
Er war schon für viele große Bauvorhaben zuständig. Francisco das Chagas Lopes, oder einfach Mestre Pará, ist verantwortlich für die Arbeiterschar auf der Baustelle der Arena de São Paulo. Er erledigt die ihm übertragene Aufgabe mit Stolz und ist überzeugt davon, dass Itaquera, das Viertel, in der die neue Arena entsteht, nach Fertigstellung des Stadions einen gewaltigen Entwicklungssprung machen wird.
Er spricht aus Erfahrung, denn er war bereits am Bau dreier U-Bahn-Linien in Portugal, von Staudämmen in Chile sowie von Wärmekraftwerken in Brasilien beteiligt. Aber ganz besonders ein Bauwerk hat sein Leben geprägt und gibt ihm die Sicherheit, dass der Standort nach Bauabschluss florieren wird: Eine Autofabrik in São Bernardo do Campo.
Dabei handelt es sich um eine der wichtigsten Fabriken in Brasilien, die Geschichte geschrieben hat, weil sie in São Bernardo do Campo, einem Ort in der Metropolregion São Paulo, für eine enorme wirtschaftliche Entwicklung gesorgt hat. Er war von 1971 bis 1974 auf der Baustelle tätig. Dann beschloss er, in der Stadt Wurzeln zu schlagen und erlebte hautnah mit, wie die Region, die zuvor gerade einmal 400 Einwohner zählte, eine sprunghafte Entwicklung durchmachte, so dass sich schließlich über eine Million Menschen dort ansiedelten.
Einer der dort lebenden Arbeiter sollte Geschichte schreiben: Die Rede ist von Luiz Inácio Lula da Silva, dem ehemaligen Staatspräsidenten Brasiliens. Er war damals ein einfacher Arbeiter, der gemeinsam mit Mestre Pará auf einem Platz vor einer Möbelfabrik Fussball spielte.
"Er sagt immer, er ist ein guter Fussballspieler, aber er war nicht besonders gut, nein. Es stimmt allerdings, dass er immer sehr fussballbegeistert war", erklärt der Baustellenleiter der Arena de São Paulo.
"São Bernardo do Campo hat damals eine außerordentliche Entwicklung durchgemacht. Ich glaube, dasselbe wird in Itaquera passieren. São Paulo wird von der Arena profitieren, und der Fussball wird stark davon profitieren. Derzeit ziehen viele Leute ins östliche Stadtgebiet, die Zona Leste, um. Hier wird es eine enorme Wertsteigerung geben", so Mestre Pará.
Auf dem Gelände, auf dem das Stadion entsteht, gibt er sich zuversichtlich, dass der Bau ein absoluter Erfolg werden wird. Er war der erste, der mit dem Baufahrzeug heruntergekommen ist, und sieht heute bereits die Fundamente wachsen.
"Ich wusste, dass es auf dieser Baustelle in einem guten Tempo vorangehen würde. Alles wird rechtzeitig fertig und sehr schön werden", meint er.
Der Baustellenleiter ist gut organisiert, und die Arbeiter scheinen hervorragend mit dem Chef auszukommen. Von allen Seiten hagelt es Lob; von seiner Erfahrung, Geduld und Entschlossenheit in wichtigen Situationen ist die Rede.
"Wenn mich jemand nach Arbeit fragt, schaue ich mir im Lebenslauf an, wie lange der Arbeiter auf den einzelnen Baustellen beschäftigt war. Wenn jemand drei Monate auf einer Baustelle gearbeitet hat, dann drei Monate auf der nächsten und wieder drei Monate auf einer dritten, dann lohnt es sich meistens nicht, ihn einzustellen. Ich möchte vom Anfang bis zum Ende mit demselben Personal arbeiten", erklärt er.
Der Corinthians-Fan ist der Ansicht, dass ein Spieler des FC Santos zum Star der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2014™ avancieren und auf dem Rasen des neuen Stadions glänzen wird. Außerdem ist er überzeugt, dass Brasilien das Auftaktspiel am 12. Juni 2014 ganz locker gewinnt.
"Brasilien wird 3:0 gewinnen, und der Star der WM wird meiner Meinung nach Neymar werden. Er nimmt das Heft ohne zu zögern in die Hand. Ihn hätte ich gern in meiner Mannschaft", träumt er.