In der Nord-, Mittelamerika- und Karibik-Zone geht es nun um alles oder nichts. In der letzten Qualifikationsrunde kämpfen die sechs verbliebenen Mannschaften um insgesamt dreieinhalb Startplätze bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™. Diese Mannschaften heißen USA, Mexiko, Costa Rica, Honduras, El Salvador sowie Trinidad und Tobago.

Die Favoriten
Die "Großen Drei" dieser Region sind relativ eindeutig definiert. Die USA, Mexiko und Costa Rica gelten als große Favoriten auf die ersten drei Plätze, die eine direkte Qualifikation für die Endrunde im Jahr 2010 bedeuten, welche zum ersten Mal auf afrikanischem Boden stattfinden wird. Die U.S.-Boys von Trainer Bob Bradley verfügen über einen ausgewogenen Kader mit jungen, aber auch routinierten Spielern - allen voran Torjäger Landon Donovan, der Kapitän jener Mannschaft, die beim CONCACAF Gold Cup triumphierte. Mexiko hingegen hofft, nach der äußerst unbeständigen vorletzten Qualifikationsrunde, in der man nur einen Punkt aus den letzten drei Spielen holte und beinahe an den Jamaikanern gescheitert wäre, wieder zu seiner alten Form zurückzufinden. Costa Rica zeigte mit dem neuen Trainer Rodrigo Kenton eine erhebliche Leistungssteigerung und feierte sechs Siege in ebenso vielen Spielen - auch wenn die Gruppe wesentlich leichter war als jene der Mexikaner.

Die Außenseiter
Das vermutlich stärkste Team nach den "Großen Drei" ist die vom Kolumbianer Reinaldo Rueda trainierte Mannschaft aus Honduras, die unter anderem David Suazo und Amado Guevara in ihren Reihen hat. Die Catrachos hatten sich in der Gruppe 2 - in der auch die wackeren Kanadier und die talentierten, jedoch sehr unbeständigen Jamaikaner spielten - den Sieg vor Mexiko gesichert. Trinidad und Tobago, das in der Vorausscheidung beinahe gegen Fussballzwerg Bermuda ausgeschieden wäre, fand wieder zu alter Form zurück und holte sich vor Guatemala und hinter den USA Platz zwei in der Gruppe. Mit dem 40-jährigen Spielmacher Russell Latapy, der ein Comeback in der Nationalmannschaft feierte, Dwight Yorke, der zurzeit in Höchstform agiert, und Torjäger Kenwyne Jones, der nach einer schweren Knieverletzung wieder in der Mannschaft steht, haben die Soca Warriors gute Chancen, zum zweiten Mal nach 2006 wieder eine WM-Endrunde zu erreichen.

El Salvador darf jedoch ebenfalls nicht unterschätzt werden. Die Mannschaft des mexikanischen Trainers Carlos de los Cobos konnte sich in den letzten Jahren kontinuierlich verbessern. Zudem besitzen die Mittelamerikaner mit dem Estadio Cuscatlán einen der meistgefürchteten Hexenkessel Amerikas. Top-Torjäger Rudis Corrales, der in acht Qualifikationsspielen bereits sieben Treffer erzielte, wird den gegnerischen Abwehrreihen Kopfschmerzen bereiten.

Interessante Spieler
Landon Donovan (USA), Tim Howard (USA), Jozy Altidore (USA), Rafa Marquez (MEX), Andres Guardado (MEX), Carlos Vela (MEX), David Suazo (HON), Amado Guevara (HON), Wilson Palacios (HON), Dwight Yorke (TRI), Russell Latapy (TRI), Kenwyne Jones (TRI), Bryan Ruiz (CRC), Walter Centeno (CRC), Rudis Corrales (SLV), Eliseo Quintanilla (SLV)

Die Schlüsselspiele
Die beiden Duelle zwischen den USA und Mexiko (am 11. Februar in den USA und am 12. August in Mexiko) werden auch diesmal hart umkämpfte Klassiker sein, bei denen sich die beiden Mannschaften mit Sicherheit keine Geschenke machen werden. Aber auch die Partien zwischen Mexiko und Honduras (am 1. April bzw. 9. September) enthalten einiges an Zündstoff, nachdem in der vorherigen Runde jede Mannschaft ein Mal als Sieger vom Platz gegangen ist.

Statistik
13 -
So oft qualifizierte sich Mexiko bereits für die Endrunde einer FIFA Weltmeisterschaft - ein Rekord in der CONCACAF-Zone. Danach kommen die USA mit bisher acht Endrundenteilnahmen. Costa Rica konnte sich insgesamt drei Mal qualifizieren, während El Salvador zwei Mal und Trinidad und Tobago sowie Honduras jeweils ein Mal eine WM-Endrunde erreichten.

Hätten Sie's gewusst?
Mexiko hat im Aztekenstadion erst ein einziges WM-Qualifikationsspiel verloren: Am 17. Juni 2001 gab es eine 1:2-Niederlage gegen Costa Rica. Die USA, Honduras, Trinidad und Tobago sowie El Salvador konnten in der mexikanischen Festung bislang noch nie gewinnen.