Kaum neun Monate nach der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™ hat das Unternehmen Brasilien 2014 am vergangenen Mittwoch mit der Auslosung der ersten beiden Qualifikationsrunden für den asiatischen Kontinent offiziell begonnen. In einer ersten Runde treffen die 16 am niedrigsten platzierten Mannschaften Asiens aufeinander. Die acht siegreichen Teams ziehen in die nächste Runde ein, an der insgesamt 30 Nationen teilnehmen werden. Australien, die Republik Korea, Japan, die DVR Korea und Bahrain - die besten fünf Mannschaften Asiens in der Qualifikation für die WM 2010 in Südafrika - greifen erst in der dritten Runde ins Geschehen ein.

Die gestrige Auslosung meinte es gut mit vielen traditionell starken Mannschaften: Der viermalige WM-Teilnehmer Saudiarabien trifft auf Hongkong, während es Iran mit den Malediven zu tun bekommt, gegen die man in der Qualifikation für die FIFA WM 1998 in Frankreich in zwei Spielen 26:0 Tore erzielt hatte. Der legendäre Karim Bagheri hatte mit seinen sieben Treffern in Teheran damals für einen neuen Torrekord in der WM-Qualifikation gesorgt.

Die VR China - in der aktuellen FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste das fünftbeste asiatische Team - trifft auf den Sieger des Duells zwischen Kambodscha und Laos. Obwohl ein überlegener Sieg in Reichweite sein sollte, betonte Trainer Gao Hongbo, den nächsten Gegner keinesfalls auf die leichte Schulter zu nehmen: "Bei früheren WM-Qualifikationen wurde uns unsere Selbstgefälligkeit schon einige Male zum Verhängnis, weshalb wir keinen Gegner mehr unterschätzen dürfen", sagte Gao. "Wir sollten uns auf die Vorbereitung konzentrieren und unabhängig von unseren Gegnern stets unser Bestes geben."

In der ersten Runde kommen auch einige weniger bekannte Mannschaften zum Einsatz, die nun die einmalige Chance haben, eine Überraschung zu liefern. Die Philippinen, die durch die jüngste Qualifikation für den AFC Challenge Cup 2012 viel Selbstvertrauen tanken konnten, möchten ihren Ruf als Punktelieferant nun gegen Sri Lanka weiter hinter sich lassen. "Das ist kein schlechtes Los", sagte der Trainer der Philippinen, Michael Weiss, im Gespräch mit FIFA.com. "Sri Lanka ist in Südasien eine Macht, aber wir sollten gute Chancen haben, am Ende als Sieger vom Platz zu gehen."

Sollten sich die Philippinen gegen Sri Lanka durchsetzen, wartet mit Kuwait ein zehnmaliger Sieger des Gulf Cup und WM-Teilnehmer von 1982, der in der Weltrangliste 48 Plätze vor der Inselnation liegt. Der deutsche Trainer lässt sich davon jedoch nicht beeindrucken und betont, dass sein Team bereit ist, gegen jeden Gegner alles zu geben. "Wenn all unsere Leistungsträger zur Verfügung stehen und die Vorbereitung gut vorangeht, liegen unsere Chancen bei etwa 30 Prozent", sagte er. "Wir werden es ihnen zumindest so schwer wie möglich machen."

Interessante Duelle
Die Auslosung ergab einige interessante Duelle, wobei das Aufeinandertreffen zwischen den Vereinigten Arabischen Emiraten und Indien, die beide bei der Endrunde des AFC Asien-Pokals 2011 vertreten waren, zweifelsohne die attraktivste Paarung darstellt. Beide Mannschaften mussten bei der Kontinentalmeisterschaft im Januar bereits nach der Gruppenphase die Segel streichen, doch im bis dato letzten Duell, einem Vorbereitungsspiel für den Asien-Pokal, konnte sich das Team aus den VAE mit 5:0 gegen die Südasiaten durchsetzen.

"Auf dem Papier sind mögen wird der Favorit auf den Einzug in die nächste Runde sein", sagte Srecko Katanec, der slowenische Trainer der VAE. "Doch heutzutage ist alles viel enger – jede Mannschaft kann an einem guten Tag für eine Sensation sorgen. Abgesehen davon sollten wir uns auch mit den Problemen in Zusammenhang mit dem heißen und feuchten Wetter auseinandersetzen."

In der zweiten Runde kommt es auch zum Wiedersehen alter Bekannter: So trifft zum Beispiel der Halbfinalist des Asien-Pokals, Usbekistan, im zentralasiatischen Derby auf Kirgistan, während es das Nachbarland Tadschikistan erneut mit Syrien zu tun bekommt, das sich in der Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2006 mit einem Gesamtergebnis von 3:1 durchgesetzt hatte.

Turkmenistan, ebenfalls eine ehemalige Sowjetrepublik, trifft unterdessen auf Indonesien, gegen das man eine ausgeglichene Bilanz vorweisen kann, nachdem es in den beiden vorherigen Duellen einen 3:1-Sieg für die jeweilige Heimmannschaft gegeben hatte (ebenfalls in der Qualifikation für die WM 2006 in Deutschland). Das Team aus Thailand dagegen muss sich noch ein wenig gedulden, ehe der Gegner feststeht. "Wir werden es entweder mit Afghanistan oder Palästina zu tun bekommen, was durchaus Ironie ist, schließlich trafen wir bereits in der Olympia-Qualifikation auf Palästina. Aber wenn wir das gleiche Resultat erreichen und uns für die Gruppenphase qualifizieren, dann werde ich mich nicht beschweren! Unser Ziel ist ganz klar Brasilien, wobei das noch ein weiter Weg dorthin ist. Aber wir müssen irgendwo beginnen", gibt sich Trainer Bryan Robson gegenüber FIFA.com selbstwusst.

Katar, der Gastgeber der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2022, hat mit Vietnam noch eine Rechnung offen, nachdem das letzte Aufeinandertreffen mit einem überraschenden 1:1-Unentschieden endete, das beim Asien-Pokal 2007 zum frühen Ausscheiden der Golfnation beitrug.

Erste Runde
Malaysia - Chinese Taipei
Bangladesch - Pakistan
Kambodscha - Laos
Sri Lanka - Philippinen
Afghanistan - Palästina
Vietnam - Macau
Nepal - Osttimor
Mongolei - Myanmar

Zweite Runde
Thailand - Afghanistan oder Palästina
Libanon - Bangladesch oder Pakistan
China VR - Kambodscha oder Laos
Turkmenistan - Indonesien
Kuwait - Sri Lanka oder Philippinen
Oman - Mongolei oder Myanmar
Saudiarabien - Hong Kong
Iran - Malediven
Syrien - Tadschikistan
Katar - Vietnam oder Macau
Irak - Jemen
Singapur - Malaysia oder Chinese Taipei
Usbekistan - Kirgisistan
Vereinigte Arabische Emirate - Indien
Jordanien - Nepal oder Osttimor