Nelson Mandela musste in seinem Leben einiges
durchmachen.Und da er heute seinen 89. Geburtstag feiert,
beschenken ihn die besten Fussballer der Welt mit einer weiteren
Herausforderung.Das mit Stars gespickte Spiel heute Abend zwischen
einer Weltelf und einer Afrikaauswahl läuft unter dem Motto
"90 Minuten für Mandela"."Nelson Mandela liebt
Herausforderungen", erklärte Tokyo Sexwale, Hochkommissar für
die Anti-Rassismus-Kampagne der FIFA und einer der ältesten Freunde
von
Madiba, und fügte hinzu, dass Mandelas "gesamtes
Leben voller Herausforderungen war."
"Er hat immer Themen aufgegriffen, die
unangenehm waren, aber dann schließlich Anklang gefunden haben, wie
etwa Apartheid oder AIDS.Er hat gezeigt, dass man aus der Not eine Tugend
machen und somit eine Niederlage in einen Sieg umwandeln
kann.Die heutige Veranstaltung '90 Minuten für
Mandela' ist eine Herausforderung ihm und seinem in Kürze
beginnenden zehnten Lebensjahrzehnt zu Ehren.Wenn wir im kommenden Jahr wieder zusammenkommen,
um seinen 90. Geburtstag zu feiern, erwartet uns wohl eine der
größten Feiern aller Zeiten", sagte Sexwale.
Es handelt sich dabei um die Wertschätzung einer
Ikone, dessen Leben zahlreiche Generationen inspirierte und dessen
Lächeln überall Freude verbreitet.Das Antreten von Spielern wie Pelé, Ruud Gullit,
Samuel Eto'o, Lucas Radebe und Emilio Butragueño stellt eine Ehrerbietung für einen Mann dar,
dessen Tugenden jenseits aller Vorstellungskraft liegen.
"Viele von uns sehen ihn in einer
unterschiedlichen Rolle:als Vorbild, als Anführer, als Freiheitskämpfer,
als Friedensstifter, als Pazifist, als Vater, als Mentor.Aber wissen Sie was?Für die meisten ist er einfach nur ein
Freund.Er ist ein Freund von jedem, den er trifft.Ich habe noch nie zuvor eine derart bemerkenswerte
Persönlichkeit getroffen.Er hat eine unglaubliche Ausstrahlung, aber wenn
man ihn trifft, trifft man nicht diese große Persönlichkeit.Er ist einfach nur
Madiba.Er steht auf für jeden und alles, woran er
glaubt", meinte Sexwale.
Das Spiel am heutigen Abend ist nicht nur eine
Hommage an das Geburtstagskind Mandela, sondern auch eine Chance
für die FIFA, den Beitrag einer Gruppe von Freiheitskämpfern zu
würdigen, die wie Mandela ihr Leben für ihre Überzeugung riskiert
haben.Für die außergewöhnlichen Fussballer der Makana
Football Association, einer Gruppe von politischen Gefangenen, die
auf der berüchtigten Insel Robben Island ihre eigene Liga
gründeten, ist heute auch der Tag, an dem FIFA-Präsident Joseph S.
Blatter sie mit dem Status eines außerordentlichen Mitgliedes des
Weltfussballverbandes ehren wird.
Sexwale, einer der Spitzenfunktionäre der Makana
FA, spricht über die Freiheitskämpfer, die sich zwar den Gesetzen
der Apartheid widersetzten, aber die FIFA-Statuten bei den Spielen
auf der Insel strengstens einhielten."Die Makana Football Association wurde nach
einem der größten Anführer unserer Sache benannt.Er war einer der ersten politischen Gefangenen,
die nach Robben Island gebracht wurden.Die Makana FA basierte auf den Grundlagen des
FIFA-Regelwerks.Ein Spiel dauerte 90 Minuten.Der Platz, auf dem wir spielten, musste eine
bestimmte Form und Größe haben, und die Torstangen mussten exakt
die gleiche Entfernung aufweisen.Die Trikots der Spieler waren ebenfalls
reglementiert.Sogar die Zuschauer trugen die Farben ihrer
jeweiligen Mannschaft", erinnert sich Sexwale.
Angesichts der Tatsache, dass diese Menschen als
größte Feinde des Apartheid-Systems galten und ohne jede Chance,
wieder zu ihrem gewohnten Leben zurückzukehren, auf eine entlegene
Haftanstalt verbannt wurden, gab der Fussball den Häftlingen einen
Hauch von Normalität.
"Der Fussball hielt uns am Leben.Auf Robben Island war alles verboten, doch wir
schmuggelten unter der Hand Bücher mit dem FIFA-Regelwerk.Wir hatten sogar 'professionelle'
Schiedsrichter und eigene Disziplinarkomitees.Die Mannschaften wurden nach politischer
Zugehörigkeit gebildet.Es gab Tage, an denen nicht gespielt wurde, wenn
der Pan Africanist Congress verärgert war.Doch die Makana Football Association war eine
Einrichtung, die uns alle vereinte, ohne auf politische Barrieren
Rücksicht zu nehmen.Wir erkannten, dass dies ein wichtiges Instrument
unserer Solidarität, Einheit und Kooperation war.Ich bin nicht überrascht, dass die FIFA mehr
Mitglieder hat als die Vereinten Nationen", sagte Sexwale.
Die besten Spieler auf der Insel, an die er sich
erinnert, waren Terror Lekota (nunmehr südafrikanischer
Verteidigungsminister) und Kgalema Motlanthe (zurzeit
Generalsekretär des Afrikanischen Nationalkongresses). Dikgang
Moseneke (nunmehr beim Verfassungsgerichtshof) hingegen war damals
einer der Rechtsexperten des Disziplinarkomitees der Liga.
Nach vielen Jahren durfte Sexwales Frau Judy den
Häftlingen schließlich eine Spielkleidung besorgen.Sexwale lernte Judy auf der Insel kennen, als sie
als Anwaltsgehilfin den Häftlingen rechtlichen Beistand gab.
"Die Gefangenen verwendeten jedes Material,
das sie in die Finger bekamen, um daraus einen Fussball zu
machen.Wir spielten mit allem, was zur Verfügung stand.
Die Tornetze wurden aus echten Fischernetzen hergestellt, die auf
der Insel angeschwemmt wurden.Wir baten, sie vom Strand mitnehmen zu
dürfen.Zu jener Zeit, als ich nach Robben Island kam,
machte die Makana FA große Fortschritte.Nach zahlreichen Protesten wurde uns schließlich
erlaubt, einen eigenen Fussball haben zu dürfen.Das dauerte etwa 15 Jahre, doch dann durfte uns
Judy endlich eine Ausrüstung bringen, bestehend aus Schuhen mit
Stollen, Fussbällen, eigener Spielkleidung und sogar
Schiedsrichterpfeifen.Diese Spiele hätten Sie sehen sollen!" sagte
Sexwale mit einem breiten Grinsen.
Die Würdigung der Makana FA durch die FIFA ist für
Sexwale und für viele andere politische Gefangene, die auf dieser
Insel festgehalten wurden, ein emotionaler Moment."Die Würdigung von Makana ist sehr wichtig,
denn Fussball war für uns ein Instrument der
Veränderung."
Und unter diesen widrigen Umständen stellte der Fussball wahrlich eine große Veränderung dar.
![FIFA World Cup [logo]](/img/head/fwclogo.gif)


