
In Zürich finden sich in dieser Woche erstmals die potentiellen Schiedsrichter für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™ ein. 52 Referees aus 46 Ländern nehmen am ersten Schiedsrichter-Workshop vom 24. bis 28. September teil. Nach einem medizinischen Test in den vergangenen Tagen wurden die 52 Kandidaten am Montagmorgen von FIFA-Präsident Joseph S. Blatter offiziell begrüßt.
"Ich möchte sie beglückwünschen, denn Sie sind auserwählt worden für diese Reise zur WM in Brasilien 2014. Die Vorbereitung zur WM ist enorm wichtig. Sie werden mein Team sein, die 33. Mannschaft der Weltmeisterschaft, und diese Mannschaft ist eine ganz wichtige", sagte der FIFA-Präsident in seiner Eröffnungsrede. Blatter gab einen Überblick über die kürzlich getroffenen Entscheidungen im Schiedsrichterwesen. So sprach er unter anderem die Entscheidung zur Einführung der Torlinientechnologie an, die im Dezember bei der FIFA Klub-Weltmeisterschaft 2012 in Japan erstmals zum Einsatz kommen wird.
Er dankte den Schiedsrichtern für ihren bisherigen Einsatz im Sinne des Fussballs und wünschte ihnen alles Gute auf dem Weg zur WM 2014: "Sie geben einen großen Teil ihres Lebens für den Fussball. Fussball ist ein Spiel mit Selbstdisziplin und Respekt, ein Kampf im Geiste des Fairplay. Und Sie sind die Spielleiter", schloss der FIFA-Präsident ab.
Die Woche hält für die Referees eine ganze Reihe von Programminhalten bereit, die die Schiedsrichter auf die kommenden Aufgaben und speziell auf einen Einsatz beim wichtigsten Fussballturnier der Welt, der FIFA WM, vorbereiten soll.
Der Montag stand ganz im Fokus der Fitness, medizinischer Informationen sowie der Theorie und Spielanalyse. Unter der Leitung des Abteilungsleiters Schiedsrichterwesen bei der FIFA, Massimo Busacca, bekamen die Schiedsrichter einen Überblick in Themen wie körperliche Fitness und Ernährung sowie Verletzungsvermeidung. Am Nachmittag wurden Spielszenen per Videoanalysen besprochen und diskutiert. Am Dienstag ging es dann nach einem Fitness-Test auf das Spielfeld am FIFA-Hauptsitz, wo die ersten Praxis-Einheiten auf dem Programm standen.
Busacca sprach in seiner Eröffnungsrede aus seinem reichen Erfahrungsschatz als ehemaliger Weltklasse-Schiedsrichter und gab einen Ausblick auf die anstehenden Tests und Inhalte des Seminars sowie die Planungen für die kommenden Monate in Richtung WM 2014. "Es ist ganz wichtig zu betonen, dass dies eine offene Liste ist. Es ist wie mit einer Nationalmannschaft, wir sind die FIFA-Nationalmannschaft. Die Schiedsrichter, die heute nicht hier sind, müssen wissen, dass sie immer noch hinzukommen können, andere hingegen auch wieder ausscheiden können aus dieser Gruppe", erklärte Busacca. "Wir wollen 2014 die besten Schiedsrichter bei der WM haben."
Immer wieder sprach der 43-Jährige von der Auszeichnung, bei einer WM dabei sein zu dürfen. "Ergreift diese Chance, sie kommt normalerweise nicht oft in einem Schiedsrichterleben. Ich habe mir heute Morgen noch überlegt, ob ich nicht doch wieder antreten sollte für 2014", sagte er mit einem Augenzwinkern.
Die Schiedsrichter werden in dieser Woche auf die Besonderheiten bei FIFA-Turnieren eingestimmt, denn bei FIFA Weltmeisterschaften™ spielen Mannschaften aus verschiedenen Kulturen gegeneinander, ganz im Unterschied zu Spielen in der nationalen Liga. Gerade für die WM-Neulinge in dieser Elite-Gruppe wird dies eine neue Erfahrung sein. Ein erfahrenes Instruktoren-Team wird die Schiedsrichter in dieser Woche betreuen und in den kommenden zwei Jahren kontinuierlich auf dem Weg zur WM begleiten.
Nach dem Ende des Seminars stehen die nächsten Monate im Fokus der Kommunikation und Beobachtung. Alle 52 Schiedsrichter werden bei FIFA-Turnieren 2013 eingesetzt und zudem vom FIFA Referee-Team in ihren nationalen Konföderationen bei ihren Spielen beobachtet. Ein zweites Seminar wird im Rahmen des FIFA Konföderationen-Pokals 2013 stattfinden, ehe bei einem weiteren Seminar vor der WM im Jahr 2014 die finale Nominierung für die Endrunde in Brasilien stehen wird.



