FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™

14 Juni - 15 Juli

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2018™

Offene Rechnungen in Russland

© Getty Images
  • Bei der WM 2018 erwarten uns einige ganz besondere Duelle bereits in der Gruppenphase
  • Japan, Mexiko und Nigeria brennen auf Revanche
  • Island frischt gegen Kroatien eine schon traditionelle Rivalität auf

Weniger als einen Monat vor dem Anstoß zur FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™ wird die Vorfreude immer größer. 64 Partien bieten den Fans zwar genügend Stoff, doch es gibt einige Duelle mit einer ganz besonderen Note.

Zum Teil sind es offene Wunden von der WM 2014 in Brasilien, schmerzhafte Niederlagen auf dem Weg zur Endrunde oder gar Duelle auf russischem Boden vor kurzer Zeit: Einige der bevorstehenden Gruppenspiele haben ein ganz spezielles Flair. Wir befassen uns näher mit einigen Partien, bei denen eines der beiden Teams, die sich im Spielertunnel formieren, ganz sicher noch eine Rechnung offen hat.

Deutschland – Mexiko

Gruppe F

17. Juni, Luschniki-Stadion, Moskau

Drei Tage nach dem Trubel der Eröffnungsfeier wird Mexiko im Luschniki-Stadion auf Revanche brennen. Zwar ist Sotschi gut 20 Autostunden entfernt, doch die Mexikaner erinnern sich noch sehr gut, dass ihre Hoffnungen auf den Gewinn des FIFA Konföderationen-Pokals im dortigen Fischt-Stadion durch eine herbe 1:4-Niederlage im Halbfinale gegen Deutschland zunichte gemacht wurden.

"Wir wollten damals das Turnier gewinnen, aber wir haben eine wichtige Lektion für die WM gelernt", erzählt Marco Fabian, dessen Ehrentreffer in der 89. Minute immerhin noch zum schönsten Tor des Turniers gewählt wurde. "Wir waren ein paar Mal unkonzentriert und wurden eiskalt erwischt."

Brasilien ist übrigens der einzige amtierende Weltmeister, der in den letzten 20 Jahren ein Eröffnungsspiel bei einer WM gewonnen hat. Wird Mexiko also aus den Fehlern des letzten Jahres gelernt haben? Sicherlich brennt man darauf, dem Titelverteidiger einen heißen Tanz zu bereiten.

Japan – Kolumbien

Gruppe H

19. Juni, Mordwinien-Arena, Saransk

Zwar erinnern sich viele noch an James Rodriguez' herrlichen Treffer gegen Uruguay als herausragendes Tor der WM in Brasilien, doch der Spieler selbst sieht das anders: "Persönlich ziehe ich mein Tor gegen Japan vor."

Sein elegant erzielter Treffer war der letzte Nagel im WM-Sarg Japans, das damals in Cuiaba sein letztes Spiel auf südamerikanischem Boden bestritt. Mit einem Sieg hätten die Japaner damals die K.-o.-Runde erreicht. "Ich kann es noch gar nicht fassen, dass wir mit 1:4 verloren haben", erklärte damals ein niedergeschlagener Shinji Okazaki nach dem Spiel.

Sicherlich werden Okazaki, Shinji Kagawa und Spielführer Makoto Hasebe alles daran setzen, in etwas über einem Monat diese schmerzliche Scharte auszuwetzen.

Nigeria – Argentinien

Gruppe D

26. Juni, Sankt-Petersburg-Stadion, Sankt Petersburg

Ein allgemeines Aufstöhnen war unter den Fans der Super Eagles zu vernehmen, als sie in eine Gruppe mit dem Südamerika-Giganten Argentinien gelost wurden. Es ist nun schon das fünfte Mal, dass die beiden Teams bei einer WM-Endrunde aufeinander treffen. Und das, obwohl Nigeria seit dem Debüt 1994 erst zum sechsten Mal dabei ist.

Bislang konnte das Team aus Westafrika in diesen Spielen nur einen mageren Punkt holen. Auch 2014 in Brasilien endete die Reise, allerdings erst nach einem wahren Thriller, in dem man mit 2:3 gegen Messi & Co. den Kürzeren zog. Auch die Nigerianer werden damals einiges gelernt haben und alles daran setzen, beim fünften Aufeinandertreffen Geschichte zu schreiben.

"Was dich nicht umbringt, macht dich stärker", erklärte Ogenyi Onazi. "Das wahre Argentinien zählt zu den besten Teams der Welt und es wird alles andere als einfach. Aber wir haben aus unseren Fehlern in Brasilien gelernt und nun liegt es an uns, das auch zu zeigen."

Kroatien – Island

Gruppe D

26. Juni, Rostow-Arena, Rostow am Don

Der letzte Spieltag in Gruppe D verspricht ohnehin ganz besondere Spannung. Während Nigeria nämlich auf Argentinien trifft, werden auch Kroatien und Island erneut die Klingen kreuzen.

Vor vier Jahren versagte Kroatien im Playoff-Duell der Europa-Qualifikation Island die Ehre, kleinster WM-Teilnehmerstaat aller Zeiten zu werden, als die Träume von der erstmaligen Endrundenteilnahme nach einer 0:2-Niederlage in Zagreb ein jähes Ende fanden.

"Im Nachhinein war das [die Niederlage in den WM-Playoffs] besonders wichtig für uns", glaubt Gylfi Sigurdsson, "denn wir haben erfahren, wie weh das tut und wie enttäuscht man ist, wenn man so knapp vor dem Ziel scheitert."

Es dürfte für die Isländer ein besonders schönes Gefühl gewesen sein, als sie sich auf dem Weg zur WM in Russland revanchieren konnten, die Gruppe gewannen und die Kroaten, die in Finnland zwei Punkte liegen ließen, selbst in die Playoffs schickte. Nun wird man sehen, wer als Letzter lacht.

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