Die Asienqualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™ ging 2012 in die entscheidende vierte Runde, und in den vergangenen sechs Monaten fanden die ersten fünf Spieltage statt. Es sind vier direkte Qualifikationsplätze zu vergeben, und dementsprechend hart umkämpft verläuft diese abschließende Phase bisher. So kam es zu mehreren Überraschungen und Außenseitersiegen.

Als einziges ungeschlagenesTeam ragte bisher Japan heraus. Nach vier Siegen und einem Unentschieden liegen die Blue Samurai in Gruppe B mit acht Punkten Vorsprung auf Australien unangefochten auf Rang eins. Im Gegensatz dazu ließen es sowohl die Socceroos wie auch Korea Republik an der nötigen Konstanz fehlen, und der Mannschaft Irans wiederum kam bisher ihre mangelnde Chancenverwertung teuer zu stehen.

Das Topspiel
Australien – Japan 1:1, 12. Juni 2012, Suncorp Stadium, Brisbane

Die Neuauflage des Finalduells beim AFC Asien-Cup 2011 vereinte zwei der zurzeit wohl besten Mannschaften des Kontinents.  Das Aufeinandertreffen am dritten Spieltag zwischen Asienmeister Japan und Vizemeister Australien bot ein neues Kapitel in der noch jungen, aber schnell gewachsenen Rivalität der beiden Länder, und es entwickelte sich ein dramatisches Spiel mit zwei roten Karten und einem Elfmeter. Alberto Zaccheronis Schützlinge reisten mit zwei Siegen aus den ersten beiden Partien nach Brisbane und waren fest entschlossen, mit einem dritten Erfolg ihre Führung auszubauen. Die Gäste taten ihr Bestes, um alle drei Punkte zu entführen, und zeigten ihr charakteristisches, offensiv ausgerichtetes Kurzpassspiel. Nach 65 Minuten gelang Yuzo Kurihara nach Vorlage von Keisuke Honda der Führungstreffer.

Die Gastgeber unter Coach Holger Osieck indes zeigten sich nach dem torlosen Unentschieden in der Auftaktpartie gegen Oman wie verwandelt und standen den Japanern in nichts nach. Phasenweise erarbeiteten sich die Socceroos dank einer stark verbesserten Leistung sogar bessere Chancen als die Gäste. Selbst in Unterzahl und nach dem Rückstand hielten sie den Druck auf den Gegner aufrecht und kamen nur fünf Minuten nach dem Gegentreffer durch einen von Luke Wilkshire verwandelten Strafstoß zum verdienten Ausgleich. Somit erwies sich dieser wertvolle Punkt als Ansporn für die Moral der Australier, während die Japaner damit zufrieden sein konnten, mit diesem Unentschieden unbeschadet nach Hause zurückgekehrt zu sein.

Das Tor
Iran – Korea Republik, 16. Oktober 2012, Azadi Stadium, Teheran
Javad Nekonam (76.)

Beim beherzten Heimsieg seiner in Unterzahl spielenden Mannschaft erzielte der iranische Kapitän Nekonam den einzigen Treffer der Partie gegen Korea Republik mit einem spektakulären Dropkick. Die Gäste waren in der torlosen ersten Halbzeit die bessere Mannschaft und scheiterten zum Glück für die Gastgeber zweimal amTorgebälk. Der Platzverweis von Masoud Soleimani Shojaei in der 56. Minute versetzte den Hoffnungen der Iraner einen weiteren Dämpfer. Doch es stand viel auf dem Spiel, und Nekonam erleichterte eine ganze Nation, als er nach einer harmlosen Abwehr seine Chance ergriff und den Siegtreffer landete.

Statistik
13 - Japan hat bisher die meisten Tore in diesem Wettbewerb erzielt, in fünf Partien gelangen dem Team 13 Treffer durch sieben verschiedene Torschützen. Mit fünf Toren ist Ryoichi Maeda der erfolgreichste Torjäger der Mannschaft.

Zitat
"Es ist mir egal, was die Leute vorschlagen. Ich höre nicht auf die Kritiken, denn ich arbeite eng mit der Mannschaft zusammen und weiß, wozu die Spieler in der Lage sind. Ich habe es zu beurteilen und ich weiß, wer bereit ist und wer sich noch viel mehr anstrengen muss." Holger Osieck (Trainer, Australien)

Fazit
In Gruppe B wird es wohl zu einem Dreikampf um den zweiten Platz hinter dem enteilten Tabellenführer Japan kommen, der drei Spiele vor Ende der entscheidenden Runde die Qualifikation so gut wie sicher hat. Australien liegt mit fünf Punkten gleichauf mit Irak und Oman, hat aber ein Spiel weniger bestritten und kann in drei der verbleibenden vier Partien auf die Unterstützung des Heimpublikums zählen. Aber auch Schlusslicht Jordanien hat rechnerisch noch alle Chancen auf das Weiterkommen. Mindestens der dritte Rang und damit ein Platz in der asiatischen Playoff-Runde ist für den Debütanten in Reichweite, wenn er die Leistung beim 2:1-Sieg gegen Australien wiederholen kann.

Dasselbe gilt auch für den Letzten in Gruppe A, Libanon. Der zweite Neuling in der vierten Qualifikationsrunde sorgte mit einem 1:0-Heimerfolg gegen Iran für eine faustdicke Überraschung. Die besten Aussichten auf den Gruppensieg hat indes Usbekistan, für das nach Siegen gegen Katar und Iran die erstmalige Qualifikation für eine Weltmeisterschaft zum Greifen nahe ist. Korea Republik auf dem zweiten Rang hat eine Partie weniger bestritten und gilt nach wie vor als Favorit auf die direkte Qualifikation, auch wenn sowohl Iran wie Katar momentan dieselbe Punktzahl aufweisen.