Der vierte Spieltag der Europa-Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2014™ war reich an Überraschungen. So büßten die Champions aus Spanien nach sechs Jahren daheim mal wieder Punkte ein. Gegen couragierte Franzosen reichte es am Ende nur zu einem 1:1. Deutschland wiederum zeigte sich nervenschwach und verspielte gegen Schweden eine 4:0-Führung. Auch Portugal musste zittern. In der Partie gegen Nordirland fiel der Ausgleich zum 1:1 erst kurz vor Schluss. Die Niederlande und Russland sind damit jetzt die einzigen Teams, die alle Spiele gewonnen haben.

FIFA.com blickt zurück auf einen ereignisreichen Abend.

Das Spiel des Tages
Deutschland – Schweden 4:4
Tore: Miroslav Klose (8., 15.), Per Mertesacker (39.), Mesut Özil (56.) für Deutschland; Zlatan Ibrahimovic (62.), Mikael Lustig (64.), Johan Elmander (76.), Rasmus Elm (90.+3) für Schweden

Bis zur 56. Minute führte Deutschland mit 4:0 und spielte dabei berauschenden Offensivfussball mit kombinationssicheren und abschlussstarken Stürmern. Joachim Löw blickte einer entspannten Schlussphase entgegen, das Publikum war hochzufrieden. Dann kam Zlatan Ibrahimovic und verkürzte mit einem entschlossenen Kopfball. Es war der Ehrentreffer, wie alle dachten. Doch mit diesem Tor ging ein Ruck durch die schwedische Mannschaft, wohingegen die Gastgeber den Faden völlig verloren. Der nicht für möglich gehaltene Ausgleich von Rasmus Elm in der Nachspielzeit schockte das Publikum in Berlin.

Die anderen Spiele

Gruppe A
Kroatien – Wales 2:0
EJR Mazedonien – Serbien 1:0
Belgien – Schottland 2:0

Mario Mandzukic und Eduardo schossen die Tore zum 2:0-Sieg Kroatiens, das damit zusammen mit Belgien Tabellenführer bleibt, das sich durch Treffer von Christian Benteke und Vincent Kompany gegen Schottland durchsetzte. Serbien unterlag bei Schlusslicht EJR Mazedonien und hat damit jetzt sechs Punkte Rückstand auf das Führungsduo.

Gruppe B
Tschechische Republik – Bulgarien 0:0
Italien – Dänemark 3:1

Italien war lachender Dritter im Fernduell mit der Tschechischen Republik und Bulgarien, die keinen Sieger ermitteln konnten. Der Sieg über Dänemark war möglicherweise eine Vorentscheidung in der Gruppe. Spielmacher Andrea Pirlo setzte die Torschützen Riccardo Montolivo, Daniele de Rossi und Mario Balotelli jeweils trefflich in Szene.

Gruppe C
Färöer – Republik Irland 1:4
Österreich – Kasachstan 4:0
Deutschland – Schweden 4:4

Die Republik Irland rehabilitierte sich für die deftige Heimniederlage gegen Deutschland mit vier Toren auf Färöer. Österreich siegte mit 4:0 gegen Kasachstan, wobei Marc Janko doppelt traf.

Gruppe D
Andorra – Estland 0:1
Ungarn – Türkei 3:1
Rumänien – Niederlande 1:4

Die Mannschaft von Louis van Gaal bleibt auch nach dem Spiel in Rumänien ohne Punktverlust, wobei die Gastgeber allerdings auch deutliche Defensivschwächen offenbarten. Die Niederländer führten nach einer halben Stunde bereits mit 2:0, weil sie zwei schlimme Patzer in der rumänischen Hintermannschaft konsequent ausgenutzt hatten. Am Ende waren es sogar vier Gegentore für Rumänien, das zuvor drei Spiele ohne Gegentreffer absolviert hatte.

Die Türkei ist nach der neuerlichen Niederlage gegen Ungarn praktisch schon aus dem Rennen. Dabei hatte Mevlut Erdinc die Gäste sogar zunächst in Führung gebracht, danach aber übernahmen die Hausherren das Zepter und drehten die Partie durch Tore von Vladimir Koman, Adam Szalai und Zoltan Gera. Ungarn hat damit nach Punkten zum Zweitplatzierten Rumänien aufgeschlossen und mischt in der Qualifikation wieder voll mit.

Gruppe E
Zypern – Norwegen 1:3
Island – Schweiz 0:2
Albanien - Slowenien 1:0

Island hielt eine Stunde lang mit, um schließlich doch durch Tore von Tranquillo Barnetta und Mario Gavranovic zu verlieren. Die Schweiz baute damit ihre Tabellenführung weiter aus. Slowenien dagegen patzte erneut und musste in Albanien schon die dritte Niederlage hinnehmen.

Gruppe F
Russland – Aserbaidschan 1:0
Israel – Luxemburg 3:0
Portugal – Nordirland 1:1

Russlands Bilanz bleibt mit vier Siegen in vier Spielen, acht Toren und null Gegentoren makellos. Die ausgesprochen abgeklärte Spielweise der Schützlinge von Fabio Capello zahlte sich erneut aus. Allerdings dauerte es gegen Aserbaidschan bis zur 84. Minute, bis Roman Shirokov per Elfmeter das Siegtor erzielte. Hauptkonkurrenz Portugal kam gegen Nordirland nicht über ein 1:1 hinaus und hat damit schon fünf Punkte Rückstand. Nach der Führung durch Niall McGinn berannten die Portugiesen zwar das nordirische Tor, waren jedoch im Abschluss nicht konsequent genug. Helder Postiga gelang zehn Minuten vor dem Ende immerhin noch der Ausgleich, zu dem Nani die Vorarbeit leistete. Die Schlussoffensive brachte nichts mehr ein.

Israel setzte derweil seine Aufholjagd fort und schoss drei Tore gegen Luxemburg. Dadurch bleibt Israel schärfster Verfolger von Portugal.

Gruppe G
Lettland – Liechtenstein 2:0
Bosnien-Herzegowina – Litauen 3:0
Slowakei – Griechenland 0:1

Die bosnischen Torjäger Vedad Ibisevic, Edin Dzeko und Miralem Pjanic brillierten gegen Litauen erneut, so dass ihre Mannschaft wegen der besseren Tordifferenz Tabellenführer bleibt. Im wichtigen zweiten Spiel der Gruppe setzte sich Griechenland in der Slowakei dank eines Treffers von Dimitrios Salpingidis durch.

Gruppe H
Ukraine – Montenegro 0:1
San Marino – Moldawien 0:2
Polen – England (abgesagt)

Montenegro knüpfte an seine guten Leistungen zu Beginn der Qualifikation an und bleibt nach dem Sieg in der Ukraine weiter ungeschlagen. Das Tor des Tages gelang Dejan Damjanovic kurz vor dem Seitenwechsel. Das Spiel Polen gegen England musste wegen sintflutartiger Regenfälle abgesagt werden und wird am Freitag (17. Oktober) um 17:00 Uhr nachgeholt.

Gruppe I
Belarus – Georgien 2:0
Spanien – Frankreich 1:1

Der Weltmeister aus Spanien geriet in der zweiten Hälfte so stark unter Druck wie schon seit lange nicht mehr. Gegen einen respektlosen Gegner aus Frankreich, der buchstäblich bis zur letzten Sekunde seine Chance suchte, reichte es folgerichtig daheim nur zu einem Remis. Dabei hatte Sergio Ramos die Gastgeber in Führung gebracht und Hugo Lloris einen Elfmeter von Cesc Fabregas parieren müssen. Nach der Pause stürzten die Franzosen die Spanier dann jedoch von einer Verlegenheit in die andere. Der Weltmeister konnte sein gewohntes Spiel nicht mehr aufziehen. Nach Flanke von Franck Ribéry belohnte Olivier Giroud die Gäste schließlich mit dem Ausgleich. Beide Mannschaften stehen damit punktgleich an der Tabellenspitze.

Belarus konnte derweil seinen ersten Sieg feiern. Renan Bressan und Stanislav Dragun stellten den Erfolg gegen Georgien bereits in der ersten halben Stunde sicher.

Der Spieler des Tages
Der bei Maccabi Haifa ausgebildete Tomer Hemed (25) ist seit Monaten Israels Toptorjäger. Der erst am 4. Juni 2011 gegen Lettland erstmals in die Nationalmannschaft berufene Stürmer von RCD Mallorca bringt es inzwischen auf neun Tore in zwölf Spielen, darunter ein Doppelpack in der jüngsten Partie gegen Luxemburg. Auch in Spanien läuft es mit 13 Toren in 36 Begegnungen für Hemed richtig gut.

Die Tore des Tages
Deutschland - Schweden 4:4, Miroslav Klose (8., 15.)

Philipp Lahm schickte Marco Reus auf links steil und dieser drang in den gegnerischen Strafraum ein und legte den Ball clever zurück. Miroslav Kose hatte sich unterdessen im Rücken der Abwehr freigestohlen und erwartete den Ball am ersten Pfosten, von wo er ihn in die Maschen hämmerte. Sieben Minuten später war Reus an einem doppelten Doppelpass durch die gegnerische Abwehr beteiligt und bediente Klose wieder mustergültig. Es waren zwei perfekt ausgeführte Spielzüge wie vom Reißbrett.

Die Zahl des Tages
100 –
So viele Länderspiele hat Cristiano Ronaldo jetzt absolviert. Mit 27 Jahren ist er damit einer der Jüngsten, die je Eingang in den "Hunderterklub" fanden. Der Portugiese bestritt sein erstes Länderspiel am 20. August 2003 gegen Kasachstan. Damals wurde er für Luis Figo eingewechselt, der mit 127 Länderspielen vor Fernando Couto (110) aktueller Rekordnationalspieler seines Landes ist. Der Stürmer von Real Madrid hat 37 Länderspieltore geschossen und liegt damit vier Tore hinter Eusebio und nur noch zehn hinter Pedro Pauleta.

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