Goodbye Südafrika - Hallo Brasilien!
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Der Sound der Vuvuzelas liegt noch in der Luft, und in Südafrika herrscht noch immer die Atmosphäre des Zusammenhalts und gemeinsamen Feierns, die die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft mit sich gebracht hat. Wahrscheinlich wird das Turnier für immer seine Spuren in diesem Land hinterlassen. Während sich auf einer Seite des Atlantiks leichte Melancholie breitmacht, weil die WM 2010 nun vorbei ist, baut sich auf der anderen Seite des Ozeans langsam Vorfreude auf. Die Lebensfreude der Menschen dort ist in vieler Hinsicht mit der zu vergleichen, die wir in Südafrika erlebt haben.

"Ist der Unterschied zwischen Afrika und Brasilien denn tatsächlich so groß?", fragte sich FIFA-Präsident Joseph S. Blatter bei der Vorstellung des offiziellen Emblems der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™ in Johannesburg. "Vielleicht ist der Rhythmus der Trommeln anders? Aber die Quintessenz ist doch dieselbe: Lebensfreude."

Alle etwas "afrikanischer"
Ricardo Teixeira, der Präsident des Organisationskomitees für Brasilien 2014, brachte ebenfalls seine Freude darüber zum Ausdruck, dass die Weltmeisterschaft von der ersten Erfahrung auf afrikanischem Boden nun in das Land zurückkehrt, in dem der Fussball vielleicht nicht geboren wurde, aber doch die größte Begeisterung auslöst. "Es ist interessant zu beobachten, dass die Welt nach dieser WM etwas 'afrikanischer' geworden ist. Jeder von uns kehrt 'etwas afrikanischer' in sein Land zurück", so Teixeira lobend über die Organisation der WM 2010 in Südafrika und den Geist der Verbrüderung, der hier herrschte. "Jetzt sollte die Welt sich darauf vorbereiten, dass sie nach der nächsten WM etwas brasilianischer sein wird. Ein Team aus 190 Millionen Brasilianern wird das Turnier in die größte Party der Welt verwandeln. In eine gut organisierte Party voller Lebensfreude und Musik."

Insbesondere im Hinblick auf die Organisation machte Teixeira die Absicht deutlich, aus den positiven und negativen Erfahrung der Vergangenheit lernen zu wollen, um die Weltmeisterschaft auf ein immer höheres Niveau zu heben. "Als Mitglied des Exekutivkomitees der FIFA und der Organisationskommission der letzten Auflagen der Weltmeisterschaft kann ich bestätigen, dass die FIFA ihre Konzepte und Abläufe immer wieder kritisch hinterfragt. Natürlich hat man versucht, vor Deutschland 2006 alles zu verbessern, was 2002 in Korea/Japan nicht optimal funktioniert hat. Gleiches hat man zwischen den Wettbewerben in Deutschland und Südafrika getan. Und auf jeden Fall werden wir aus allem lernen, was hier erfolgreich verlaufen ist, und bestimmte Dinge im Hinblick auf 2014 auch korrigieren", erklärt das Mitglied des Exekutivkomitees der FIFA. "Wir müssen unsere Lehren aus den positiven und negativen Ereignissen ziehen, um Fehler nicht zu wiederholen und all das zu übernehmen, was gut war."

Von einem Weltereignis zum nächsten
Carlos Alberto Parreira, der Weltmeister-Trainer der Seleção von 1994 und Trainer der Bafana Bafana bei der WM 2010, rief noch einmal das große Misstrauen in Erinnerung, das 2007 im Hinblick auf die Fähigkeiten Südafrikas herrschte, ein WM-Turnier auszurichten. Er betonte noch einmal, wie zufrieden er jetzt mit den Ergebnissen sei und dass er in Brasilien Ähnliches erwarte. "Nach jahrelanger Arbeit, die ich aus nächster Nähe miterleben durfte, haben die Struktur, die Organisation, die Unterstützung der Regierung und die Fähigkeit, schnell Entscheidungen zu treffen, dafür gesorgt, dass die WM in Südafrika zu einem Erfolg wurde. Jetzt müssen wir uns beraten, Leute mit Erfahrung zusammentrommeln und alle gemeinsam an einem Strang ziehen. Das wird bei einem so großen Land wie unserem fundamental sein", betonte der Trainer, der sein Land gut genug kennt, um den bevorstehenden Wandel einschätzen zu können, der weit über den Fussball hinausgeht. "Das Gesicht Südafrikas in der Weltöffentlichkeit hat sich verändert. In den Städten hat sich viel verbessert, und es wurde ein nachhaltiges Vermächtnis hinterlassen. Wir hoffen, dass es in Brasilien ähnlich sein wird."

Während des Finales am Sonntag, bei dem Spanien im Soccer-City-Stadion den Weltmeistertitel errang, konnte man bereits eine klare Verbindung zwischen Südafrika und Brasilien erkennen. Zwischen niederländischen und spanischen Flaggen sah man auch unendlich viele gelbe Trikots der Bafana Bafana sowie Spruchbänder, auf denen Dank für das ausgesprochen wurde, was die WM für dieses Land bedeutete. Gleichzeitig sah man aber auch andere gelbe Trikots und Spruchbänder, die bereits mit Vorfreude die WM 2014 ankündigten.

Das unvergessliche Weltereignis ist nun vorbei, und das stimmt uns alle etwas traurig. Gleichzeitig ist es aber gut zu wissen, dass damit gleichzeitig schon das nächste Spektakel beginnt.