritt in allen Mannschaftsteilen dürften die Jamaikaner in der letzten Runde durchaus ein Team sein, vor dem die Gegner Respekt haben sollten – insbesondere in ihrem Heimstadion in Kingston, das auch als The Office bekannt ist.

"Er hat uns zusammengeschweißt", so der jamaikanische Stürmer Ryan Johnson in Bezug auf seinen Trainer und das Idol seiner Kindheit. Whitmore hatte den Posten des Nationaltrainers im Juni 2009 übernommen und die Boyz beim Caribbean Cup zum Titelgewinn geführt. Außerdem erreichte man im CONCACAF Gold Cup 2011 das Viertelfinale und kletterte in der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste nach oben. "Der Trainer betreut den Großteil der Mannschaft schon seit drei Jahren", so Johnson weiter. "Er hat unseren vollen Respekt, und wenn er [Whitmore] etwas sagt, hören wir zu."

Honduras und Panama hatten in Gruppe C am Ende beide elf Punkte auf dem Konto und hoffen in der letzten Runde auf eine Leistungssteigerung. Die Honduraner, die im letzten Spiel der dritten Runde einen 8:1-Kantersieg gegen Kanada landeten und damit in die Runde der letzten Sechs einzogen, überzeugen trotz eines schleppenden Starts in die Qualifikation vor allem mit physischer Stärke und Torgefährlichkeit. "Wir sind nur noch einen Schritt von Brasilien entfernt", so der honduranische Mittelfeldmotor Maynor Figueroa, der auf Vereinsebene für Wigan Athletic in der englischen Premier League aktiv ist. "Natürlich wird auch die abschließende Sechserrunde nicht leicht, aber das Weiterkommen wird uns große Zuversicht geben."

Während Honduras bereits zuvor bei FIFA Fussball-Weltmeisterschaften vertreten war (1982 und 2010), hofft Panama darauf, dass die derzeitige Erfolgsserie in der ersten WM-Teilnahme des Landes gipfeln wird. Das Team wird von der Spielerlegende Julio Dely Valdés trainiert und kann derzeit mit dem vielleicht besten Team aller Zeiten aufwarten. "Panama kann sich durchaus für die WM in Brasilien qualifizieren", so Valdés als der Einzug in die letzte Runde noch nicht feststand. Wir sind zuversichtlich, müssen aber einen Schritt nach dem anderen tun. Zunächst müssen wir in die nächste Runde einziehen, und dann können wir auch Geschichte schreiben."

Die Runde der letzten Sechs beginnt am 6. Februar 2013. Mexiko empfängt Jamaika, die USA muss auswärts in Honduras antreten und Panama spielt vor heimischem Publikum gegen Costa Rica. Sicherlich dürfen wir uns auf ein spannendes Jahr 2013 freuen, wenn es in der CONCACAF-Zone auf die Zielgerade geht.